Acht Monate Freiheitsstrafe, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurde. So lautet das Urteil gegen einen heute 42-jährigen Mann, der 2015 mit einer Brandserie in Enchenreuth (Stadt Helmbrechts) die Feuerwehr gefordert hatte. Wie oft diese ausrücken musste, das hat Anfang 2016 selbst der Enchenreuther Kommandant Michael Keil nicht auf Anhieb gewusst. "Wir waren ständig im Einsatz", sagte Keil im Januar, als der Brandstifter gefasst worden war.


Passant konnte Feuer löschen

Es waren insgesamt zehn Feuer, die der damals noch 41-Jährige, der unter einer Persönlichkeitsstörung leidet, gelegt hat. Immer wieder hat es auch am Elternhaus des Mannes gebrannt. So war Ende Januar an Wohnhaus, Garage und Scheune ein Schaden von rund 25 000 Euro entstanden.

Im November hat er eine Feldscheune angezündet. Dass dabei nur 200 Euro Schaden entstanden sind, ist einem Feuerwehrmann zu verdanken, der die Flammen sah und das Feuer löschen konnte.
Bei einem Brand auf einem Lagerplatz wurde ein Bauwagen beschädigt, auch auf einem Getreidefeld hat der Enchenreuther Feuer gelegt.


Ein Sonderling

Der heute 42-Jährige, der von Rechtsanwalt Walter Bagnoli verteidigt wurde, zeigte sich in der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Florian Braun geständig. Ein Gutachter zeichnete das Bild eines Sonderlings, der unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und sein Leben nicht meistern konnte.


Eingeschränkte Schuldfähigkeit

Verteidiger Walter Bagnoli sprach sich für eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr aus, die Staatsanwaltschaft forderte eine 18-monatige Bewährungsstrafe.

Das Schöffengericht blieb in seinem Urteil darunter. Der Enchenreuther, dem eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert wurde, wurden wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Seit der Entlassung aus der Untersuchungshaft lebt der 42-Jährige in einer Wohngruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Urteil wurde ihm die Auflage erteilt, dass er dort auch während der Bewährungszeit bleibt.