"In letzter Zeit haben sich Beschwerden über frei laufende Hunde gehäuft. Wir wollen nicht warten, bis vielleicht einmal etwas passiert", verdeutlichte Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD). Die Gemeinde könne wegen einer Anleinpflicht Einzelfall-Anordnungen oder allgemein verbindliche Regelungen in Form einer Verordnung erlassen, führte sie aus. Das Gesetz biete die Möglichkeit, per Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden auf öffentlichen Anlagen sowie Straßen und Wegen einzuschränken.


Endlich eine Handhabe


"Bis jetzt hatten wir keine große Handhabe, wenn Tierhalter ihre großen Hunde frei her umlaufen ließen. Mit der neuen Verordnung können wir jetzt dagegen vorgehen. Manche sind halt nur über den Geldbeutel zu überzeugen", war sich die Bürgermeisterin sicher.
Mit der Regelung wolle man keinen Reibach machen oder gar einen "Hunde-Sheriff" beauftragen, betonte Ritter. Vielmehr wolle man auf einem Formblatt denjenigen, der sich über eine Zuwiderhandlung beschwert, unterschreiben lassen. Den Namen des Zeugen werde man dem Hundehalter nicht nennen. Herausgeben müsse man ihn jedoch, wenn der Tierbesitzer gegen das Bußgeld vorgehe.

Mit dem Erlass der Verordnung sei es nicht getan, so Ritter. Man brauche Hinweise aus der Bevölkerung, was durchaus Rückgrat erfordere. Ähnlich äußerte sich Katja Scherbel (SPD): "Die Leute erwarten, dass wir etwas machen. Aber sagen will niemand etwas." Zweiter Bürgermeister Siegfried Stubrach (parteilos) erachtete die Verordnung als "gute Sache". In Städten sei eine solche Regelung prinzipiell üblich.


Wo gilt der Leinenzwang?


Laut der Bürgermeisterin müssen in einem ausreichenden Maß geeignete öffentliche Flächen vom Leinenzwang ausgenommen werden, um dem natürlichen Bewegungsbedürfnis der Hunde Rechnung zu tragen. Der Leinenzwang gilt im gesamten Ortsbereich sowie außerorts, von der Kirchstraße über den Friedhof, den Sportplatz sowie der Kapelle zur Kapellenstraße.

"Zuwiderhandlungen stellen Ordnungswidrigkeiten dar und werden mit Geldbußen belegt", betonte Ritter. Hundehalter, die vorsätzlich oder fahrlässig einen Kampfhund oder großen Hund nicht an der Leine führen, werden mit 100 Euro zur Kasse gebeten. Wenn man diese nicht an einer reißfesten oder an einer mehr als drei Meter langen Leine führt, werden 30 Euro fällig. Es gibt keine zeitlichen Einschränkungen. Als große Hunde gelten Tiere mit einer Schulterhöhe ab 50 Zentimetern.