Allzu viele E-Autos sind auf den Straßen im Landkreis Kronach noch nicht unterwegs. Doch das könnte auch einen guten Grund haben, wie Landrat Klaus Löffler (CSU) in einer Sitzung des Kreisausschusses im Februar feststellte: "Wer schafft sich denn ein Elektroauto an, wenn er es nirgends laden kann?" Eine gute Frage. Denn im Landkreis gibt es aktuell nur einige wenige E-Ladesäulen, die öffentlich zugänglich sind.


Antrag wurde komplett bewilligt

Doch das wird sich nun ändern: Zehn neue E-Ladesäulen werden im Kreis Kronach errichtet. Ein Förderprogramm hat das möglich gemacht. Der Antrag, den die Kreisverwaltung im Nachgang der Kreisausschuss-Sitzung im Februar dieses Jahres gestellt hat, wurde komplett bewilligt. In Kooperation mit dem Bayernwerk hat die Kreisverwaltung im Rahmen des ersten Förderaufrufs vom 15. Februar 2017 Fördermittel beantragt - gemäß der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Deutschland.


Das sind die Standorte

Ende April bekam der Landkreis die Zusage für folgende Standorte: ein Schnell- und ein Normal-Ladepunkt an der Europabrücke in Kronach sowie zwei Normal-Ladepunkte an der Touristinfo in Steinwiesen, am Freizeitzentrum in Steinbach am Wald und ein Normal-Ladepunkt in Kronach am Kreiskulturraum sowie am Kronacher Schulzentrum. "Unser Engagement hat sich diesbezüglich gelohnt. Uns ist es gelungen, die Fördermittel abzugreifen", sagt Landrat Klaus Löffler stolz zu Beginn der Kreisausschuss-Sitzung.

Die Gesamtinvestition beläuft sich auf knapp 85 000 Euro - 33 642 Euro werden durch die Fördermittel finanziert (39,4 Prozent). Der Rest kommt aus Eigenmitteln des Landkreises. In den nächsten Monaten sei bereits die Errichtung der E-Ladepunkte geplant.



E-Ladesäulen und die Fördermittel waren bereits im Februar Thema im Kreisausschuss

Damaliger Beschluss Bereits im Kreisausschuss am 6. Februar haben sich die Mitglieder mit dem Thema E-Ladesäulen im Landkreis und den Fördermitteln auseinandergesetzt. Ab dem 9. Februar gab es die Möglichkeit, sich für das Förderprogramm anzumelden, das E-Ladestationen mit bis zu 40 Prozent unterstützt.

Das Gremium war sich schnell einig, einen Beitrag zur E-Mobilität im Landkreis leisten zu wollen. Es stellte sich nur noch die Frage wo und in welche Ladesäulen investiert werden soll. Timo Erhardt (SPD), Bürgermeister von Ludwigsstadt, machte damals deutlich, dass man erst einmal klar definieren müsse, für wen man das mache.

Da im Landkreis momentan sehr wenige E-Autos angemeldet sind, liege die Antwort auf der Hand: Erhardt sieht den Schwerpunkt bei Touristen. Danach müsse man die Standorte auswählen. Edgar Müller, Kommunalbetreuer der Bayernwerk AG, klärte die Räte im Februar noch über zwei verschiedene Modelle der Ladesäulen auf. Eine Schnellladesäule mit bis zu 100 kW und einem Preis von 13 475 Euro plus 2639 Euro für die Installation oder eine Normalladesäule mit bis zu 22 kW und einem Preis von 2309 Euro und Installationskosten von 1099 Euro.

Schon damals tendierten die Mitglieder aus finanziellen Gründen zu den Normalladesäulen und zogen nur für die Kreisstadt eine Schnellladesäule in Betracht. Um die monatlichen Servicegebühren müssten sich die jeweiligen Standortgemeinden kümmern. Bei einer Normalladesäulen liegen diese bei 59 Euro und bei einer Schnellladesäule bei 99 Euro. lk