Wie Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD) auf Anfrage erklärte, endet der Vertrag zum Jahresende. Man sei übereingekommen, den Spielbetrieb bis zum Ende der Serie zu gewährleisten. Zum 1. Juni müsse der DJK/SV aber das Sportplatzgelände sauber und ordnungsgemäß an die Gemeinde zurückgeben.

"Die Kündigung ist rechtens", so Bürgermeister Gräbner. Er verweist diesbezüglich auf den Paragrafen 8 der Satzung, wonach der Pachtvertrag aufgelöst werden könne, wenn das Grundstück für ein Bauvorhaben benötigt werde, das öffentliches Interesse finde. Zwei Drittel des Sportgelände-Areals befänden sich im Eigentum der Gemeinde, das restliche Drittel - es sei überwiegend die Fläche, auf dem sich das Sportheim befinde - gehöre der Kirche.


Er wolle und könne sich vor einem Gespräch mit seinen Mandanten noch nicht dazu äußern, sagte der Rechtsanwalt des Vereins, Stefan Kollerer.

Interne Gespräche folgen

Mit der Kündigung des Pachtvertrags entstehe eine andere Situation, meinte der Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts, Jürgen Woll. In den nächsten Tagen sollen interne Gespräche stattfinden. Zudem soll die Regierung von Oberfranken mit einbezogen werden. Er gehe davon aus, so Woll, dass dem DJK/SV Zeyern übernächste Woche eine Antwort auf sein im September nachgereichtes, abgeändertes Vergleichsangebot erteilt wird.

Fakt sei, dass das Straßenbauamt ein anderes Angebot als Anfang August dem Sportverein unterbreitet einreichen wird. Unter anderem sah dieses Angebot die Erstellung eines Ersatzsportplatzes und eines kleinen Sportheimes mit Umkleidekabinen sowie Verpflegungsstation vor.


Wie geht es weiter?

Sollte nun mit der Kündigung grünes Licht für die Ortsumgehung Zeyern kommen, könnte im günstigsten Fall im Jahr 2014 mit den naturschutzrechtlichen Arbeiten und dem Brückenbau begonnen werden. Der Straßenbau selbst könnte frühestens 2015 in Angriff genommen werden. "Allerdings", so Woll, "müssen die Finanzmittel feststehen".

Und diese für das Jahr 2013 bewilligten zwölf Millionen Euro stehen auf der Kippe. Wie von MdB Hans Michelbach (CSU) zu erfahren war, befinden sich derzeit alle beabsichtigten Maßnahmen unter einem Finanzierungsvorbehalt. Im Zuge der Koalitionsverhandlungen seien von der SPD-Seite viele neue Wünsche herangebracht wurden. "Es befindet sich also alles im Fluss", erklärte der Abgeordnete. Er könne deshalb im Moment keine verbindliche Aussage machen.


Ein Kraftakt

"Das Pulver ist ein Stück weit verschossen", so MdL Jürgen Baumgärtner (CSU). Er wies auf die Schwierigkeiten hin, Finanzmittel für die Ortsumgehung Zeyern für 2013 zu erhalten. "Mit welchen Argumenten sollen wir jetzt kommen?", fügte er an. Baumgärtner sprach von einem enormen Kraftakt, der bewältigt werden müsse, um die Mittel erneut zu bekommen. Er redete von einem Fiasko, das einem Gemeindeoberhaupt nicht hätte passieren dürfen.


Behörde war informiert

Seitens der Regierung von Oberfranken war zu hören, dass die Behörde hinsichtlich der Überlegungen über die Kündigung des Vertrages informiert war. Jetzt, nachdem die Kündigung ausgesprochen ist, entscheidet letztlich der Verwaltungsgerichtshof über die Auswirkungen des laufenden Gerichtsverfahrens.

Die Regierung ist der Überzeugung, dass das Klageverfahren zugunsten des Freistaats Bayern entschieden wird.