Nach den Informationen durch Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) und der Ingenieure Elke Stephan und Stephan Ströhlein vom Ingenieurbüro SRP Kronach, gab es kritische Wortmeldungen.

Von der Verwaltung wurden in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro zwei Varianten zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Gesamtkosten für Variante eins, mit neuem Pumpwerk, Neubau von Wasserleitungen und der Sanierung des Hochbehälters, der auch weiter zur Trinkwasserversorgung genutzt wird, inklusive Ingenieurleistungen, würden sich auf geschätzte 933 000 Euro belaufen.

Bei Variante zwei wird der Hochbehälter rein für Feuerlöschzwecke genutzt und dient nicht mehr der Wasserversorgung.
Die Wasserversorgung wird mit einer größeren Pumpe mit einer Förderung von 54 Kubikmeter per Stunde gewährleistet.

Der Vorteil wäre, dass die hohen Sanierungskosten des Hochbehälters (rund 175 000 Euro, zudem Leitungserneuerungen etwa 150 000 Euro), entfallen und sich ein verfügbarer Löschwasservorrat für die Einzelanwesen von zweimal 48 Kubikmeter per Stunde aus der Leitung, für Eichenbühl zweimal 48 Kubikmeter per Stunde aus der Leitung plus 80 Kubikmeter aus dem Hochbehälter und 30 Kubikmeter aus einem Löschwasserbehälter als Wassersicherheit ergeben.

"Wir sollten uns kritischer mit Ingenieurleistungen auseinandersetzen"

Als Nachteil muss die geminderte Wasserversorgung bei Stromausfall gesehen werden. Um längere Wasserversorgungslücken zu verhindern, wird das Pumpwerk mit einer Notstromversorgung ausgestattet. Für diese Variante 2, die das Pumpwerk, die Wasserleitungen und Ingenieurleistungen beinhaltet, hat das Ingenieurbüro die Gesamtkosten auf rund 653 000 Euro geschätzt.

Heinz Roth (FW) sah sich nach diesen Ausführungen unzureichend informiert, hatte Zweifel an der Korrektheit der Sitzungsunterlagen. Er hatte den Eindruck, "es wird uns etwas vorgegaukelt". "Wir sollten uns kritischer mit Ingenieurleistungen auseinandersetzen", war seine Aufforderung an die Räte.

Er appellierte an die Räte, nach Gewissen zu entscheiden, "und bei diesen Kosten habe ich ein schlechtes Gewissen". Es hätten bei vorherigen Vorstellungen des Wasserversorgungskonzeptes ganz andere Kosten im Raum gestanden. Er forderte das Gremium auf, nicht zuzustimmen und brachte gleichzeitig eine weitere Variante über einen Anschluss über den Hochbehälter in Wildenberg in die Debatte.

Herbert Spindler (FW) und Alexander Bauer (CSU) bekräftigten diese Vorgehensweise. Obwohl Bürgermeister Herrmann darauf aufmerksam machte, dass diese Variante vom Gemeinderat schon diskutiert und verworfen worden sei, plädierte Herbert Spindler mit einen Geschäftsordnungsantrag für die Aufnahme einer nochmaligen Überprüfung der Wildenberg- Variante. Dem Antrag wurde mit 9:7 stattgegeben. Enttäuscht kommentierte das Gemeindeoberhaupt nur, dadurch werden wir wieder an Zeit verlieren.

Leichter fiel eine anschließende Entscheidung zur Auftragsvergabe zur Anschaffung von zwei neuen Filterkesseln im Wasserwerk Weißenbrunn. Die preisgünstigste Firma, WBG Kulmbach, erhielt den Auftrag für den Einbau für 82 968 Euro. Ein detaillierter Nachweis der im Leistungsverzeichnis beschriebenen Filterspezifikationen wird vor der Fertigung vom Kesselhersteller geliefert. Das wurde dem Beschluss als Voraussetzung für die Auftragsvergabe hinzugefügt.

Zum Einbau der Filterkessel wird es nötig, das Dach des Wasserwerkes zu öffnen. Klaus Hannweber (FW) wollte hierzu Kostenangaben. Der Bürgermeister verwies auf eine Bauausschusssitzung am 4. Februar, in der über diesen Punkt gesondert entschieden und das Ratsgremium vorher durch Bauamtsleiter Jürgen Fenner ausführlich informiert werde.

Antrag abgelehnt

Ein Antrag der evangelisch- lutherischen Gesamtverwaltungsstelle Michelau auf Zuwendung für die Dachstuhlsanierung der Dreieinigkeitskirche in Weißenbrunn wurde negativ beschieden. Für Irritation sorgte eine Aussage des Bürgermeisters, der schon im Vorfeld dieser Sitzung der evangelischen Kirche mitteilte, dass ein Zuschuss aufgrund der haushaltslosen Zeit der Gemeinde rechtlich nicht möglich sei.

Freiwillige Leistung

"Aufgrund dieser Aussage müssen wir gar nicht über den Antrag abstimmen", meinte Klaus Hannweber und stellte dazu einen Antrag zur Geschäftsordnung. Der Bürgermeister sah dies anders. Schließlich wolle er der Entscheidung des Gremiums nicht vorgreifen und habe lediglich die Rechtslage erörtert. Nach Rücksprache mit der Rechtsaufsicht handelt es sich um freiwillige Leistungen, die aber in haushaltsloser Zeit in der Haushaltskonsolidierungsphase der Gemeinde nicht genehmigt werden können. Der Antrag von Hannweber wurde mit 6:11 Stimmen abgelehnt.

Mehrheitlich folgten die Räte dem Vorschlag des Bürgermeisters und lehnten einen Zuschuss an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weißenbrunn zur Dachstuhlsanierung der Dreieinigkeitskirche ab.
Zur Information gab der Bürgermeister ein Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 8. Dezember bekannt.

Darin teilt die Regierung Oberfrankens mit, dass der Gemeinde Weißenbrunn im Rahmen der Bedarfszuweisungen eine Stabilisierungshilfe in Höhe von eine Million Euro bewilligt wurde. Entgegen bisheriger Bestimmungen dürfen von dieser Stabilisierungshilfe maximal 250 000 Euro für dringenden Investitionsbedarf in der Gemeinde verwendet werden können.