Erfunden wurde es angeblich im 14. Jahrhundert von den Chinesen. 1928 wurde es erstmals in Deutschland produziert. Mittlerweile ist es für uns so selbstverständlich wie unentbehrlich geworden: Das Toilettenpapier.
Heute sollten wir den perforierten Papierrollen besonders huldigen: immerhin ist heute "Tag des Toilettenpapiers". Ein Anlass, uns bewusst zu machen, dass uns diese simplen Papierfetzelchen eine Menge über unsere Mitmenschen erzählen können. Das fängt beim Einkauf an. Die Großgebinde landen im Einkaufswagen von Großfamilien - oder von Menschen, die konsequente Lagerhaltung mithilfe von Sonderangeboten betreiben. Sensibelchen greifen zur vierlagigen Ausführung. Wer ökologisch denkt, schwört auf Recycling-Papier.

Zeig' mir dein Klopapier und ich sag' dir, wer du bist: Das lässt sich auch auf Campingplätzen beobachten, wo die stillen Örtchen häufig papierfrei sind. Der erfahrene Camper tut gut daran, seinen persönlichen Vorrat im Zelt oder im Wohnwagen zu horten und sich im Fall des Falles mit der nötigen Menge Papier auf den Weg zu machen.
Hier zeigt sich der Charakter: Während der eine das Papier verschämt in Hosen- oder Jackentaschen verbirgt und der Knauserer die benötigten Blätter akribisch abzählt (woran sich schon wahre Familiendramen entzündet haben sollen), eilt die Frohnatur beschwingten Schrittes Richtung Örtchen, in der Hand die komplette Rolle mit lustig flatterndem Papierende.

Sie merken schon: Das Toilettenpapier wird in seiner Bedeutung nicht nur für den menschlichen Entleerungsvorgang sondern auch als Indikator für gewisse charakterliche Ausrüstung allgemein unterschätzt. Dass es nun, ausgerufen von wem auch immer, einen eigenen Tag hat: Recht so!