Mit dem Versuch, eine große Flüchtlingsunterkunft in der Industriestraße anzusiedeln, ist der Weismainer Bauunternehmer Alois Dechant an den politischen Entscheidungsträgern gescheitert. In einer Besprechung des Landtagsabgeorndeten Jürgen Baumgärtner (CSU) mit Landrat Oswald Marr (SPD) und mehreren Bürgermeistern wurde Sammelunterkünften für Hunderte Flüchtlinge eine Absage erteilt. Dennoch hat Dechant sein Ziel nicht aufgegeben, eine entsprechende Einrichtung im Landkreis zu errichten. Vorbild für derartige Gebäude sollen die Häuser sein, die er in Weismain für Flüchtlinge hat bauen lassen.

Wie Dechant auf unsere Anfrage bestätigt, hat er vor, eine neue Idee für eine Sammelunterkunft in Kronach auf den Tisch zu bringen. In Fröschbrunn, nahe dem dortigen Autohändler, würde er gerne ein Gebäude errichten. Für circa 80 Personen sind solche Häuser ausgelegt. Für dieses Vorhaben möchte Dechant nun einen Plan einreichen. Quasi als Testballon. Der Bauunternehmer hat nämlich weitere Optionen. Er hält es allerdings nur für sinnvoll, diese zu ziehen, falls das Gebäude in Fröschbrunn genehmigt wird. Dieses wäre aus seiner Sicht am kurzfristigsten umzusetzen.


Ein Haus als Musterbeispiel

"Wir probieren es jetzt erstmal mit einem Haus und wollen zeigen, wie es funktioniert", so Dechant, der sein System für Flüchtlinge als sinnvoller erachtet als deren Aufteilung auf viele kleine Unterkünfte. Ein weiteres Grundstück, dass sein Interesse geweckt hat, liegt in der Rodacher Straße gegenüber dem künftigen Feuerwehrhaus. Weiterhin hat Dechant das ehemalige Gebäude des Technischen Hilfswerks am Kreuzberg im Blick. "Dafür befinden wir uns in Vorgesprächen", erklärt der Bauunternehmer. Auf Grund der Lage inmitten eines Wohngebietes hält er diese Lösung jedoch für die unwahrscheinlichste.

Weitere Grundstücke sind ihm in Küps und Weißenbrunn angeboten worden. Zunächst will er aber die Entwicklung seines Kronacher Vorhabens vorantreiben. In Küps stellt sich ihm zudem das Problem, dass dort mit dem Hotel Hubertus bereits ein Objekt zu einer Sammelunterkunft umfunktioniert werden soll (der FT berichtete). Dieses Vorgehen bedauert Dechant. Durch solche Maßnahmen gehen seiner Meinung nach Betten verloren, welche die Region für den Tourismus gut brauchen könnte. "Es ist schade, wenn jetzt schon Hotels ausgeräumt werden", betont er.


Dechants Vorhaben im Vergleich

Alois Dechant hofft, sich mit seinem neuen Plan den politischen Vorstellungen anzunähern. Im ursprünglichen Konzept für die Industriestraße hatte er vier Gebäude für über 300 Personen vorgesehen. Im weiteren Verlauf hatte er den Plan auf zwei Gebäude für rund 160 Menschen abgespeckt. Die Politiker möchten aber keine Sammelunterkünfte für mehr als 50 Flüchtlinge. Jetzt kommt Dechant bei 80 Plätzen an.