Zu neunt sind sie ins Klinikum gekommen. Alle neun greifen nacheinander zum Stift und unterschreiben. Damit wollen sie deutlich machen: Ja, auch wir sind dafür, dass am Klinikum Kulmbach mehr Parkplätze zur Verfügung stehen.

Die neun kommen aus der Albrecht-Dürer-Straße: Irina Trukenbrod und ihre Familie, Karl Heinz Ramming und seine Schwiegertochter Nadia, Manfred Sallmann und Sabine Bredemeyer. Sie gehören zu denen, die sich im Sommer erfolgreich gegen die Pläne, ein Parkhaus zwischen dem Wendehammer am Klinikum und ihren Anwesen zu errichten, gewehrt haben.

Irina Trukenbrod hat geklagt. Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat ihr recht gegeben und die Parkhaus-Pläne kassiert.
Im Bemühen, neue Stellplätze zu schaffen, die für Mitarbeiter, Patienten und Besucher dringend notwendig sind, hat der Gerichtsentscheid den Klinikums-Zweckverband weit zurückgeworfen.Irina Trukenbrod und ihre Mitstreiter wollen nicht als Verhinderer dastehen. "Wir sind nicht die, die bremsen", sagt sie. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein Parkhaus. Wir sind sogar dafür, weil wir wissen, wie dringend zusätzliche Plätze gebraucht werden. Aber eben am richtigen Standort."

Deswegen hat sie nun auf der Liste unterschrieben, die seit Ende letzter Woche an der Pforte des Klinikums ausliegt. Deswegen unterschreiben auch ihr Nachbar Karl Heinz Ramming und seine Schwiegertochter Nadia. "Es gäbe durchaus andere, geeignete Standorte für ein Parkhaus" meint er - und verweist auf das Gelände zwischen dem Wendehammer und den Gebäuden des Schwesternwohnheimes. Und seine Schwiegertochter warnt davor, ein Wohngebiet zu zerstören, ohne Alternativen zu prüfen. "Wir haben volles Verständnis für die Patienten oder Besucher, die sich Parkplätze nahe am Klinikum wünschen. Aber das muss auch ohne Beeinträchtigung für uns möglich sein."

Was erwarten sich Irina Trukenbrod und ihre Nachbarn von der Unterschriftenaktion? Die leise Befürchtung ist da, dass womöglich die alten Pläne wieder auf den Tisch kommen könnten, dass man mit Verweis auf Hunderte oder Tausende von Unterschriften versuchen könnte, das Parkhaus am Hang oberhalb der Albrecht-Dürer-Straße doch noch zu bauen.

Aber für Familie Trukenbrod und die anderen Anwohner ist klar: Das werden sie nicht hinnehmen. "Wir erwarten von der Stadt und vom Zweckverband, dass das Gerichtsurteil akzeptiert und dass ein alternativer Standort für ein Parkhaus gesucht wird", sagt Irina Trukenbrod.

Sollte das nicht der Fall sein, ist für sie eines klar: "Dann werden wir wieder klagen." Das würde für all diejenigen, die sich dringend mehr Parkplätze wünschen, vor allem eines bedeuten: Viel Zeit, die ungenutzt verstreicht. "So ein Verfahren kann sich über Jahre hinziehen. Selbst wenn die Stadt einen zweiten Rechtsstreit gewinnen würde - bis das Parkhaus dann kommt, das dauert."

Die Anwohner wissen, wie dringend sich viele Menschen mehr Parkplätze wünschen.Damit die kommen, ohne Verzögerung - dafür haben sie gestern alle unterschrieben.