Liebes Christkind! Du kannst diesen Wunschzettel ruhig erst nach den Feiertagen lesen. Es steht kein Wunsch für dieses Weihnachten drauf, sondern eine Vorbestellung fürs nächste Jahr. Ich hätte gerne, wenn's irgend möglich wäre, im nächsten Jahr eine Zwölferpackung geruhsamer Feierabende. Ich weiß, dass der Vorrat da bei Dir begrenzt ist. Deswegen sag ich's Dir jetzt schon.

Du weißt schon: Solche Feierabende, die nicht erst beginnen, wenn die "Tagesschau" längst vorbei ist. An denen die Katze keinen toten Vogel ins Treppenhaus legt und dir auch keiner auf dem Heimweg ins Auto fährt. An denen es einfach nur warm und gemütlich ist daheim.

Ich verspreche Dir: Ich würde solche Abende nicht verplempern, indem ich mein Haus mit Plastik-Kitsch dekoriere. Oder die wasweißichwievielte Wiederholung vom "Kleinen Lord" im Fernsehen anschaue.
Ich würde vielmehr dicke Bücher lesen, mal in ein Konzert gehen, für Freunde kochen, Weihnachtskarten ausnahmsweise rechtzeitig schreiben und vielleicht sogar ein paar Plätzchen backen.

Ich würde, wenn Du mir diesen Wunsch erfüllst, auch gerne auf alle anderen Geschenke verzichten. Vor allem auf die mit eingedrucktem Firmenlogo und auf die, auf denen "Wellness" steht. Meinst Du, da lässt sich was machen?

Liebes Christkind, es dankt Dir jetzt schon herzlich
Katrin Geyer

P.S.: Falls Du noch Wunschzettel von mir von früher hast - den Hund und das Motorrad kannst Du streichen. Das passt grad nicht so gut.