Die Deutsche Netz AG (Bahn) möchte im Bereich des Bahnhofs Stadtsteinach drei Weichen und drei Gleise entfernen. Die beiden Gleise vor dem Bahnhofsgebäude sowie jenes zum Schottersilo sollen bleiben. Zurückgebaut werden soll das Gleis, das noch vor dem Bahnhofsgebäude endet, und das Gleis auf der anderen Seite der Industriestraße vor der Firma STK. Außerdem das Endstück des zweiten Gleises am Bahnhof nach dem Bahnhofsgebäude sowie die Weichen zu den entsprechenden Gleisstücken.

Der Rückbau betrifft die Gleise und Weichen, die bereits seit langer Zeit nicht mehr benutzt werden und für deren Nutzung auch "keine Verträge mit Privaten mehr bestehen. Eine Wiederaufnahme der Nutzung dieser Gleise ist auch nicht zu erwarten", teilte die Bahn der Verwaltungsgemeinschaft Stadtsteinach schriftlich mit.

Soweit sich diese Gleise auf dem Grundstück der Bahn befinden, hat der Stadtrat keine Einwendungen. Nach dem Ausbau zweier Gleisstücke jeweils über die Industriestraße muss die Fahrbahn seitens der Bahn allerdings wieder hergestellt werden. Mit dem Ausbau des hinteren Teils des zweiten Bahnhofsgleises auf Bahngrund muss dann auch die Verlängerung über die Industriestraße auf städtischem Grund entfernt werden, erteilt die Stadt der Bahn als Auflage. Vor dessen Rückbau soll die Bahn allerdings zuerst Rücksprache mit der Firma Franken-Pellets nehmen, auf deren Betriebsgelände das betreffende Gleis führt.

Im Antwortschreiben an die Bahn soll auch der Pflegezustand des Bahnhofsgeländes angesprochen werden, der zu wünschen übrig lässt.


Brotzeit in Schichten

Grünes Licht gab der Stadtrat am Montagabend für die Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Bauhofs. Durch ein undichtes Heizungsrohr im Estrich des Gebäudes ist es zu Schäden bis ins Mauerwerk gekommen. Außerdem genügen die Sozialräume nicht mehr den hygienischen Vorschriften, es fehlen Umkleideräume und die Beschäftigten müssen wegen Platzmangels in Schichten Brotzeit machen. Es sollen neue Sozialräume angebaut und die bisherigen als Lager verwendet werden. Ein weiteres Lager soll von der Industriestraße gesehen an das Gebäude hinten angebaut, und der Stellplatz links soll überdacht werden.

Nach dem Planentwurf in Absprache mit dem Bauhof entstehen der Stadt hierfür geschätzte Kosten von 150 000 Euro. Der Wasserschaden ist versichert. Weitere 40 000 Euro wird die Erneuerung des Daches aus Asbestzement kosten.

Für den Turnhallenbau sind weitere Gewerke vergeben worden. Prallwände mit integrierten Gerätetoren und -türen baut die Firma Diaplan aus Freilassing zum Preis von 69 105,66 Euro. Den Sportboden verlegt die Firma Europ aus Westerkappeln für 44 271,09 Euro.


Neues Mehrzweckfahrzeug

Für die Feuerwehr wird ein neues Mehrzweckfahrzeug angeschafft. Der Stadtrat erteilte hierfür der Firma Compoint in Forchheim den Zuschlag. Das neue MZF kostet 71 792,70 Euro. Dafür sind im aktuellen Haushalt bereits 76 000 Euro vorgesehen, so dass davon ein Restbetrag für die digitale Funkausrüstung und für zwei Rollcontainer verwendet werden kann. Die Lieferzeit beträgt acht bis neun Monate.

Im Kreuzungsbereich Industrie-/Badstraße muss die Fahrbahn auf einer Fläche von 250 Quadratmetern von Grund auf erneuert werden. Den Zuschlag bekam die Stadtsteinacher Firma STK für ihr Angebot über 42 245,16 Euro. STK sagte den Bau noch für dieses Jahr zu. Die weiteren ortsansässigen Straßenbaufirmen konnten die Reparatur der Straße für dieses Jahr nicht mehr garantieren.

Keine Einwände hat der Bauausschuss des Stadtrates gegen den Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage am Lindenweg und gegen die Errichtung einer Unterstell- und Wartungshalle für Busse am Ortseingang von Oberzaubach.


Entscheidung über Glasfasernetzausbau vertagt

Ohne Diskussion erteilte der Stadtsteinacher Stadtrat in seiner Sitzung am Montag der Firma Reuther NetConsulting den Auftrag für einen Masterplan sowie für die Wirtschaftlichkeitsabwägung und weitere Beratung zum Bayerischen Breitband-Förderverfahren für ein die ganze Stadt umfassendes Netz mit Glasfaser-Verkabelung. Umso breiter entspann sich eine Diskussion darüber, ob ein stadteigenes komplettes Glasfasernetz für Stadtsteinach sinnvoll ist.

