Seit 2001 lebt er dort am Kanal, umgeben von viel, viel Grün. Idylle pur. Jeden Tag geht er auf seinen Kontrollgang. Der 33-Jährige checkt den Wasserstand, die Tempartur der Generatoren, überprüft die Schmiermittel, damit alles reibungslos läuft in dem kleinen Wasserkraftkraftwerk, das jährlich Strom für rund 400 Haushalte produziert. "Ich hör sofort, wenn mal was anders ist", sagt er nach elf Jahren, die er das Werk schon betreut - in seiner Freizeit, denn tagsüber arbeitet der gelernte Heilerziehungspfleger als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften in Bayreuth.
Probleme im Wasserkraftwerk gibt es selten. "Die Anlage läuft recht störunanfällig, trotzdem muss man täglich einen Blick drauf werfen", erklärt Handlbauer. Das meiste wird per Computer gesteuert und erfasst. Früher war das anders, erklärt der junge Mann weiter und zeigt ein Buch, in dem im Stundentakt viele Daten mit der Hand eingetragen wurden - 24 Stunden am Tag. "Heute macht das alles der PC. Wenn was nicht passt, geht der Alarm los."
Hektisch wird es meist nur bei Hochwasser - wegen des Treibguts in dem etwa ein Kilometer langen Kanal. Äste und Müll werden angeschwemmt. "Was da an Autoreifen ankommt, ist nicht mehr feierlich", sagt Handlbauer. Die Zivilisationsabfälle fischt er raus, den Rest lässt er weiter treiben. Alle zwei, drei Stunden muss er ran, auch nachts. "Das ist schon anstrengend."
Mit einem etwa neun Meter langen hydraulischen Rechen wird das angeschwemmte Material aus dem Kanal gefischt. "Bei Hochwasser alle paar Minuten", erklärt der Kraftwerkswärter. Äste und Unrat werden in eine Rinne geschaufelt und mit einem starken Wasserstrahl in ein Auffangbecken gespült, dort aussortiert. Zwei Turbinen produzieren zusammen maximal 300 Kilowattstunden. "Für ein kleines Gewässer kommt schön was raus", sagt Handlbauer.

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