Im vergangenen Jahr rollten die Bagger und machten die alte Weberei Häßler platt. Nach dem Abriss war zunächst Ruhe. Viele fragten sich, was denn wohl auf dem Gelände passieren wird. Ein Banner am Bauzaun verriet nur den Besitzer des Grundstücks: die Mainleus Invest. Die Firma hat sich auf Rückbaumaßnahmen, Immobilienentwicklung und Leerstandsmanagement spezialisiert. Nun tut sich was auf der Brache: Der Bau für das erste Unternehmen hat begonnen, das neu in die E.-C.-Baumann-Straße in unmittelbarer Nähe zu A.T.U. und Media-Markt ziehen wird: die Firma Würth.

Der Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial will dort Ende nächsten Jahres auf einer Teilfläche ein neues Fachmarktzentrum eröffnen und aus dem Industriegebiet Am Goldenen Feld wegziehen. Von den 8000 Quadratmetern wird Würth 2500 Quadratmeter beziehen. Wobei der Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial nicht selbst baut, sondern das Gebäude von Mainleus Invest mietet. Dass Mainleus Invest als noch relatives junges Unternehmen von einem Marktführer das Vertrauen ausgesprochen bekommen hat, freut Geschäftsführer Sebastian Türk besonders.

Wer kommt noch auf das Gelände? "Wir befinden uns hier noch in der Projektierung", erklärt Türk. Wenn es konkreter wird, dann hofft er wie im Fall von Würth wieder auf eine so gute Zusammenarbeit mit den Behörden. "Das Genehmigungsverfahren hat super funktioniert." Für die Umsetzung des neuen Würth verantwortlich ist Matthias Schmidt, Inhaber des gleichnamigen Kulmbacher Architekturbüros. "Wichtig ist für uns die Zeitschiene, damit alles rechtzeitig fertig ist", erklärt er die Herausforderung des Projekts, für dessen Realisierung er sich - wie sonst auch - um Firmen aus der Region bemüht hat. "Darauf legen wir Wert. Man kennt sich und weiß, mit wem man gut arbeiten kann."

Derzeit laufen die Erdarbeiten und die Tiefergründung der Fundamente, erklärt er den Bauablauf. Das eigentliche Gebäude werde mit Betonfertigteilen errichtet. Die Außenwände bestehen aus Sandwichplatten mit dem markanten Firmenfarben von Würth.

Die Adolf Würth GmbH & Co. KG ist Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial mit über 125 000 Produkten und über 650 000 Kunden aus Handwerk, Bau und Industrie. Das Unternehmen ist marktführend in Deutschland und beschäftigt über 7400 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund 2,2 Milliarden Euro.

"Mit dem Umzug möchten wir unseren Standort verbessern und das 2020 neu eingeführte Einrichtungskonzept auch in Kulmbach umsetzen", heißt es aus der Unternehmenszentrale in Künzelsau. Die Mitarbeiter am jetzigen Standort im Goldenen Feld werden den Umzug begleiten und im neuen Abholshop arbeiten. Das bedeutet, dass vorerst keine Arbeitsplätze entstehen werden.

Für das Areal in der E.-C.-Baumann-Straße 2b gab es schon früher Pläne.

Als die Stadt Kulmbach den Abbruch der Industriebrache genehmigt hatte, waren der Bau eines Postverteilzentrums und einer Dekra-Prüfstation im Gespräch.