Gleich mit der bereits beschlossenen und anstehenden Oberflächensanierung von Lehenthaler Weg und Knollenstraße müsste man auch mit dem Glasfaserausbau beginnen, das hieße, jetzt eine Grundsatzentscheidung zu treffen.

Der Masterplan zu 31 535 Euro kostet die Stadt nichts. Er wird vollständig bezuschusst. Erstellt wird damit eine Gesamtanalyse der bestehenden Anbindungen sämtlicher etwa 1400 Häuser sowie ein Strukturplan für ein vollständiges Glasfasernetz für die Stadt. Firmenchef Siegbert Reuther plädierte dafür, einen solchen Plan dann auch tatsächlich umzusetzen. Dies sei in jedem Fall eine Investition für zukünftige Entwicklungen wie Telemedizin oder Verkehrssteuerung.

An der jetzt akuten Sanierung von Lehenthaler Weg und Knollenstraße über 700 Meter mit 49 anliegenden Häusern müsste man mit Zusatzkosten von 100 000 Euro, 2000 Euro pro Haus bis an dessen Grundstücksgrenze, rechnen. Den Anschluss ab Straße ins Haus träfe die Eigentümer selbst mit 200 bis 400 Euro, je nach Abstand von der Straße. Für die Nutzung des kommunalen Glasfasernetzes würde dann eine regelmäßige Gebühr anfallen.

"Mit einer Grundsatzentscheidung für Glasfaser würden wir ab sofort sämtliche Infrastrukturprojekte verteuern", stellte Klaus Witzgall (CSU) fest. Dabei sei gar nicht sicher, ob sich dann auch alle Anlieger anschließen ließen.

Man müsse zunächst am besten mit den Anliegern reden und sie auch auf die Vorteile einer solchen Anbindung aufmerksam machen, war der Stadtrat schließlich einer Meinung und vertagte die Entscheidung, im Zug der anstehenden Straßensanierung gleich Glasfaser verlegen zu lassen.


Eine Friedrich-Baur-Schule?

Im Dezember beauftragte der Stadtrat Bürgermeister Roland Wolfrum, bei der Friedrich-Baur-Stiftung anzufragen, ob diese mit einer Benennung der Stadtsteinacher Schule nach Friedrich Baur einverstanden wäre. Das Kuratorium der Stiftung hat der Stadt nun seine Zustimmung zur Namensgebung erteilt. Für eine Benennung der Schule mochte sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag trotzdem noch nicht entschließen.

"Der Vorschlag ist gut, wir wollen das aber erst in die öffentliche Diskussion geben," sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Witzgall. Mit dem Namen Baur verbinde man allgemein Burgkunstadt. Über dessen Verbindung mit Stadtsteinach wüssten die wenigsten Bescheid. Es gebe auch noch andere Vorschläge; man habe darüber erst kürzlich in der CSU-Hauptversammlung gesprochen. "Wer hat damals die Schule gebaut? Wer war damals Landrat?", deutete Wolfgang Heiß, CSU, Alternativen an, "obwohl Baur ein guter Vorschlag ist."

Karin Witzgall (SPD) zeigte sich von der Meinung der CSU sehr überrascht: "Wir haben uns das mit der Person doch lange überlegt, und der Bürgermeister hatte den Auftrag, konkret nachzufragen." Für die Freien Wähler gab Andy Sesselmann beiden Lagern recht, stellte aber fest, dass für die Benennung der Schule keine Eile sei. Schulleiter Michael Pfitzner soll nun auch in die Angelegenheit mit eingebunden werden.

Friedrich Baur wurde am 11. Mai 1890 in Stadtsteinach geboren. Er war eines von mehreren Kindern des königlich-bayerischen Notars Arthur Baur. Bedingt durch die wechselnden Dienstorte des Vaters besuchte er Schulen in Neu-Ulm, München und Bamberg. Er galt als begabter Schüler, gar als Primus.

Vor dem Ersten Weltkrieg hielt sich Baur in der damals britischen Kronkolonie Hongkong auf, um sich Erfahrungen im Außenhandel anzueignen, ab 1920 arbeitete er kurz für die Schuhfabrik Püls in Burgkunstadt, danach für eine Bamberger Schuhfabrik und später für die mit landwirtschaftlichen und Schuhbedarfs-Artikeln handelnde Firma Hühnlein in Burgkunstadt.

1925 gründete Baur schließlich zusammen mit seiner späteren Ehefrau Kathi einen Versandhandel, anfangs vor allem mit Schuhen. 1953 wurde die Friedrich-Baur-Stiftung eingerichtet, auf die nach dem Tod der Gesellschafter die Firmenanteile übergingen. "Im Mittelpunkt des Denkens und Handelns sollte immer der Mensch stehen", wird Friedrich Baur zitiert.