"Das Teil kenn ich. Das ist in meinem Auto", sagte Staatssekretär Franz Josef Pschierer am Donnerstag beim Betriebsrundgang durch das Unternehmen Dr. Schneider in Neuses. Er hatte recht. Was da so gemächlich über das Fließband lief, ist Teil eines Spiegels im 7er BMW. Und Pschierer fährt einen solchen.

Der Politiker aus München gewann bei einem Rundgang durch das Werk Neuses einen Überblick über die breite Fertigungspalette des großen Automobilzulieferers Dr. Schneider. Technischer Leiter Wolfgang Beer, kaufmännischer Leiter Wilhelm Wirth und Gesellschafterin Sylvia Schmidt erläuterten die verschiedenen Schritte der Fertigung und Montage von Kunststoffteilen für bedeutende Automobilhersteller Europas.

An einer mit großen Bildschirmen bestückten Wand konnte Pschierer sehen, dass von Neuses aus - beispielsweise - die Kühlwasseranlage im Werk in China überwacht wird und bei Fehlermeldungen umgehend gehandelt werden kann.


Hohe Energiepreise

Wilhelm Wirth hoffte auf die Unterstützung der Staatsregierung bei den Vorhaben seines Unternehmens, von dessen Leistungsfähigkeit sich der Staatssekretär habe überzeugen können. Der Freistaat habe in den vergangenen Jahren bereits einiges für die Region bewegt. Aber die Unternehmensgruppe Dr. Schneider kämpfe auch mit den Rahmenbedingungen. Exemplarisch stellte Wirth die noch immer schlechte Verkehrsanbindung heraus. Wettbewerbsnachteile gebe es durch die unterschiedliche Subventionierung und die hohen Energiepreise.


Unternehmen entlasten

Wilhelm Wirth und Gesellschafterin Sylvia Schmidt hofften, dass die Bayerische Staatsregierung Mittel und Wege finden könne, die Unternehmen in der Region zu stärken und zu entlasten. Obwohl sich Dr. Schneider aktuell gut behaupte, wäre es - gerade für produzierende Unternehmen in Oberfranken - eine Erleichterung, wenn sich einige Rahmenbedingungen verbessern würden. Sylvia Schmidt stellte die starke Position, die sich ihr Unternehmen in der Branche der Automobilzulieferer erarbeitet habe, heraus. Das sei nur dank der begeisterten und loyalen Mitarbeiter möglich gewesen, auf die man stolz sei.


Schmerzhafte Erfahrung

Franz Josef Pschierer bestätigte, dass der Donnerstag ein spannender Tag für ihn sei. Eine sehr schmerzhafte Erfahrung habe man mit der BAT-Schließung in Bayreuth machen müssen. "Umso mehr freut es mich, dass sich das Unternehmen Dr. Schneider gut entwickelt und gesund in die Zukunft geht." Von Neuses aus werde die Champions-League der Automobilindustrie beliefert. Dr. Schneider sei der wichtigste Arbeitgeber und strahle über die Region hinaus. Ein solches Unternehmen werde man gerne in seiner weiteren Entwicklung begleiten. Bei Dr. Schneider gebe es eine sehr lange Wertschöpfungskette. So würden die Werkzeuge, die man brauche, auch selbst gefertigt. Was Forschung und Entwicklung betreffe, nehme die Firma sehr viel Geld in die Hand. Die Stärke der bayerischen Wirtschaft seien die familiengeführten mittelständischen Unternehmen.


Alle Regionen stärken

Der Raum München sei schon stark genug. Jetzt sei es an der Zeit, alle Regionen Bayerns zu stärken, betonte der Staatssekretär. Er erlebe in Oberfranken eine positive Stimmung.

Nicht nur der Staatssekretär, sondern auch der Steinbacher Bürgermeister und Landratskandidat Klaus Löffler war beeindruckt von der Dr. Schneider Unternehmensgruppe. Die Investitionen der Firma seien ein Bekenntnis zur Region. "Wir in der Politik wollen Partner sein", versprach Löffler.


Unterstützung gewünscht

IHK-Vizepräsident Hans Rebhan wies darauf hin, dass man am Beispiel des Unternehmens Dr. Schneider gesehen habe, dass man zu Unrecht beim Prognos-Gutachten an die letzte Stelle gesetzt worden sei. Die Führungskräfte von Dr. Schneider seien seit Jahren im Innovationszentrum Kronach engagiert. Die Unternehmen aus dem Kreis Kronach suchten die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung, hob Rebhan hervor.