Wolfgang Zink aus dem Mainleuser Gemeindeteil Schmeilsdorf hat eine große Leidenschaft: Er ist ein großer Oldtimer-Fan. Der 51-Jährige restauriert Kleinkrafträder, Motorroller und Mopeds. Wer seine in seiner Garage eingerichtete Werkstatt betritt, staunt. Der Raum ist mit Teppichboden ausgelegt, die Wände sind mit freundlichen Farben gestrichen.

Es ist für ihn eine Art Wohnzimmer, in dem statt Möbeln fünf blitzblank herausgeputzte Kleinkrafträder stehen. Alle tragen einen Namen, sind betriebsbereit und zum Straßenverkehr zugelassen, so der Schmeilsdorfer. Die Oldtimer heißen Herbert, Carlo, Sachserla, Puch. Seit kurzem hat er eine weitere neue Errungenschaft: eine Combinette, Baujahr 1957.


Es ist oft sehr kostspielig

Sein Hobby ist arbeitsreich.
Er zerlegt in seiner Werkstatt die Oldtimer, entrostet sie und lässt sie in einem Fachbetrieb sandstrahlen. Die Restaurierung ist oft kostspielig. Bis zu 2000 Euro gehen drauf. Er muss in vielen Fällen ja auch Ersatzteile beschaffen. "Doch andere Hobbys kosten auch Geld", sagt der 51-Jährige, der darauf verweist, dass alles immer teurer wird. Es sei heute schwierig, von privater Seite Ersatzteile zu bekommen.

"Deren Beschaffung ist häufig nur mit großem Aufwand über das Internet möglich. Dazu habe ich glücklicherweise in meiner Frau Gerlinde meine beste Sekretärin", sagt er mit einem Schmunzeln. Mittlerweile hat er sich neben etlichen Spezialwerkzeugen ein umfangreiches Ersatzteillager angelegt.


"Jede freie Minute"

"1999 habe ich meine Liebe für Oldtimer-Zweiräder entdeckt. Ich restauriere diese seitdem mit Leidenschaft. Ich widme mich dem Hobby in jeder freien Minute", sagt der 51-Jährige. Jedes der von ihm restaurierten Fahrzeuge hat eine Geschichte. "Mein erster Roller den ich restauriert habe, heißt Herbert. Es ist eine Zündapp R 50 aus dem Baujahr 1976, die ich mit Motorschaden für 50 Markt erstanden habe." Über zwei Jahre hat er den Roller restauriert, von Juli 1999 bis September 2000. Nun leuchtet er in herrlichem Orange. "Mein Herbert wird nur einmal im Jahr zum Vespa-Treffen in Kulmbach gefahren, und das auch nur bei schönem Wetter", sagt Zink.

Das Sachserla ist eine Zündapp C 50 Super, Baujahr 1975. Sie hat er 1985 erworben, aber erst 2011 und 2012 in einen Top-Zustand gebracht. Auch das Sachserla holt der Schmeilsdorfer nur aus der Garage, wenn die Witterung passt. Carlo ist ein Zündapp-Roller R 50. Das Fahrzeug aus dem Baujahr 1973 hat er 2010 restauriert. Und dann gibt es noch die Puch, ein Moped mit Fußschaltung, Baujahr 1985, das in gutem Zustand ist, Zink aber noch herrichten muss. "Die habe ich 1991 einem Nachbarn abgekauft."


Per Frachtweg nach Ostfriesland

Selbst verkauft er kein Fahrzeug. "Bis auf Ausnahmen, so im Tausch für Ersatzteile von anderen Hobbyschraubern." So stand ein 20 Jahre altes Mofa der Marke Puch Condor in der Garage, das das Interesse eines Sammlers aus Ostfriesland geweckt hat, "der es im Austausch mit Ersatzteilen vor einigen Tagen abholen wollte". Dem Mann sei der Weg nach Schmeilsdorf zu weit gewesen. Die Puch sei auf dem Frachtweg zu seinem neuen Besitzer gekommen.


Eine Rarität

Eine echte Rarität, von der er sich nie trennen würde, ist eine Combinette von 1957, die ihm seit wenigen Tagen gehört. "Sie ist in einem guten Originalzustand. Ob ich sie restauriere, weiß ich noch nicht", stellt der Hobbybastler fest. Als größte Herausforderung sieht er eine Victoria Typ 113 von 1965 mit Drei-Gang-Schaltung. "Die stand 15 Jahre unbeachtet in der Scheune eines Nachbarn. Ich habe sie 2012 für 15 Euro erworben." Seit dem Jahr ist er mit der Restaurierung beschäftigt. "Bis ich fertig bin, werden noch ein bis zwei Jahre vergehen", schätzt Zink, der bei seinem Hobby nicht die Stunden zählt, die er investiert. "Für mich zählt nur, wenn mein Werk gelungen ist und das Fahrzeug in den Originalfarben wieder in neuem Glanz erstrahlt." Oft schaltet er erst spät in der Nacht das Licht in seiner Garage, seinem Wohnzimmer, aus.