Die Augen von Emilio Zapf strahlten. Auch wenn er einen Mundschutz trug, war doch deutlich zu sehen, wie er lachte. "Ich freue mich jetzt richtig", sagte der Kulmbacher, der gemeinsam mit seinem Paten Holger Oehrlein über das Street Food Festival in Kulmbach bummelte. Grund für seine Freude war ein dicker Burger. Kein normaler, sondern ein Original Pulled Pork Burger. Auf klassische Art zubereitet. "Den wollte ich schon immer mal", sagte Emilio Zapf und suchte sich auf dem Kaufplatz-Areal ein Plätzchen, um den Riesen-Burger richtig zu genießen.

Zum dritten Mal

Schon zum dritten Mal machte das Street Food Festival in Kulmbach Station. Am dritten Standort. "Der Standort ist nicht schlecht - wir sind mitten in der Stadt. Er funktioniert, die Leute kommen, aber lieber wäre uns der Festplatz oder der Zentralparkplatz", sagte Angelina Gläsmann vom Event-Team. Trotzdem zeigte sich die Organisatorin stolz, dass ausgerechnet das Street Food Festival den neuen freien Platz in Kulmbachs Mitte Leben einhauchen durfte. Am Freitagabend herrschte auf dem Gelände reger Betrieb. Dass es am Samstag regnete, hielt viele von einem Bummel ab. Doch am Sonntag herrschte wieder besseres Wetter.

Freundlicher Empfang

Wichtig für Angelina Gläsmann ist vor allem die Tatsache, dass es auf einem Platz fließendes Wasser gibt. Denn das ist aus hygienischen Gründen unerlässlich. Strom kann notfalls selbst erzeugt werden. "Aber das war alles gut", sagte Gläsmann und freute sich, dass die Stadt Kulmbach das Festival auch in diesem Jahr so herzlich empfangen hat.

Maximal 500 Besucher

Das Street Food Festival musste mit strengen Hygieneauflagen zurechtkommen: Nur maximal 500 Gäste durften auf das Gelände. Diese mussten ihre Kontaktdaten angeben. Und natürlich musste jeder beim Essenholen und auf dem Gelände Maske tragen. Doch an diesen Maßnahmen störte sich niemand daran. All diejenigen, die kamen, freuten sich über das Event, dass endlich wieder mal etwas los war in Kulmbach.

Neues probieren

"Ich möchte heute etwas Neues probieren, etwas Exotisches - einfach mal etwas Anderes", sagte Kevin Wimmer. Er griff am kleinsten Stand zu: bei den Spezialitäten aus Sri Lanka. Dort gab es sogar Jackfrucht zum Probieren - nicht süß, sondern als Fleischersatz.

Auch Carolin Süß und Philipp Dück verbrachten ihren freien Abend auf dem Festival. Gemeinsam teilten sie sich eine Tüte "Churros". "Wir sind schon am Ende", meinte Carolin Süß. Sie selbst hat sich einen Pulled Chicken Burger gegönnt. "Ich fand ihn so mittel", sagte sie. "Ich hatte einen Büffelburger. Und ich war sehr begeistert", fügte Philipp Dück hinzu.

Der Eintritt

Dass man für das Festival zwei Euro Eintritt, besser drei Euro zahlen sollte, schreckte die Besucher nicht ab. "Gut, die Preise sind jetzt nicht günstig. Aber für das, was es ist, ist es schon angemessen. Wir fanden es ok", zogen Carolin Süß und Philipp Dück Bilanz.

"Ich bin einfach nur glücklich. Das hier ist echt gut", schwärmte Konstantin Schneider aus Kulmbach. Er konnte am kaukasischen Riesen-Fleischspieß nicht vorbeigehen. Dass der Spieß mit Barbecue-Soße und dem Stück Brot schwierig zu essen war, störte den Genießer kein bisschen.

Ausgefallenes probieren

Fast alle, die das Street Food Festival besuchten, hatten Lust auf einen schönen Abend mit Freunden. Sie wollten ausgefallene Sachen probieren, waren mutig. Jonas Kintzel war mit Hannah Rosenbusch und Theresa Hübner gekommen. Am Ende teilten sie sich einen Teller kunterbunte Donutbällchen. "Manches war gut, manches nicht so. Der Fleischspieß war super, aber die Jackfrucht war ein bisschen, naja, sagen wir mal eigenartig", urteilte Kintzel.

Übrigens gab es auch Angebote für Vegetarier - beispielsweise an dem Stand der Erlangerin Lisa-Maria Boser mit ihrem handgemachten Food-Truck oder am Bowl-Stand.

Kulmbacher zählten keine Kalorien

Angelina Gläsmann vom Organisationsteam freut sich schon auf das nächste Mal. Sie hofft, dass dann das Festival wieder in voller Größe mit mehr als 20 Food-Trucks durchführen kann. "Wir sind froh, dass wir in der Pandemie überlebt haben. Von März bis Pfingsten letztes Jahr war gar nichts. Dann hatten wir einige kleine Veranstaltungen bis Oktober, dann war wieder nichts", sagte Gläsmann, die sich über die Veranstaltung freute. Die Kulmbacher zählten am Wochenende jedenfalls keine Kalorien, sondern schlemmten. Manche kamen auch mehrmals auf das Kaufplatz-Areal.