Seit Tagen laufen die Vorbereitungen für das Requiem zu Ehren der am 17. November verstorbenen Rosa Sophie von und zu Guttenberg, eine geborene Prinzessin von Arensberg, auf Hochtouren. Die Polizei sollte die prominenten Gäste schützen. Wachmänner wurden engagiert, um den Familiencharakter der Trauerfeier zu schützen. Und natürlich waren zahlreiche Bedienstete eingeteilt, um zu überprüfen, wer Zutritt zur päpstlichen Basilika haben sollte.

Immer wieder suchten die Bediensteten mit den blauen Fräcken und den noblen weißen Handschuhen auf der Namensliste herum, denn auch sie kannten nicht alle Gäste, die der Ehefrau des berühmten deutschen Politikers, der Mutter des Dirigenten Enoch zu Guttenberg und der Oma des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg die letzte Ehre erweisen wollten. Der Sohn des Dirigenten, Philipp Franz zu Guttenberg, verteilte Sterbebildchen an die Ehrengäste. Auch der Karl-Theodor zu Guttenberg reiste mit seiner Familie an - sowie zahlreiche andere prominente Adlige.

Enoch zu Guttenberg wollte seine Mutter mit Musik würdig ins Jenseits hinüber geleiten und wollte eigentlich am liebsten überhaupt keinen Rummel, keine Berichterstattung und keine Fotografen. "Meine Mutter hat den Tod erlebt, sie ist nicht verstorben", verlas Karl-Theodor zu Guttenberg im Namen seines Vaters. In den letzten Stunden ihres Lebens blieb sie furchtlos, tapfer und ungebeugt. Sie starb voller Zuversicht. "Das war keine Frage des Glaubens, sondern eine Gewissheit", so Karl-Theodor zu Guttenberg.

Jeder verabschiedete sich auf seine Weise
Und obwohl die Kinder Elisabeth, seit 1965 Ehefrau des CSU-Politikers Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg, Dirigent Enoch, Michaela, verheiratet mit Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck und Praxedis, verheiratet mit Albrecht Freiherr von Boeselager, den Tod der geliebten Mutter sehr unterschiedlich erlebt haben, verabschiedet sich doch jeder auf seine Weise. Auch die Enkel und Ur-Enkel erwiesen Rosa Sophie zu Guttenberg die letzte Ehre.

"Ich bin am wenigsten damit fertig geworden", las Karl-Theodor in eloquenter Weise im Namen seines Vaters vor und so mancher mag die Trauer Enoch zu Guttenbergs, auch wenn sie nicht selbst aus seinem Munde stammte, durch die Formulierung hindurch gehört haben.

Der berühmte Dirigent, der mit seiner Frau Ljubka und seinen beiden Söhnen zur Trauerfeier bekommen ist, hatte für seine Mutter als Abschiedsgeschenk ihre Lieblingsmusik vorbereitet - Auszüge aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.