Kulmbach
Einsatz

Baumann Druck in Kulmbach: Maschinenbrand in der Nachtschicht

Ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstand am Montag kurz vor Mitternacht bei einem Maschinenbrand in der Kulmbacher Firma Baumann Druck.
Kurz vor Mitternacht in der E.C.-Baumann-Straße: Die Feuerwehren aus Kulmbach und Höferänger mussten einen Maschinenbrand bei der Firma Baumann Druck bekämpfen.Peter Müller
Kurz vor Mitternacht in der E.C.-Baumann-Straße: Die Feuerwehren aus Kulmbach und Höferänger mussten einen Maschinenbrand bei der Firma Baumann Druck bekämpfen.Peter Müller
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Heute Vormittag, gegen 11 Uhr: Mit seinen Kollegen ist der Leiter des zentralen Druckereiservice bei der Firma Baumann Druck, Maximilian Wolharn, immer noch mit der Ursachenforschung und Fehleranalyse beschäftigt. Seit Mitternacht, kurz nachdem ein Maschinenbrand die Mannschaft der Nachtschicht in Aufregung versetzt hatte, hat er noch keine Minute geschlafen.


Riss in der Papierbahn

Das Feuer war gegen 23.30 Uhr in der "Lithoman 64" ausgebrochen. Mit der Maschine, die auf 64 Seiten ausgelegt ist, wird gerade eine Werbebeilage gedruckt, als die Mannschaft der Nachtschicht plötzlich einen Riss der Papierbahn beheben muss. Dabei bemerken die Mitarbeiter Rauch und stellen schließlich fest, dass der Trockner der Maschine in Flammen steht.

Sofort setzen die Drucker einen Notruf bei der Leitstelle der Feuerwehr ab. Bereits nach fünf Minuten ist die Feuerwehr Kulmbach mit 35 Mann vor Ort, wenig später treffen noch acht Aktive der FFW Höferänger ein. Unter der Leitung von Stadtbrandmeister Michael Weich können die Männer die Flammen mit Kohlensäure und unter Einsatz von vier Atemschutz-Trupps ersticken. Weich: "Wir haben vorsichtshalber eine Wasserversorgung aufgebaut und auch eingesetzt. Pulver und Schaum hatten wir in Bereitschaft, wurden aber nicht gebraucht."

Nach dem Ablöschen der Flammen kontrolliert die Feuerwehr die gesamte Verrohrung mit einer Wärmebildkamera und flutet die Vorkammer der Druckmaschine mit CO 2 .

Die Arbeit der Feuerwehren hatten zuvor drei Druckereimitarbeiter enorm erleichtert. Sie sorgten in vorbildlicher Weise mit den firmeneigenen Löschgeräten dafür, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte.


Ersthelfer hatten Glück

Dieser Einsatz war allerdings nicht ungefährlich, wie die drei tapferen Ersthelfer wenig später feststellten. Sie mussten sich vor Ort einer Untersuchung durch den Notarzt und den Rettungsdienst des BRK, das mit vier Fahrzeugen vor Ort war, unterziehen, weil sie giftige Rauchgase eingeatmet hatten. Glücklicherweise fiel der Befund für alle drei relativ glimpflich aus, so dass keiner von ihnen ins Krankenhaus transportiert werden musste.


Fehlersuche dauert an

Bei der Ursache dürfte es sich um einen technischen Defekt gehandelt haben. Der Leiter des zentralen Druckereiservice, Maximilian Wolharn, begann mit seinen Kollegen noch in der Nacht mit der Fehleranalyse. Zur Höhe des Schadens konnte er zunächst keine Angaben machen. In ersten Schätzungen war von einem Betrag bis zu 50 000 Euro die Rede, die Kosten für den Produktionsausfall noch außer Acht gelassen. Gestern Vormittag ging Maximilian Wolharn jedoch davon aus, dass die finanziellen Folgen des Maschinenbrandes nicht so gravierend ausfallen und sich im "flachen fünfstelligen Bereich" bewegen. "Ich bin vorsichtig optimistisch und hoffe, dass die Maschine im Lauf des Abends oder spätestens am Mittwoch wieder in Betrieb gehen kann", sagte er.

Beamte der Polizeiinspektion Kulmbach haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. "Hinweise auf ein Fremdverschulden ergaben sich hierbei bislang nicht", heißt es im Polizeibericht.
Die E.-C.-Baumann-Straße war für die Dauer des Einsatzes rund zwei Stunden lang komplett gesperrt. Dies führte insbesondere beim Liefer- und Zustellverkehr zu erheblichen Beeinträchtigungen.


Lob vom Einsatzleiter

Ein Sonderlob hatte Einsatzleiter Michael Weich für die Mitarbeiter der Firma Baumann Druck: "Der Löscherfolg ist nur ihrem vorbildlichen Handeln zu verdanken. Die Einsatzkräfte wurden so eingewiesen, dass sie den kürzesten Weg zum Brandherd hatten. Das ist nicht überall so. Und die Mitarbeiter sorgten mit ihren CO 2 -Löschern dafür, dass das Feuer die Maschine nicht verlassen und auf andere Gerätschaften übergreifen konnte - eine super Aktion."