Der bekannte TV-Sternekoche Alexander Herrmann sprach in der Talkshow "3nach9" über dunkle Kapitel seines Lebens. Das ist Herrmanns Rezept bei Schicksalsschlägen.
Das Leben von Alexander Herrmann liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: Der Oberfranke führt vier Restaurants, eines davon ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Er ist beliebter TV-Koch und sitzt seit der Kommunalwahl im März 2026 für die CSU im Kreistag in Kulmbach. Doch seine Vergangenheit ist auch von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet.
In der ARD-Talkshow "3nach9" sprach der Sternekoch aus Wirsberg im Juli offen über die dunklen Kapitel seines Lebens. Mit neun Jahren verlor er seine Eltern bei einem Unfall. Sein eigenes Kind erkrankte an Krebs und musste 450 Tage in Behandlung - die Krankheit wurde besiegt. Auch er selbst erhielt die Diagnose Hautkrebs.
Kant-Zitat als Lebensmotto: Wie Alexander Herrmann mit Krisen umgeht
Moderator Giovanni di Lorenzo fragte den gebürtigen Kulmbacher voller Bewunderung, wie Herrmann all das überstanden habe. Der Gastronom antwortete mit einem Zitat von Immanuel Kant: "Ich kann, weil ich will, was ich muss." Es passierten einfach Dinge, die man nicht ausschließen könne. Die Achterbahn des Lebens höre nicht auf.
"Gerade die diversen Krebserkrankungen, die wir haben: In dem Moment, wo es hier ist, die Frage des Warums zu stellen, die darf man gern im ersten Moment des Trauerns machen - aber sie bringen dich nicht weiter", erklärte der 53-Jährige in der ARD-Talkshow. Das Warum spiele für den Weg nach vorne keine Rolle.
Ihm sei es gelungen, sich nicht zu lange im Warum zu verhaften, sondern den Weg nach vorne zu gehen. Das habe ihm immer viel geholfen. Viele Menschen würden in ein Gedankenkarussell geraten und sich fragen: "Was wenn?" Das sei gefährlich, weil man aus diesem Karussell nicht mehr herauskomme. Die bekannte Moderatorin Patrice Aminati muss sich schon mit 31 Jahren mit ihrem unheilbaren Krebsleiden auseinandersetzen. Darum macht sie ihre Krankheit öffentlich.
"Ich denke in Lösungen": Wirsberger Koch nennt Strategie gegen das Gedankenkarussell
Er habe eine natürliche Lösungsstruktur in sich. "Ich denke in Lösungen", so der Sternekoch. Das Verrückte sei, dass jede Lösung ein neues Problem schaffe - doch ihm gelinge es, eine gewisse Stärke mitzubringen. In der Sendung verriet er auch einen Kniff, mit dem er sich in jungen Jahren ein kleines Vermögen an Trinkgeld verdienen konnte.
Die Motivation habe man oder eben nicht. "Deswegen ist der Schicksalsschlag nur ein Teil des Lebens", so Herrmann. Moderator di Lorenzo zeigte sich beeindruckt: "Ich habe selten in einer Sendung von '3nach9' so viel übers Leben gelernt - auch durch Sie."