Zur Basisqualifizierung für ehrenamtliche Integrationsbegleiter hatte das Landratsamt erstmals in den Großen Sitzungssaal eingeladen. Weitere Schulungstage werden folgen, und geleitet wird dieses Projekt von Souzan Nicholson, die bei der jüngsten Sitzung des Schul-, Sozial- und Migrationsausschusses zur hauptamtlichen Integrationslotsin des Landkreises Kulmbach bestellt wurde.

Netzwerkpartner für diese Basisqualifizierung im Landratsamt sind Heike Söllner als Ehrenamtskoordinatorin und Peter Müller, der regionale Integrationsbeauftragte des Landkreises Kulmbach. Als Schulungsreferentin fungiert Ursula Erb von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen Agenturen/Freiwilligen Zentren/Koordinierungszentren Bürgerschaftliches Engagement.

Souzan Nicholson hatte erst kürzlich am Vernetzungstreffen aller bayerischen Integrationslotsen in der Landeshauptstadt teilgenommen, bei dem Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann deutlich machte, dass die Integrationsprofis eine feste Größe in der Integrationsarbeit geworden seien. Die Integration gelinge ausgesprochen gut, und das Förderprojekt der Integrationslotsen sei ein voller Erfolg.

Große Anstrengungen

Demnach sind die Integrationsprofis eine feste Größe der Integrationsarbeit vor Ort in den Kommunen geworden. Die soziale und kulturelle Integration gelinge in Bayern ausgesprochen gut, das habe die Evaluation aus diesem Jahr eindrucksvoll bestätigt, wie Staatsminister Herrmann bei dem Vernetzungstreffen bestätigte. Der Freistaat habe hierfür große Anstrengungen unternommen und die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen: Seit 2018 stünden jährlich 6,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Fortbildungen für Ehrenamtliche

Souzan Nicholson stellte fest, dass die Integration eine der wichtigsten Herausforderungen für die Gesellschaft sei: "Das ehrenamtliche Engagement kann viel dazu beitragen, dass Integration gelingt. Ob bei der Sprachvermittlung, der Ämterhilfe oder einfach bei der ersten Orientierung in der neuen Heimat." Und um diese wichtige Arbeit zu unterstützen, fördert das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration flächendeckend in Bayern Fortbildungen für ehrenamtliche Integrationsbegleiter. Die Qualifizierung behandelt unter anderem eine interkulturelle Verständigung, eine Begegnung von Vorurteilen, die Grenzen und Chancen ehrenamtlicher Tätigkeiten und die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt. Ziel ist es, ein gutes Rüstzeug für die ehrenamtliche Tätigkeit im Integrationsbereich zu erhalten, ob in Schule, Kindergarten, in Vereinen oder in der eigens gegründeten Initiative. Zum Schluss werden nützliche Tipps gegeben, um passende Einsatzstellen oder Unterstützung für das bisherige Engagement zu finden.

Der Landkreis Kulmbach strebt es an, für seine Gemeinden jeweils einen Integrationsbegleiter als Ansprechpartner für die nächsten Jahre zu schulen. Die viertägige Schulung wurde auf die Wochenenden vom 9. und 10. sowie vom 30. und 31. Oktober 2020, jeweils am Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 16.30 Uhr, aufgeteilt. Im Vorfeld war ein digitaler Informationsabend angeboten worden, an dem sich jeder über das Integrationslotsen-Projekt und die Schulungsmodule im Vorfeld hatte erkundigen können. Eingeladen waren alle, die sich in der Integrationsarbeit engagieren möchten, egal, ob sie schon Erfahrungen mit einem Ehrenamt hatten oder sich erstmals dafür interessierten. Die Schulung ist kostenfrei.

Hoher Stellenwert im Landkreis

In seinem Grußwort verwies Landrat Klaus Peter Söllner (FW) auf die Bedeutung des Projektes und machte deutlich, dass die Integrationsarbeit im Landkreis Kulmbach einen hohen Stellenwert einnehme: "Wir sind als Landkreis in den letzten Jahren, gerade was die Neuzugewanderten und Menschen mit Migrationshintergrund angeht, sehr gut aufgestellt gewesen." Söllner bezeichnete die Integrationsarbeit als ein hervorragendes Konstrukt, nämlich die Menschen einzubinden und zu versuchen, Bürger für diese ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen: "Hier sind große Anstrengungen unternommen worden, um die Zugewanderten zu integrieren und ihnen Hilfestellung zu geben. Viele dieser Maßnahmen waren bei uns im Landkreis von Erfolg gekrönt."

Die Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, MdL Gudrun Brendel-Fischer (CSU), machte in ihren einführenden Worten den Schulungsteilnehmern ein großes Kompliment: "Es ist ja kein leichter Stoff, und da gehört schon große Motivation dazu. Es ist ein Ehrenamt, das mit dieser Qualifizierung auch eine Qualität hat."

Auch in der Zukunft wird die Integration nach den Worten der Landtagsabgeordneten ein Dauerthema bleiben.