Die Opfer im Alter von 51, 55 und 68 Jahren wurden bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Passanten, darunter ein ziviler Polizist, überwältigten den Angreifer. Der Afghane wurde festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Die Polizei ermittelte wegen versuchten Mordes und versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Polizisten verteilten am Montagmorgen am Hauptbahnhof noch Flugblätter an Passanten mit der Bitte, sich zu melden, falls man in der Vorwoche etwas von der Attacke beobachtet hat. Man wolle das Verbrechen lückenlos aufklären, sagte die Polizeisprecherin.
Verdächtiger seit 2023 in Deutschland
Nach dem Gewaltakt hatten die Ermittler anfangs keine Anhaltspunkte dafür, dass der Verdächtige währenddessen berauscht war oder im Wahn agiert hat. Auch Informationen über eine Drogenabhängigkeit oder eine drogenverursachte Psychose lagen laut Staatsanwaltschaft zunächst nicht vor.
Eine drogenverursachte Psychose ist eine psychische Störung, bei der jemand durch den Konsum von Drogen vorübergehend den Bezug zur Realität verliert. Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind typische Merkmale. Der Afghane lebte laut Staatsanwaltschaft seit 2023 in Deutschland. Sein Asylantrag sei abgelehnt worden. Der 35-Jährige verfügte jedoch über eine Duldung.
Das Justizministerium in München unterstrich, dass die Verhinderung von Suiziden in Gefängnissen eine "sehr hohe Bedeutung" habe. Angestellte und Mediziner sollten bereits bei der Einlieferung eines Insassen und der medizinischen Untersuchung auf eine eventuelle Suizidgefahr achten. Ebenso seien JVA-Mitarbeiter dazu verpflichtet, Meldung zu erstatten, wenn Insassen nach ihrem Eindruck in schlechter gesundheitlicher Verfassung seien. Sterbe ein Häftling, werden laut einer Sprecherin des Ministeriums umgehend Staatsanwaltschaft und Polizei benachrichtigt, auch bei natürlichen Todesfällen. "In jedem Fall wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und eine Obduktion angeordnet." ami/mit dpa
Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichst du unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Innerhalb von Bayern kannst du dich alternativ unter der 0800-6553000 beim Netzwerk Krisendienste Bayern melden. Dort bekommst du rund um die Uhr qualifizierte Hilfe in psychischen Krisen und Notfällen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") findest du zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.
Update vom 24.02.2026, 11.01 Uhr: Polizei mit Update zu Messer-Angreifer von Würzburg
Nach der Messerattacke am Würzburger Hauptbahnhof meldet sich die unterfränkische Polizei mit einem Update zum tatverdächtigen 35-Jährigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Verdächtige am Montagnachmittag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg vorgeführt. Dieser ordnete aufgrund des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes und der versuchten gefährlichen Körperverletzung die Untersuchungshaft an. Der 35-jährige afghanische Staatsangehörige befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt.
Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft zu den Hintergründen der Tat und dem Tatablauf werden unterdessen mit Hochdruck weitergeführt, hieß es.
Update vom 23.02.2026, 18.06 Uhr: Diese Fragen sind nach der Messer-Attacke in Würzburg offen
Nachdem drei Menschen im Würzburger Hauptbahnhof von einem Fremden mit einem Messer attackiert worden sind, hat sich der Oberbürgermeister der Stadt, Martin Heilig, zu Wort gemeldet. "Was heute am Bahnhof passiert ist, bewegt uns alle sehr", sagte der Grünen-Politiker. "Mein ausdrücklicher Dank gilt den Einsatzkräften, die schnell vor Ort waren und die Lage zügig gesichert haben, ergänzend zu dem beherzten Eingreifen der Bürgerinnen und Bürger". Die Stadt stehe zusammen und lasse sich nicht verunsichern.
