Am 23. Dezember 2013 wurde in der Zeitung darüber berichtet, dass der Erhalt des Bahnübergangs "Weiherweg" gesichert und in trockenen Tüchern sei. Jetzt hat der Gemeinderat in seiner Januar-Sitzung offiziell nachgezogen: Er hat am Montagabend beschlossen, dem Um- und Ausbau des Übergangs nach heutigen Erfordernissen zuzustimmen.

Ein Lächeln

Montagabend um 19.55 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses: Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Brigitte Rudolph. Soeben hat der Gemeinderat seinen Beschluss vom 1. Dezember 2011, den Bahnübergang "Weiherweg" zu schließen und die Zufahrt zu den Sportanlagen künftig über die Lindauer Straße und den Bau einer neuen Brücke am Weiherweg zu ermöglichen, revidiert. Rudolph war es, die im Frühjahr 2012 eine Aktion gegen diese Maßnahme initiiert und am 27.
Juli 2012 dem Bürgermeister eine Protest-Liste mit 50 Unterschriften überreicht hatte. Nachdem dieses Thema die Bürger dreieinhalb Jahre lang beschäftigt hatte, brauchte das Gremium jetzt gerade einmal 20 Minuten, um den vorliegenden Planentwurf der Deutschen Bahn AG abzusegnen und durchzuwinken.

Das ist geplant

Bürgermeister Werner Diersch (SPD-WG) erläuterte das Vorhaben: Alle schwierigen Kreuzungsgegebenheiten in diesem Bereich sind berücksichtigt worden. So wird es aus Richtung Bayreuth eine Linksabbiegerspur zum Weiherweg und ortsauswärts eine Rechtsabbiegerspur zum Weiherweg und eine Linksabbiegerspur zur Kompostier-Anlage geben. Den Verkehr auf der Staatsstraße regelt eine Ampelanlage, wie sie bereits am Übergang nach Fohlenhof beim früheren "Posten 70" installiert wurde. Schwierig war es, den Fußgängerverkehr unterzubringen. Als Lösung wird hier ein separater Übergang in Höhe der Einmündung nach Oberlaitsch vorgesehen. Damit wird die Kreuzung von Fußgängern und Radfahrern befreit.
Lediglich zwei Verbesserungen wurden in der Diskussion noch vorgebracht. Friedrich Weinlein (WB) bat darum, bei den beiden Fußwegen die Möglichkeit einer Beleuchtung vorzusehen. Emil Lauterbach (CSU/NWG) wollte die Asphaltierung der Verbindung zwischen dem bisherigen Rad- und Fußweg und der Anbindung an die Abbiegespur Weiherweg gesichert wissen.

Bis zu 1,1 Millionen Euro Kosten

Obwohl die Ermittlung der anfallenden Kosten noch aussteht, geht der Bürgermeister von 900 000 bis 1,1 Millionen Euro aus. Der entscheidende Punkt sei, dass die Maßnahme nach den Richtlinien des Eisenbahnkreuzungsgesetzes abgerechnet werden kann. Das heißt, die Gemeinde kann für ihren Drittelanteil mit der vollen Förderung von 65 bis 70 Prozent rechnen. Nachdem die Bahn mit dem Baubeginn frühestens im Herbst rechnet, werden die Arbeiten demnach den Haushalt 2015 belasten. Diersch: "Es war eine längere Geburt, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Wir haben durch unsere Anstrengungen eine wesentliche Verbesserung der Zuschüsse erreicht. Das ist eine Investition, die uns das wert, für die Gemeinde auch tragbar ist und kein Risiko für die Haushalte der folgenden Jahre darstellt."

Diersch dankt Ämtern

Er dankte den Ämtern, dass die Argumente der Gemeinde bei ihnen Zugang gefunden haben und bei ihren Entscheidungen berücksichtigt wurden. Und er betonte noch einmal, dass bei diesem Prozess der Protest der Bürgerinitiative eine Stütze und eine Hilfe war. Brigitte Rudolph war rundum zufrieden.