Nach dem Brand eines Wasserwacht-Fahrzeuges und einem Feuer bei der ehemaligen Ruppert-Villa in Kulmbach haben sich beim Roten Kreuz nun weitere Vorfälle ereignet. In Kupferberg hat es gebrannt, in Stadtsteinach haben sich Unbekannte wohl an einem Rettungsfahrzeug zu schaffen gemacht.

"Natürlich machen wir uns große Sorgen." Der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, Jürgen Dippold, sucht nach den richtigen Worten. Die zu finden, ist nicht leicht. Denn nach den Brandanschlägen auf ein Wasserwacht-Fahrzeug und dem Feuer in der ehemaligen Ruppert-Villa vor drei Wochen gibt es weitere Ermittlungen beim BRK - diesmal im Landkreis.


Aufmerksame Mitarbeiter

Zwei neue Fälle sorgen bei den Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes für Unruhe. In der vergangenen Woche - in der Nacht zum 24. November - wurden die Radbolzen an einem Rettungswagen in Stadtsteinach gelockert. Dass weiter nichts passiert ist, ist der Aufmerksamkeit der Beschäftigten zu verdanken, die die losen Schrauben bemerkten.

"Wir haben unsere Mitarbeiter daraufhin angewiesen, auf die Abfahrtskontrolle und die Sicherheit rund um die Wagen großen Wert zu legen", erläutert Dippold eine Konsequenz.

Der zweite Vorfall ereignete sich in Kupferberg, genauer gesagt in der Feldküche des BRK. Dort war einer von mehreren Gasbrennern in Brand geraten. Ein Bedienfeld wurde in Mitleidenschaft gezogen, der Schaden ist mit 500 Euro relativ gering. Ob hier Brandstiftung die Ursache ist oder ein technischer Defekt, das ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Der Zeitpunkt, an dem der Brand entstand, ist nicht klar. Er liegt zwischen dem 12. und 24. November.

Ob ein oder mehrere Täter für die Fälle in Frage kommen, weiß niemand. "Ich kann nicht sagen, warum es jemand auf das BRK abgesehen haben sollte", erklärt Dippold. Dass ein Wohlfahrtsverband beziehungsweise eine Rettungsorganisation derart angegriffen werde, sehe er jedenfalls mit Sorge.

Für BRK-Kreisvorsitzenden Landrat Klaus Peter Söllner sind die Vorfälle unfassbar. "Das ist kein Spaß mehr. In der heutigen Zeit muss man offensichtlich mit allem rechnen." Die Verunsicherung sei groß, bei den nun bekannt gewordenen Vorfällen gingen die Leute davon aus, "dass es in die Reihe passt. Das wären schon merkwürdige Zufälle", so Söllner. Auch in einer Kreisvorstandssitzung des BRK habe man darüber gesprochen.

Der Brand des Wasserwacht-Fahrzeugs vor rund drei Wochen (die BR berichtete) hat nach den Worten des Landrats einen größeren Schaden angerichtet als bislang angenommen. "Die ganze Elektrik ist kaputt, wir brauchen den Wagen, der erst vor kurzem überholt worden ist, wohl nicht mehr reparieren lassen." Seine Vermutung angesichts des Schadens: "Wer das gemacht hat, muss wohl tiefergehende Kenntnisse gehabt haben, wie man ein Fahrzeug lahmlegen kann."

Ob die Fälle in Kupferberg, Kulmbach und Stadtsteinach tatsächlich zusammenhängen, das ist zwar Teil der Ermittlungen, "aber einen offensichtlichen Zusammenhang sehen die Ermittler nicht, außer dass es sich jedes Mal um BRK-Liegenschaften handelt", erklärt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Jürgen Stadter. Aber natürlich sei man aufgrund dieser Tatsache hellhörig und schaue genauer hin, sagte Stadter mit Blick auf die laufenden Untersuchungen.

Beim Brand des Wasserwacht-Fahrzeugs und beim Feuer an der ehemaligen Ruppert-Villa gehe man inzwischen "stark von vorsätzlicher Brandstiftung" aus. Das Feuer in der Feldküche in Kupferberg könne aber durch einen technischen Defekt ausgelöst worden sein.