Mir wurden Charaktereigenschaften in die Wiege gelegt, über die ich rückblickend durchaus dankbar bin. Empathie, Zielstrebigkeit und Ehrlichkeit sind nicht die schlechtesten Wegbegleiter.

Wiederum hätten manche Wesensarten nicht unbedingt den Weg in meine Gene finden müssen. Denn eine große Portion Ungeduld und ein Übermaß an Temperament sind leider nicht immer von Vorteil.

Ganz besonders dann, wenn man ein gerade mal ein Meter großes "Mini-Me" täglich vor Augen hat, der allerdings eine nicht minder geringe Menge eben dieser Eigenschaften von mir vererbt bekommen hat.

Äußerlich eins zu eins der Papa - aber vom Charakter her eindeutig meine Gene. Liebes Gesetz der Natur, hätte das nicht auch andersherum gehen können?

Muss ich nun ernsthaft täglich mit einer kleinen ungeduldigen, temperamentvollen Version von mir selbst konfrontiert werden? Ich bin oft zwischen Stolz und Entsetzen hin und her gerissen, wenn der Junior mir meine Rumpelstilzchen-Gene auf dem Servierteller präsentiert.

Doch so richtig spaßig wird es erst ab September. Da nämlich kommt der Bub in die Schule. Hausaufgaben machen mit zwei ungeduldigen Dickköpfen?

Na, das kann ja lustig werden im Hause Denk. Ich habe jetzt schon Mitleid mit meinem Mann - Empathie besitze ich ja schließlich im Gegensatz zur Geduld.