Buddy-Bär kommt zurück! Schon im nächsten Jahr soll die große Bärenfigur, die an die Partnerschaft des Landkreises Kulmbach mit dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf erinnert, wieder ihren angestammten Platz im Umfeld der Kulmbacher Stadthalle beziehen.

Allerdings: Es wird nicht der Original-Buddy-Bär sein, der dann dort steht, sondern eine Replik des Kunstwerks, das 2005 im Rahmen einer Kunstaktion in Berlin geschaffen worden und später nach Kulmbach umgezogen war. Der ursprüngliche Buddy-Bär nämlich bleibt verschwunden.

Gestohlen oder zerstört?

Im Zuge der Sanierungsarbeiten am Zentralparkplatz und in der Tiefgarage hatte die Kunststoff-Skulptur weichen müssen. Aus seinem Ausweichquartier auf einem Lagerplatz des Kulmbacher Bauhofs war der Bär irgendwann verschwunden. Gestohlen? Zerstört und klammheimlich entsorgt? Das wird vermutlich für immer ungeklärt bleiben.

Außer Frage freilich steht, dass sich viele Kulmbacher den großen Bären zurückwünschen. Zu ihnen gehört auch Jörg Naumann, gebürtiger Berliner und nun schon seit Jahrzehnten Kulmbacher und deshalb beiden Städten verbunden. Er hatte schon 2005 dafür gesorgt, dass die rund zwei Meter hohe Kunststoff-Figur nach Kulmbach kam. Nun kümmert er sich auch um einen Ersatz für Buddy-Bär.

Der Künstler, der einst das Original geschaffen hat, steht dafür nicht mehr zur Verfügung. Hendrik Czakainski, der in Kulmbach aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und danach eine Künstlerkarriere in Berlin startete, ist mittlerweile dort ausnehmend gut im Geschäft. "Er hat einfach nicht die Zeit für eine neue Skulptur", so Naumann. Aber er hat Unterstützung signalisiert:

In Zusammenarbeit mit Kunstlehrer Andreas Schoberth hat Jörg Naumann am Caspar-Vischer-Gymnasium einen Wettbewerb angestoßen - an jener Schule also, an der auch Czakainski einst sein Abitur gemacht hat. Derzeit gestalten die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Kurses etwa 30 Zentimeter große Kunststoff-Figuren, deren Proportionen identisch sind mit denen von Buddy-Bär. Hendrik Czakainski steht ihnen dabei bei Bedarf beratend zur Seite. Eine Jury, der auch der Künstler angehören wird, wird den schönsten Entwurf auswählen. "Dieser Gestaltungsvorschlag wird dann auf eine Bärenfigur in Originalgröße übertragen", so Jörg Naumann. "Diese Figur soll anschließend wieder einen Platz im Umfeld der Dr.-Stammberger-Halle erhalten." Details zum neuen Standort müssten noch geklärt werden, sagt Michael Pfitzner, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, der sich selbst als Pate des Projektes bezeichnet.

So ein Vorhaben ist kostspielig. Was das betrifft, kommt den Initiatoren von Buddy-Bär 2.0 die Tatsache zugute, dass Jörg Naumann, der der Stadt Kulmbach die Figur einst geschenkt hatte, formal immer noch Eigentümer des Bären war, als der verschwand. Mit dem Geld, das die Versicherung der Stadt Kulmbach nach dem Verschwinden der Figur zahlte, kann nun der neue Bär wenigstens zum Teil finanziert werden.

Mit Begeisterung

Jörg Naumann ist begeistert: Davon, wie schnell das Projekt jetzt vorangeht. Aber auch davon, mit welcher Begeisterung die jungen Leute bei der Sache sind."Die Schüler haben signalisiert, dass sie gar kein Preisgeld wollen, sondern dass es ihnen vielmehr wichtig ist, hier für ihre Heimatstadt etwas zu gestalten", berichtet er. Und Michael Pfitzner bezeichnet die Kombination von Sponsorentum und Schulprojekt als geradezu ideal: "Da entsteht eine enge Beziehung zu Kulmbach."

Vermutlich noch in diesem Jahr wird die Jury tagen und eine Entscheidung fällen. Unter den Entwürfen seien sehr schöne, vielfältige Ideen, sagt Jörg Naumann, konkrete Motive gebe es ebenso wie abstrakte Gestaltungsvorschläge. "Ich persönlich habe auch schon einen Favoriten", sagt er. Den freilich verrät er nicht. Da müssen sich die Kulmbacher wohl bis zum nächsten Sommer gedulden, wenn Buddy-Bär wieder am gewohnten Platz die dicken Pfoten in den Kulmbacher Himmel streckt.