Der Gruppenzwang im Handy

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Symbolfoto: Sara Michilin/Adobe Stock
Symbolfoto: Sara Michilin/Adobe Stock

Über eine Milliarde Menschen weltweit nutzen Whatsapp. Der Messenger-Dienst ist Fluch und Segen zugleich, ist man doch ständig und überall erreichbar.

Doch in einem Punkt kann die im satten Grün leuchtende Sprechblase auf dem Display ziemlich nerven, nämlich bei den Chatgruppen, die der Messenger anbietet.

Klar ist so eine Gruppen-Nachrichtenfunktion für viele total praktisch, kann man doch mit seinem Anliegen gleich mehreren Empfängern auf den Pelz rücken - ob diese wollen oder nicht. Vor allem kommen die Whatsapp-Gruppen immer im gleichen Gewand daher: Einer gründet sie, sei es als obligatorischen Familienchat oder als Kindergartengruppe, in der besorgte Mamis fragen, ob der Nachwuchs anderer Familien auch Magen-Darm hat - oder welche Jacke zum Ausflug bestens geeignet ist. Nicht fehlen darf natürlich die "Was-machen-wir-am-Wochenende?"-Gruppe, in der man sich eh nie einig wird.

Oft gibt es dann zwei Akteure, die den Gruppenchat mit gegenseitigen Nachrichten beleben und diejenigen, die als stille Mitleser den Chat begleiten. Grundsätzlich ist das Resultat häufig endlose Diskussionen und unzählige Nachrichten, in denen die eigentliche Intention, also die Frage am Anfang des Chats, oft verloren geht. Gruppe verlassen? Stummschalten? App löschen? Handy aus dem Fenster schmeißen? Augen zu und durch? All das sind Optionen, die mir durch den Kopf gehen, wenn eine neue WhatsApp-Gruppe auf meinem Display aufleuchtet. Ich entscheide mich dann meist für Letzteres und denke mir, dass es schlimmeres gibt. Elternabende zum Beispiel.