Tierheim Kronach vermittelt Katzen: "Vielleicht haben Sie in der letzten Zeit ja schon einmal gelesen, dass wir im Tierheim Kronach 24 Katzen auf einen Schlag aufgenommen haben", teilt das Tierheim in einer Pressemitteilung mit. Die Großfamilie - Brüder, Schwestern, Mütter, Väter, Onkel, Tanten und Cousinen - lebte demnach auf einem Bauernhof, wo sie eine Scheune als Unterschlupf bezogen hatte. Als diese Scheune nun abgerissen wurde, hatten die Samtpfoten kein Dach über dem Kopf mehr und da sie ohnehin nicht gern gesehen, sondern bestenfalls geduldet waren, wurden sie nach und nach eingefangen und ins Tierheim gebracht, wo sie natürlich erst einmal kastriert, geimpft und entwurmt wurden – ein Kraftakt, und zwar finanziell, platzmäßig und organisatorisch.

Ein paar einzelne Mitglieder der Katzenfamilie haben wir bereits vorgestellt, die dann alle Gott sei Dank schnell in neue Familien umziehen durften. Dies waren diejenigen, die schon allein aufgrund ihrer Farben etwas aus der Masse herausgestochen sind (blaugrau, hellgrau, siamfarben etc.). Auf diese Weise konnten wir die Hälfte unserer Neuzugänge gut unterbringen. Übrig geblieben sind nun die Kandidaten, deren Fell keine Besonderheiten aufweist. Dies sind drei ganz „normal“ grau getigerte Katzen (alle drei weiblich) und vor allem viele schwarze Katzen – genau 10 an der Zahl (acht ebenfalls weiblich, nur zwei männlich). Alle Katzen befinden sich im Alter zwischen 8 Monaten und etwa 2 Jahren.

Da alle unsere Bauernhofkatzen noch kaum Kontakt mit Menschen hatten, recht verwildert aufgewachsen sind und sich im Moment gern noch als kleine Kratzbürstchen aufspielen, können wir nun mit Fug und Recht sagen, dass wir die „Wilde Dreizehn“ im Tierheim haben.

Leider ist es kein Geheimnis, dass es die schwarzen Katzen am schwersten haben, wenn es darum geht, Liebhaber zu finden. Die meisten Menschen bevorzugen andere, ausgefallenere Farben. Dabei haben die pechschwarzen Stubentiger mit ihren gelben Augen, die aus dem schwarzen Fell herausleuchten, doch auch ihren Reiz! Wir möchten daher besonders eine Lanze für die schwarzen Katzen brechen, denn: Auch black cats matter!!!

Schließlich haben sie sich weder ihr Aussehen noch ihr Schicksal selbst ausgesucht, sondern sind nur deswegen auf der Welt, weil wir Menschen es trotz unzähliger Appelle von Tierschutzorganisationen immer noch nicht geschafft haben, alle frei laufenden Katzen kastrieren zu lassen. So kommen immer mehr auf die Welt, die nichts für die ganze Misere können, aber auch das Recht auf ein glückliches Leben haben.

Nun suchen wir händeringend Plätze für unsere scheuen Wildfänge, da unsere beiden Katzenzimmer total überfüllt sind und uns der Platz blockiert wird, den wir für weitere Notfälle dringend bräuchten. Außerdem sind die Bauernhofkatzen, die vorher nie in einem Haus waren und ihre Freiheit gewöhnt sind, verständlicherweise in der Enge unserer Katzengehege kreuzunglücklich.

Doch wie Katzen vermitteln, die mit uns Menschen nichts zu tun haben wollen? Im Moment lässt sich noch keine einzige anfassen, von streicheln ganz zu schweigen. Die meisten reißen sofort aus und fauchen, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Da die Mehrheit der Katzen aber noch recht jung ist – geboren zwischen Frühjahr und Herbst 2020 -, haben wir die Hoffnung, dass sie sich mit der Zeit doch noch aus ihren Schneckenhäusern locken lassen. Ein Anfang ist bereits gemacht, denn zumindest die jüngeren sind bereits sehr neugierig und aufgeschlossen und durchaus bereit, so langsam Vertrauen zu fassen. Damit dieser Prozess noch weitergeht, braucht es nun Menschen mit viel Katzenverstand, Geduld und Liebe.

Gesucht werden daher Katzenliebhaber, die eine oder besser zwei unserer Kratzbürstchen bei sich aufnehmen, ohne anfangs allzu hohe Erwartungen zu haben. Herausgerissen aus ihrer inzwischen gewohnten Tierheim-Umgebung und der Sicherheit all ihrer Kumpels werden sie erst mal wieder einen kleinen Rückschritt machen und sich erneut verschließen und verstecken. Dann heißt es, nicht enttäuscht zu sein, sondern Geduld zu haben und abzuwarten.

Kleine Kinder wären nicht so ideal, denn diese haben meist nicht genug Geduld und möchten die Samtpfoten gerne gleich streicheln – aber das geht eben im Moment noch nicht. Dafür muss aber mindestens eine weitere Katze vorhanden sein. Gern würden auch immer jeweils zwei Mitglieder unserer Großfamilie zusammen bleiben. Unsere Kratzbürstchen haben noch nie ohne Kumpel gelebt. Sie sind sehr auf andere Katzen bezogen, suchen deren Nähe und kuscheln mit ihnen zusammen im Körbchen. Ganz allein in fremder Umgebung würden sie sich sehr verloren vorkommen. Sie brauchen einfach einen Samtpfoten-Freund zur Gesellschaft und Rückenstärkung.

Bei uns im Katzenzimmer sind unsere Wildfänge übrigens erstaunlich sauber und so denken wir, dass sie sich auch in einem Haus benehmen können – ein anfängliches Malheur kann natürlich immer mal passieren, bis sie sicher wissen, wo das Klo steht.

Sie sind übrigens alle richtige Leckermäulchen und geradezu versessen auf Katzenmilch. Wenn sie sehen, dass man einen dieser kleinen Tetra-Packs öffnet, fallen ihnen schon fast die Augen aus dem Kopf und sie können es kaum erwarten, bis man das Zimmer verlässt (vorher trauen sie sich in der Regel nicht heran). Aber Vorsicht! Man sollte nie ungeöffnete Milchtütchen herumstehen lassen! Aus leidvoller Erfahrung wissen wir, dass diese in einem unbeobachteten Moment aufgebissen und in ein Körbchen verschleppt werden. 

Nach ausreichend Eingewöhnungszeit müssen unsere Wilden Dreizehn auf jeden Fall auch wieder die Möglichkeit zum Freigang haben. Sie sind keine reinen Wohnungskatzen, sondern brauchen ihre Freiheit. Trotzdem soll ihnen immer die Tür zu ihrer Familie offenstehen, so dass sie wissen, wo Sicherheit, Geborgenheit und ein voller Futternapf zu finden sind. Wir sind davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie Streicheleinheiten zu schätzen wissen.

Wenn Sie genügend Geduld und Verständnis mitbringen und denken, dass Sie einer scheuen Bauernhofkatze eine neue Heimat bieten könnten, würden wir uns riesig freuen, wenn Sie sich melden!