Laden...
Tschirn
Gemeinderat

Seniorenwohnungen für Tschirn?

Für das Projekt "In der Heimat wohnen" der Caritas ist jetzt das ehemalige Gasthaus "Frankenwald" in den Fokus genommen worden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das ehemalige Gasthaus "Frankenwald" stand erneut beim Gemeinderat in der Diskussion. Dort gibt es neue Überlegungen, nunmehr will man zusammen mit der Caritas für ältere Bürger Wohnraum schaffen. Michael Wunder
Das ehemalige Gasthaus "Frankenwald" stand erneut beim Gemeinderat in der Diskussion. Dort gibt es neue Überlegungen, nunmehr will man zusammen mit der Caritas für ältere Bürger Wohnraum schaffen. Michael Wunder

Die Caritas ist bereit, in Tschirn tätig zu werden und auch zu investieren. Das Thema "In der Heimat wohnen" stieß in der Gemeinderatssitzung am Dienstag auf großes Interesse, viele Bürger waren gekommen, um den Ausführungen der Vorsitzenden der Caritas-Kreisverbandes, Cornelia Thron, zuzuhören.

Wie sie berichtete, wurde in Teuschnitz vor Jahren das Projekt "In der Heimat wohnen" ins Leben gerufen. Acht barrierefreie Wohnungen werden seitdem gut angenommen. In Steinwiesen ist man derzeit dabei, ein derartiges Projekt mit neun Wohnungen zu bauen. Beide Standorte stehen in einer engen Verbindung mit Tschirn, deshalb sei es auch für die Caritas interessant. Cornelia Thron informierte, dass es in der Erzdiözese 21 Einrichtungen dieser Art gibt und diese dem jeweiligen Standort angepasst sind.

In Tschirn könnte man sich deshalb in der ehemaligen Gaststätte in der Teuschnitzer Straße 4 drei bis vier Wohnungen vorstellen. Ein Gemeinschaftsraum und ein Stützpunkt der Sozialstation würden mit integriert.

Von Steinwiesen aus werden 460 Patienten durch die Sozialstation angefahren. Einige davon auch aus der Gemeinde Tschirn. Das Management könnte von den "Quartiers-Managerinnen" aus Teuschnitz und Steinwiesen mit übernommen werden.

Die neue Einrichtung würde es den älteren Bürgern ermöglichen, so lange wie möglich in Tschirn zu bleiben. Teuschnitz hat durch das Haus noch Bürger hinzugewonnen. Die Caritas wird sich um alles kümmern und die Bürger in allen Fragen begleiten. In Teuschnitz wurden die Akteure auch besser vernetzt, wobei sich auch eine "Mitfahrzentrale" entwickelte und zum Selbstläufer wurde. Man biete dann quasi ein "Servicebüro" für sämtliche Alltagsangelegenheiten an. Gefragt sind kleinere Wohnungen, meist ziehen alleinstehende ältere Bürgerinnen oder Bürger ein. Im "Bedarfsfall" würden diese Wohnungen auch im Rahmen der Sozialhilfe finanziert. "Es wäre eine Bereicherung für Tschirn. Wenn's gewollt ist, steigen wir gerne ein", sagte Cornelia Thron.

Bürgermeister Peter Klinger (CSU) hatte zuvor auf die alte, seit rund 20 Jahren leerstehende ehemalige Gaststätte verwiesen. Über eine Nachnutzung habe man sich schon in vielfältiger Weise Gedanken gemacht, als letztes habe man über einen Abriss und die Platzgestaltung (wir berichteten) nachgedacht. Jetzt gibt es Überlegungen, das Areal für Senioren zu nutzen und für diese Wohnraum zu schaffen. Das Projekt wurde über die Nordostbayerninitiative (NOBI) bereits angemeldet, die Förderfähigkeit sei gegeben.

Auf die Frage nach dem zeitlichen Ablauf meinte der Bürgermeister in der Diskussionsrunde, dass man in diesem Jahr den Förderantrag stellen könnte und der Umbau in etwa einem Jahr möglich sei.

Christian Alter (Alternative für Tschirn) stellte aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes die Frage, ob ein Abriss und Neubau nicht mehr Sinn machen würde. Die bereits diskutierte Platzgestaltung sei durchaus eine Alternative. Klaus Daum (Alternative für Tschirn) warf für das allgemein aus dem Gemeinderat gut befundene Konzept "In der Heimat wohnen" als Standort die Gemeindekanzlei in die Runde. Dort gebe es wesentlich mehr Platz und der Standort sei seiner Meinung auch besser geeignet. Er bat, die Angelegenheit zu prüfen, es wäre eine Alternative, sollte es mit dem Anwesen in der Teuschnitzer Straße nicht klappen.

Der Bürgermeister meinte, dass der Gebäudezustand kein Problem darstelle, man werde alles versuchen, diesen vordringlichen Bedarf anzugehen.

Die Alternative für Tschirn stellte einen aus mehreren Punkten umfassenden Antrag. Der vorgelegte Maßnahmenkatalog mit verschiedenen Fragen stammt aus der anonym durchgeführten Bürgerbefragung "Was den Bürgern schon immer unter den Nägeln brennt". Dabei waren auch Punkte aufgeführt, welche in Bearbeitung oder schon erledigt sind. Weitere Punkte betrafen die Gemeinde nicht direkt oder waren auch nicht von ihr zu beeinflussen. Über die restlichen Punkte wurde gesprochen und diskutiert, jedoch wurden diese nicht weiter vertieft.

Aus dem Gemeinderat

Kläranlage Bürgermeister Peter Klinger berichtet über eine dringliche Entscheidung, welche er aufgrund einer durchgerosteten Leitung bei der Kläranlage treffen musste. Die Reparatur liegt über seinem Limit und wird rund 8000 Euro kosten. In der letzten Sitzung hatte man bereits die Erneuerung der Rohranlage an der Tropfkörperanlage beschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma KS-Rennemann aus Seelze zum Preis von 21 700 Euro.

Ortsbegehung Peter Klinger informierte, dass in den vergangenen Tagen eine Ortsbegehung stattfand. Einige dabei gemachte Anregungen wurden bereits vom Bauhof durchgeführt.

Nahverkehr Am 1. August startet das Nahverkehrskonzept im Landkreis, die Tschirner Anliegen konnten im Vorfeld beim Landrat vorgebracht werden. Der freigestellte Schülerverkehr ist mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpft. Im fünfwöchigen Probebetrieb werden die "Schwachstellen" analysiert und abgestellt. Mit dem neuen Konzept wird die direkte Verbindung nach Kronach bestehen bleiben, die anderen Orte werden besser angeschlossen. Bei der Mobilitätszentrale in Kronach kann der Rufbus angefordert werden.

IT-Sicherheit Die Gemeinde Tschirn benannte Ronny Gremer vom Landratsamt zum Informationssicherheitsbeauftragten.