Wird die Corona-Pandemie die Gemeinde Weißenbrunn eventuell um ihre Fördermittel für die Revitalisierung des Paradiesplatzes mit Sanierung des Alten Rathauses und Neubau des Brauer- und Büttnermuseums bringen? Diese Frage, die in der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Ratsgremium behandelt wurde, wird wohl die Räte noch einige Zeit beschäftigen. Derzeit kann man nur noch hoffen, da das Programm "Förderoffensive Nordostbayern" zum 31. Dezember dieses Jahres ausläuft.

Dabei hätte man alle Termine einhalten können, wenn nicht der zweite Lockdown der Corona-Pandemie alles verhagelt hätte. Zugegeben, so Bürgermeister Jörg Neubauer, es handelte sich um "sportliche" Terminvorgaben, die man sich gesetzt hatte, aber alle waren auch dementsprechend aktiv und guter Dinge. Der Bürgermeister rief die diesbezüglichen Aktivitäten der vergangenen Monate nochmals in Erinnerung.

Am 23. Oktober tagte das Kolloquium in der Leßbachtalhalle. Elf von insgesamt 88 Bewerbern wurden zuvor unter notarieller Aufsicht ausgelost und vier Bewerber wurden von der Gemeinde vorgeschlagen. Sie waren aus ganz Deutschland nach Weißenbrunn angereist. Sie präsentierten ihre Vorstellungen zum Architektenwettbewerb über die Sanierung des Alten Rathauses und den Neubau des Brauer- und Büttnermuseums mit Gestaltung der Freianlagen am Paradiesplatz dem anwesenden Preisrichtergremium. Der Abgabetermin für die Planunterlagen und ein Modell wurden für 1. Dezember vereinbart. Am 8. Dezember sollte der Architektenwettbewerb stattfinden. Die Verwaltung war bemüht, den Wettbewerb unter größten hygienischen Vorsichtsmaßnahmen zu organisieren. Leider war dies jedoch aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse des Pandemie-Geschehens nicht möglich, so dass der Wettbewerb zu diesem Termin abgesagt werden musste.

Nach Rücksprache mit dem betreuenden Architekturbüro SHL Weiden wurde vereinbart, dass die Frist für die Einreichung der Arbeiten der teilnehmenden Architekturbüros nicht verschoben wird, um keinen Wettbewerbsnachteil für die Büros zu schaffen, die die Arbeiten innerhalb der Frist bereits abgegeben hatten. Dem Wettbewerbsbetreuer liegen somit die Arbeiten vor. Eine Einsichtnahme in die Arbeiten vor einem neuen Termin mit dem Preisgericht wird nicht gestattet. Nach Rücksprache mit dem ALE will man den Wettbewerb abwarten und dann eine Entscheidung über die Fördergelder fällen. Das ALE wird alles versuchen, um die Fördergelder an die Gemeinde Weißenbrunn, wie vorgesehen, aufrechtzuerhalten.

Bürgermeister Neubauer sprach von äußerst unglücklichen Umständen, wobei aber die Gemeinde Weißenbrunn alle Auflagen und Vorgaben erfüllt habe und den Terminausfall nicht zu verschulden hat.

Das Gremium beschloss, wie jedes Jahr, auch wieder für das Jahr 2020 gemeinnützige Organisationen, die auch in Weißenbrunn tätig sind, finanziell zu unterstützen. Die Diakoniestation erhält einen Zuschuss von 0,53 Euro pro Einwohner. Bei 1573 evangelischen Christen macht dies 833,69 Euro. Für den Caritasverband für den Landkreis Kronach errechnen sich bei 886 katholischen Einwohnern 469,58 Euro an Zuschuss. Der Volkshochschule Kreis Kronach werden die gemeindlichen Räume, Bürgerhaus Thonberg, Mehrzweckhaus Weißenbrunn und Leßbachtalhalle, kostenlos für Veranstaltungen der VHS überlassen und zudem wird ein Zuschuss von 150 Euro für das Jahr 2020 gewährt.

Für den Antrag der Schwimmbadfreunde Weißenbrunn auf Auszahlung des Betriebskostendefizits übernahm Zweiter Bürgermeister Michael Gödel den Sitzungsvorsitz. Bürgermeister Neubauer als Vereinsvorsitzender und Ruth Tölg als Kassiererin waren von der Abstimmung ausgeschlossen. Einstimmig wurden nach geringen Kürzungen für das Jahr 2020 9632,57 Euro als Betriebsdefizit mit 13:0 Stimmen zur Auszahlung anerkannt.

Optimistischer Blick auf 2021

Vor der Sitzung waren sich die Fraktionen einig, heuer keine großen Worte des Dankes mit Lob und Tadel, wie sonst üblich, zu sprechen. Bürgermeister Jörg Neubauer bat darum, eine Zusammenfassung zu geben, womit Einverständnis herrschte. Der seit Mai fungierende neue Gemeinderat habe sich trotz des schweren Starts wegen der Pandemie gut zusammengefunden, meinte der Rathauschef.

In seinem Blick nach vorne sah er vor allem in dem in Hummendorf geplanten Senioren- Wohnkomplex im Gebiet Schiefermühleweine weittragende Veränderung und hoffnungsvolle Perspektive. Es handle sich um ein Zig-Millionen-Projekt, mit dem der Investor sobald wie möglich loslegen möchte. Für die Dorferneuerung Hummendorf und Straßenausbau laufen noch entsprechende Grundstücksverhandlungen beziehungsweise stehen Notartermine an. Das "Alte Schloss" sei in Privathände veräußert worden und soll eine Neugestaltung erfahren.

Alles in allem meinte der Bürgermeister, man könne mit Zuversicht und Optimismus ins kommende Jahr blicken.