Im Straßenausbau-Programm der Stadt kommt der Ausbau der Ortsstraße "Am Roller" in Haßlach an die Reihe. "Diese Gemeindeverbindungsstraße ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand", betonte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) in der Stadtratssitzung am Montagabend. Mit dem Bauamt, der Regierung von Oberfranken und dem Landratsamt wurden bereits Vorgespräche über die Maßnahme und ihre Finanzierung geführt.

Der Ausbau umfasst den kompletten Bereich von der Abzweigung Kreisstraße KC 8 bis zum Friedhof an der Gemarkungsgrenze. Die Teilmaßnahmen sind der Ausbau innerorts auf circa 290 Metern Länge, der Ausbau außerorts auf etwa 210 Metern Länge sowie der Neubau der Haßlachbrücke als Durchlass.
Zusätzlich zum Straßenbau stehen noch weitere Maßnahmen an: der Neubau der Straßenbeleuchtung, der Neubau der Wasserleitung (durch die FWO), die Erneuerung der Wasser-Hausanschlüsse (durch die FWG), die Überprüfung und Sanierungen der Kanalhauptleitung (durch KUT) sowie die Erdverkabelung des Niederspannungsnetzes.

Die Kosten betragen insgesamt 545 000 Euro. Die Finanzierung erfolgt über einen Staatszuschuss von 90 Prozent zu den zuwendungsfähigen Baukosten in Höhe von 338 000 Euro, KAG-Beiträgen von 75 000 Euro sowie einem Eigenanteil der Stadt von 130 000 Euro. Bezüglich der KAG-Beiträge wurde die Straße als Hauptverkehrsstraße klassifiziert. "Dies führt zu einem Anteil der Bürger von nur 15 Prozent und verhilft der Stadt gleichzeitig zu einem höheren Zuschuss", freute sich die Bürgermeisterin.

Anlieger sind informiert

Die Anlieger wurden in einer Versammlung über die vorgesehenen Maßnahme informiert. Dabei sprachen sich Anlieger und Haßlacher Stadträte einmütig für den Straßenausbau aus. Auch Dritter Bürgermeister Werner Neubauer (CSU) meinte: "Mit dieser Finanzierung und diesem Eigenanteil wäre es eine Dummheit, das nicht zu machen. Günstiger bekommen es die Bürger nicht mehr." Der Beschluss war einstimmig.

Auf halber Höhe der Ortsstraße "Am Roller" zweigt in östlicher Richtung eine unbefestigte, private Zufahrt ab. Für dieses Baugebiet besteht ein Bebauungsplan seit 1969. Eine Erschließungsstraße wurde bisher noch nicht gebaut. "Im Zuge des Ausbaues der Ortsstraße ,Am Roller‘ ergibt sich eine kostengünstige Möglichkeit für die ordnungsgemäße Erschließung des Baugebietes mit seinen acht Parzellen", informierte Bürgermeisterin Weber.

Der Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros HTS-Plan aus Kronach beläuft sich auf circa 55 000 Euro. Da es sich um eine Erschließungsstraße handelt, müssen 90 Prozent der Kosten umgelegt werden, so dass ein Erschließungsbeitrag von 9,50 Euro pro Quadratmeter anfällt. Auch die Anlieger der Erschließungsstraße wurden zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. "Das Für und Wider zum Bau der Erschließungsstraße und die Bereitschaft, Straßengrund zu verkaufen, hielten sich die Waage", erklärte Weber.

Sie hofft, dass vielleicht im Zuge der Maßnahme das Interesse der Anlieger, die das Vorhaben derzeit noch ablehnen, zunimmt. Dritter Bürgermeister Werner Neubauer regte an, die Anlieger schriftlich nach ihren Vorstellungen zu befragen. Dieser Vorschlag wird aufgegriffen und der Punkt demnächst wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

Fünf Stichstraßen betroffen

Einstimmig genehmigt wurde der Ausbau von fünf Stichstraßen im Zuge der Maßnahme "Ortsdurchfahrt Wickendorf". Hierzu hatte bereits eine Ortsbesichtigung stattgefunden. "Ich wurde von mehreren Bürgern angesprochen, dass auch ihre Straßen mit gebaut werden und wir Angebote einholen lassen sollten", erklärte die Bürgermeisterin.

Die fünf betroffenen Stichstraßen, die von der Ortsdurchfahrt abzweigen, befinden sich in einem schlechten baulichen Zustand. Die Baukosten hierfür belaufen sich auf circa 80 000 Euro. Die Maßnahme wird so vorgenommen, dass die Baukosten so niedrig wie möglich gehalten werden.

Keine Zuschüsse in Sicht

"Da es sich dabei um reine Zufahrten handelt, werden hierfür keine Zuschüsse gewährt", bedauerte Weber. Die Anlieger der Stichstraßen werden zum Ausbau der Ortsdurchfahrt mit Beiträgen herangezogen. Zur Finanzierung der Stichstraßen werden die Baukosten komplett dem Straßenausbau der Ortsdurchfahrt zugerechnet.
"Wenn die Ortsdurchfahrt Wickendorf abgeschlossen ist, wird so schnell nichts mehr gemacht - außer im nächsten Jahr der Kirchenvorplatz. Straßenmäßig aber wird nichts mehr gehen", verdeutlichte Gabriele Weber. Auf Grund der Haushaltskonsolidierung müsse man eine mehrjährige Verschnaufpause einlegen.

"Wenn die Leute für die Ortsdurchfahrt bezahlen müssen, ist es nur fair, wenn das auch mit gebaut wird", meinte Harald Fehn (SPD). Auch Markus Wachter (CSU) war sich sicher, dass das Vorhaben mit der Solidargemeinschaft gut über die Bühne gehen wird.