Bastian Müller ist 28 Jahre alt. In Stadtsteinach kennen die meisten den "Basti" noch als Mitglied der katholischen Jugend und als Ministrant.

Inzwischen hat Bastian Müller Theologie studiert, aber nicht katholische Theologie, sondern evangelische. Am 1. März tritt er seine erste Vikariatsstelle an - in Forth in Erlangen-Höchstadt.


Vikariat dauert zweieinhalb Jahre

Aktuell zieht er aus seinem Elternhaus in Stadtsteinach aus und freut sich schon auf den neuen Lebensabschnitt. Zweieinhalb Jahre wird sein Vikariat dauern, dann ist Bastian Müller evangelischer Pfarrer. Er hat die Vision von einer Tätigkeit, in der er die ehrenamtlich tätigen stärkt und moderiert. "Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Ehrenamtliche predigen.
Mein Idealbild ist das ,Priestertum aller Getauften'", sagt Bastian Müller.

Jetzt hat er in der evangelischen Kirche in Stadtsteinach eine Gastpredigt gehalten und sich über volle Kirchenreihen gefreut. "Es ist immer etwas Besonderes, einen Gottesdienst vor Menschen, die man kennt zu halten. Meine Familie war natürlich da", sagt Müller. Aber persönlich möchte sich Bastian Müller nicht in den Vordergrund stellen, sondern mit der Gemeinde tätig werden.


Mutter katholisch - Vater evangelisch

"Meine Mutter ist katholisch, mein Vater ist evangelisch. Ich habe schon immer beide Kirchen gekannt. Weil in Stadtsteinach aber eher die katholische Kirche dominiert, war ich in der katholischen Jugend aktiv", erzählt Bastian Müller.

Nach dem Abitur am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium wollte er dann entweder Musik, Informatik oder Theologie studieren. Und er war sich lange nicht darüber im Klaren, ob evangelische oder katholische Theologie. Denn beide Kirchen lagen ihm am Herzen.


Bewusste Entscheidung

"Mir war es eigentlich immer egal, ob evangelisch oder katholisch", sagt Bastian Müller und betont, dass er sich mit seinem Übertritt zum evangelischen Glauben nicht von der katholischen Kirche abgewandt hat. "Das war nur ein standesamtlicher Akt", sagt Bastian Müller. "Ich habe dann ein Orientierungsjahr in Würzburg gemacht und mich dann ganz bewusst für evangelische Theologie entschieden", erzählt Müller.

Dieses Studium erschien ihm am Vielseitigsten und Flexibelsten. "Ich habe alte Sprachen gelernt - also Latein, Altgriechisch und Hebräisch", berichtet Bastian Müller. Im Studium war vieles an Humanwissenschaften, also Pädagogik und Psychologie dabei, auch Philosophie und systematische Theologie.


"Es hat sich einfach richtig angefühlt"

"Es ging sehr darum, dass man sich frei entfalten und zu einer eigenständigen Person entwickeln konnte", erklärt Müller. "Für mich hat es sich einfach richtig angefühlt, dass ich evangelische Theologie studiert habe", zieht er nach zwölf Semester eine Bilanz.

Jetzt gehe es darum, im Beruf Fuß zu fassen. Tatsächlich war Bastian Müller in Neuendettelsau und in Münster in Westfalen. Er war ein Jahr in Argentinien und hat in Buenos Aires Erfahrungen gesammelt. Und dann hat er noch in Leipzig studiert. Sein Examen hat er dann in Ansbach abgelegt.


Hochzeit vor wenigen Tagen

Während seines Theologiestudiums hat er seine heutige Frau Jana kennen und lieben gelernt. Erst vor wenigen Tagen haben die beiden geheiratet, aber bislang nur standesamtlich. Die kirchliche Trauung wollen beide noch nachholen.

"Meine Frau ist auch Vikarin, sie ist mir ein Jahr voraus", sagt Bastian Müller. Doch obwohl nicht zwei Vikare in einer Pfarrstelle tätig sein können, trennt das Ehepaar nur zehn Kilometer. Und natürlich werden beide in einer gemeinsamen Wohnung leben. Dort freut sich Bastian Müller schon darauf, dass er sein Hobby ausleben kann. Er kocht gerne. "Am liebsten mache ich Sachen wie Käsepätzle oder Dampfnudeln. Ich mache dann alles selber, und ich mag es gerne, wenn es gesellig ist und wenn Freunde kommen", sagt Bastian Müller . Außerdem hofft er, dass er in seiner neuen Gemeinde auch wieder ein bisschen Musik machen kann. Denn Bastian Müller ist leidenschaftlicher Klarinettist.