Der Tatverdächtige sollte am Montagnachmittag (23. Februar 2026) einem Richter am Amtsgericht vorgeführt werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Tatverdächtige soll den Bahnhof am Montagmorgen gegen 7.50 Uhr betreten haben, zu einem Stand der Zeugen Jehovas gegangen sein und Stichbewegungen in Richtung eines 68-Jährigen gemacht haben. Zudem soll er zwei Männer im Alter von 51 und 55 Jahren körperlich attackiert haben. Drei Menschen wurden dabei leicht verletzt, erlitten jedoch keine Schnitt- oder Stichverletzungen. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, sei der Zugverkehr durch die Attacke nicht beeinträchtigt gewesen.
Passanten, darunter ein Polizist in Zivil, überwältigen den Angreifer. Er wurde festgenommen. Sein Motiv war zunächst unklar. Die Ermittlungen laufen. Dabei würden auch Videoaufnahmen vom Bahnhof und dem Barbarossaplatz ausgewertet, hieß es. Außerdem soll die Wohnung des Tatverdächtigen nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur durchsucht werden.
Attacke an Würzburger Hauptbahnhof - Polizei sucht nach Zeugen
Die Beamten hoffen auch auf Zeugenhinweise und wenden sich mit folgenden Fragen an die Öffentlichkeit:
- Wer konnte die Tat in der Eingangshalle beobachten?
- Wer hat den Tatverdächtigen im Vorfeld des Geschehens im Bereich des ZOBs und des Hauptbahnhofs sowie im weiteren Umfeld wahrgenommen?
- Wer konnte Ausrufe oder Gesten des Mannes wahrnehmen?
- Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?
Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-1732 bei der Polizei zu melden.
Wer sind die Zeugen Jehovas?
Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit eigener Bibelauslegung. Die Mitglieder glauben an Jehova als "allmächtigen Gott und Schöpfer" und sollen sich strengen Regeln unterwerfen. Sie sind überzeugt, dass eine neue Welt bevorsteht und sie als auserwählte Gemeinschaft gerettet werden.
Die streng organisierte Gruppe wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Geschäftsmann Charles Taze Russell (1852-1916) in den USA gegründet und finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unter dem Nazi-Regime war die Glaubensgemeinschaft verboten und wurde verfolgt. Weltweit zählen die Zeugen Jehovas etwa acht Millionen Anhänger. ami/mit dpa
Ursprungsmeldung vom 23.02.2026, 9.21 Uhr: Messer-Attacke an Hauptbahnhof sorgt für Aufregung
Am Hauptbahnhof in Würzburg ist es am Montagmorgen (23. Februar 2026) zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt. Ein 35-jähriger Mann versuchte, mit einem Messer mehrere Personen zu attackieren.
Gegen 7.50 Uhr hielt sich der Mann im Bereich der Eingangshalle auf. An einem Stand der Zeugen Jehovas führte er unvermittelt mehrere Stichbewegungen in Richtung eines 68-jährigen Mannes aus. Weiterhin ging er auch einen 55-Jährigen und einen 51-Jährigen an.
Wie die Polizei weiter berichtet, griffen mehrere Passanten und ein Polizeibeamter in Zivil sofort ein und überwältigten den 35-jährigen afghanischen Staatsangehörigen. Eine Streife der Bundespolizei war nur kurze Zeit nach Eingang des ersten Notrufs vor Ort und konnte den Tatverdächtigen vorläufig festnehmen. Auch mehrere Streifen der Würzburger Polizei waren umgehend an der Einsatzörtlichkeit.
Polizei sucht nach Zeugen
Dem Sachstand nach wurden die drei genannten Personen durch den Tatverdächtigen leicht verletzt. Sie erlitten jedoch keine Schnitt- oder Stichverletzungen. Sie werden durch Einsatzkräfte betreut. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen. Neben Videoaufzeichnungen des Hauptbahnhofs wird auch die Wohnung des 35-Jährigen durchsucht werden. Die Beamten versuchen mit Hochdruck, die Hintergründe der Tat zu ermitteln.
Zeugen werden dringend gebeten, sich mit Hinweisen unter der Telefonnummer 0931/457-1732 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.
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