Am Wochenende wurden beim Regionalwettbewerb an der Uni Bayreuth die Teilnehmer für die deutsche Physik-Meisterschaft im März ermittelt. Coronabedingt wurde der für den 16. Januar auf dem Uni-Campus geplante Wettbewerb kurzerhand ins Internet auf den 23. Januar verlegt. Der diesjährige Sieger Tarek Becic kommt vom Frankenwald-Gymnasium in Kronach .

Im Januar 2020 war Tarek noch der jüngste Wettbewerbsteilnehmer. Er hat in diesem Jahr mit einer professionellen Hochgeschwindigkeitskamera vom SFZB ein verblüffendes Phänomen bei handelsüblichen "Tic-Tac"-Erfrischungsbonbons aufgeklärt. Fallen diese auf einen harten Boden, so springen diese nach dem zweiten Aufprall auf dem Boden oftmals höher zurück als nach dem ersten Aufprall. Er hat das Phänomen mit grundlegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die man gewöhnlich erst in den ersten drei Semestern eines Physikstudiums lernt, in einem begeisternden Vortrag sehr überzeugend erklärt.

Der Zweitplazierte Michael Ott kommt vom Augustinus-Gymnasium in Weiden. Er untersuchte die Frage, warum muss ein um eine senkrechte Achse gedrehter Kreisring, auf dessen Innenseite sich eine Rinne befindet, mit einer Mindestdrehzahl gedreht werden, damit sich eine Kugel am tiefsten Punkt in der Rinne entscheidet, ob sie "nach vorne oder nach hinten" den tiefsten Punkte der Rinne verlässt und auf einer höheren Lage in der Rinne "Platz nimmt". Das ist ein grundlegendes "Entscheidungsproblem" in der Natur, das er sehr überzeugend untersucht, verstanden und vorgetragen hat.

Die Drittplatzierte Linda Thumfart kommt ebenfalls vom Augustinus-Gymnasium in Weiden. Sie hat sehr eindrucksvoll den Mechanismus erklärt, wie eine handelsübliche Batterie mit zwei Knopfmagneten an den Enden auf der Alufolie zu rollen beginnt und weshalb die Rollrichtung davon abhängt, mit welchem Pol die Magnete mit der Batterie im Kontakt sind.

Neben diesen drei Siegern qualifizierten sich auch Emma Ingendorf, Michal Eckl und Sebastian Heiss vom Augustinus-Gymnasium in Weiden für die deutsche Physikmeisterschaft am 6. und 7. März. Die Schüler werden sich nun mit Betreuung durchs SFZB auf die deutsche Physik-Meisterschaft im März vorbereiten. "Ich drücke die Daumen, dass sie bei der Meisterschaft weit kommen. Ich hoffe auch, dass wie in den letzten acht Jahren auch wieder jemand vom SFZ Bayreuth den Sprung ins fünfköpfige Nationalteam für das IYPT schaffen, so Physik-Professor Walter Zimmermann , der Leiter des TAO-Schülerforschungszentrum an der Universität Bayreuth (SFZB).

"Mit der Durchführung eines Internetwettbewerbs hatten wir noch keine Erfahrung", so Zimmermann, "und für unser Team, das die Schülerinnen und Schüler bei der Wettbewerbsvorbereitung betreut, stand eine Absage des Wettbewerbs nicht zur Diskussion ." Der Regionalwettbewerb ist die Eingangsstufe zur nationalen Physikmeisterschaft und dann zur internationalen Physikmeisterschaft IYPT. "Die Forschungsbegeisterung und die Zuversicht der jungen Leute auf dem Weg zu den nächsten Wettbewerbsstufen sollte möglichst nicht ausgebremst werden, auch nicht durch Corona", betont der Professor .

Vorträge in englischer Sprache

Die Teammitglieder Berin Becic, Sebastian Friedl, Frederik Gareis und Simeon Völkel, früher selbst begeisterte und höchst erfolgreiche Schülerforscher (deutsche Meister 2019, Vizeweltmeister 2019 etc. ) setzten mit bewundernswertem Einsatz, so Professor Zimmermann, "quasi aus dem Stand" den Wettbewerb über das Internet um, ohne dessen Charakter entscheidend zu verändern. Dabei werden die Forschungsergebnisse der Schüler wie bei einer internationalen Konferenz durch Vorträge in englischer Sprache zur Diskussion gestellt. Auch die kritische Diskussion der Ergebnisse durch andere Wettbewerbsteilnehmer und durch die hochkarätige Jury, ebenfalls in englischer Sprache , nimmt eine zentrale Rolle im Wettbewerb ein. Alles funktionierte reibungslos. Durch die Bewertung beider Teile durch die Jury werden dann die Sieger ermittelt.

Für die Wissenschaft begeistern

Das TAO-Schülerforschungszentrum möchte Talente frühzeitig für die Wissenschaft entdecken, begeistern und fördern. " Schüler lernen hier Teamgeist und sammeln Diskussions- und Vortragserfahrung auf Englisch . Sie lernen auch, dass Forschung Geduld und Ausdauer erfordert, wenn Ergebnisse nicht gleich vom Himmel fallen", erläutert Zimmermann. In diesem internationalen Wettbewerb glänzen nicht nur Schüler mit Best-Noten in der Schule , sondern auch Überzeugungstäter. "Unser Land und die kommende Generation brauchen alle diese zuversichtlichen Problemlöser, denn mit Ansprüchen und Erwartungen wird unsere Zukunft nicht bewältigt", findet Professor Zimmermann. Das TAO-Schülerforschungszentrum SFZB ist seit mehreren Jahren das erfolgreichste Schülerforschungszentrum in Deutschland.