Fast auf den Tag genau vor 60 Jahren wurde die sogenannte Ostmarkstraße von Bad Berneck kommend über Himmelkron und bis Untersteinach ausgebaut. An der heutigen Bundesstraße 303, die ab Schweinfurt durch das östliche Unterfranken und das gesamte Oberfranken bis an die tschechische Grenze führt, wurden bereits 2000 und 2008 Deckensanierungen vorgenommen.

Acht Kilometer in zwei Abschnitten

Seit Montag ist die Firma Rädlinger aus Selbitz dabei, den acht Kilometer langen Streckenabschnitt von Himmelkron bis Ludwigschorgast herzurichten. Rund eine Million Euro fließen in das Projekt.

Zunächst ist die B 303 zwischen der Kreuzung Neuenmarkt/Wirsberg und Himmelkron gesperrt. Friedhelm Schmidt vom Staatlichen Bauamt Bayreuth zur Notwendigkeit der Sanierung: "Die Fahrbahn ist verschlissen. Insbesondere im Bereich der Ampelanlage am Knotenpunkt Neuenmarkt/Wirsberg haben wir massive Verdrückungen, Risse und Aufbrüche." Der Zustand sei "wirklich sehr marode".

Die Arbeiten zwischen Himmelkron und Ludwigschorgast erfolgen Schmidt zufolge in zwei Bauabschnitten. Der erste hat bereits begonnen, der zweite sei von Ludwigschorgast bis zur Ampelanlage Wirsberg geplant. Beide Abschnitte seien in etwa gleich lang. Für den ersten rechne er mit zweieinhalb bis drei Wochen. Ein ehrgeiziges Ziel, doch Schmidt ist zuversichtlich: "Die Firma Rädlinger ist sehr leistungsfähig." Der zweite Abschnitt werde ähnlich lange dauern. Anfang Juni solle die B 303 zwischen Himmelkron und Ludwigschorgast wieder frei befahrbar sein.

10 000 Fahrzeuge am Tag

Die täglichen Verkehrsmengen liegen in dem Streckenabschnitt bei 10 000 Fahrzeugen, wobei vor allem das Schwerlastaufkommen enorm ist.

Der Umleitungsverkehr soll weiträumig an der Baustelle vorbeigeleitet werden: über die Autobahnen 9 und 70 bis Unterbrücklein und die Bundesstraße 85 weiter bis nach Kulmbach. Zur Tatsache, dass die Verkehrsströme gegenwärtig auch durch Himmelkron, Schlömen und Neuenmarkt führen, merkt der Vertreter des Bauamts an: "Eine Umleitung ist lediglich eine Empfehlung, niemand wird gezwungen, die beschilderte Umleitung zu nutzen."

Flüsterasphalt bei Wirsberg

Derzeit ist ein Subunternehmer der Firma Rädlinger dabei, den Knotenbereich abzufräsen, teilweise bis zu einer Tiefe von zwölf Zentimetern. Zum Einbau kommt normales Asphaltmischgut aus der Anlage in Bad Berneck, nur im Bereich der Wirsberger Wohnbebauung wird ein lärmmindernder Belag aufgetragen. Hier erfüllt sich ein langgehegter Wunsch der Marktgemeinde Wirsberg.

Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) teilte dazu auf Anfrage mit, dass diese Forderung jetzt auch auf einer Länge von 1,2 bis 1,3 Kilometern umgesetzt werde.

Wie sich die Entwicklung auf dem Straßenbau geändert hat, wird an der Baustelle auch deutlich. Während früher der personelle Einsatz sehr hoch war, übernehmen die groben Arbeiten heute moderne Maschinen.

Eine weitere Deckensanierung wird derzeit übrigens an der Staatsstraße 2190 zwischen Azendorf und der Kulmbacher Landkreisgrenze.