Dass ausgerechnet ich heute die Autorin vom Dienst bin, ist mehr oder weniger dem Zufall geschuldet. Die Liste der Burggeflüster-Autoren folgt dem Alphabet. Wer krank ist oder frei hat oder Urlaub ist raus. Nun also ich. Ausgerechnet heute. Am Faschingsdienstag.

Was soll ich schreiben? Der Fasching und ich, das ist keine sonderlich innige Beziehung. Nicht, dass ich nicht gerne mal Blödsinn machte. Aber organisierte Fröhlichkeit ist meine Sache nicht. War es nie, seit den fernen, fernen Tagen, als ich mich zum Kinderfasching am liebsten verkleidete als ... ach herrje, das darf ich jetzt gar nicht schreiben, weil politisch heutzutage unkorrekt. Seither hat sich bei mir eine gewisse Faschingsmuffeligkeit entwickelt.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Ich gönne allen Narren, Närrinnen und Narrhalesen (sagt man so?) ihre närrische Zeit. Jeder, wie er mag. Oder wie der Rheinländer sagt: Jeder Jeck ist anders.

Aber es fiele mir einfach leichter, wenn ich kein Faschingsburggeflüster schreiben müsste, sondern eines über lange Waldspaziergänge, über Barfuß-Laufen am Ostseestrand oder über Regensonntage mit einem dicken Buch.

Voller Freude, diese Zeilen doch noch gefüllt zu haben und mit den launigsten Wünschen für einen humorvollen Faschingsausklang: Helau!