Nur acht Monate nach Ende der Erschließungsarbeiten sind alle 16 Bauparzellen des Neubaugebietes Mühläcker III "Lerchenweg" in Weißenbrunn vergeben. Nun dürfen sich die Bauwilligen nicht nur auf ihr Eigenheim in idyllischer Wohnlage freuen, sondern auch auf die schnelle Datenautobahn.

In der Sitzung am Dienstag vergab der Bau- und Umweltausschuss den Auftrag zur Verlegung der LWL-Glasfaser-Zuführungsleitung für den Lerchenweg an die Firma Thüga Smartservice zum Preis von rund 57 753 Euro. Das Angebot der Thüga Smartservice GmbH Naila beinhaltet die Anbindung der bei der Baugebietserschließung verlegten Leerrohre an das Bestandsnetz der TSG zur Versorgung der Anlieger mit Triple- Play-Breitbandanschlüssen mit einer Downloadrate von bis zu 400 Mbits/s und einer Uploadrate von bis zu 40 Mbits/s.

Auf Nachfrage, wie er sich den Bauboom im Bierdorf erklären kann, nannte Bürgermeister Jörg Neubauer (SPD) vor allem die intakte Infrastruktur als Hauptgrund. In Weißenbrunn sind Ärzte, Apotheke, Kindergärten, Schule, Mehrzweckhalle, Schwimmbad sowie Geschäfte zur Lebensmittelversorgung und gute Gastronomie vorhanden. "Und deshalb müssen wir für die zukünftigen Anwohner auch Voraussetzungen schaffen, den Internetzugang, den Telefonanschluss und Fernsehen von einem einzigen Anbieter im Paket zu erhalten", so der Bürgermeister.

Er freute sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Gremiums über einen weiteren Bauantrag: Der Firma Simon Thümlein wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen für die Errichtung einer Produktions- und Lagerhalle erteilt. Für den Bereich des Neubaus liegt zwar kein Bebauungsplan vor. Die Straßenerschließung, Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung sind aber gesichert und zudem liegt die Bebauung innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils.

Die Halle soll in einer Größe von 20,20 mal 40 Metern mit einem Vordach von sechs auf 40 Metern und einer Höhe von 9,56 Metern erstellt werden. Bernd Redwitz (FW) regte hierzu eine entsprechende Begrünung nach Fertigstellung an und fragte zudem nach Brandschutz. Der Bürgermeister sah in beiden Punkten kein Problem, zumal das Feuerwehrhaus in unmittelbarer Nähe angesiedelt ist. Diese Gewerbeerweiterung sei sehr erfreulich, auch haben alle Anlieger und Nachbarn den Bauantrag unterschrieben, informierte Neubauer.

Auch dem Bauantrag der katholischen Kirchenstiftung St. Josef Thonberg, an die bestehende Kirche ein WC für Gäste zu errichten, standen die Räte einstimmig positiv gegenüber. Dem Anbau mit einer Größe von 2,25 mal 2,25 Meter wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Bei einer Gegenstimme von Heinz Roth (FW) erteilte das Gremium auch einer Planungsänderung zur Revitalisierung des Lerners-Hauses das gemeindliche Einvernehmen. Aufgrund des vorhandenen Kellergewölbes (Einzelbaudenkmal) musste die Planung überarbeitet werden. Nach Rücksprache mit allen Beteiligten wird die integrierte Treppe außerhalb des Gebäudes mit Treppenhaus angebracht. Auch die Innenräume werden minimal verändert. Somit bleibt aber der Gewölbekeller erhalten, dies in Absprache mit Landratsamt, Denkmalschutz und Amt für ländliche Entwicklung sowie der Oberfrankenstiftung, die sich zur Finanzierung bereit erklärt haben.

Nach Meinung von Heinz Roth (FW) wäre es besser gewesen, das Gebäude abzureißen. Auch Ralf Oßmann (CSU) wäre für einen Abriss gewesen, aber dafür sei es jetzt zu spät, meinte er und erwartet gespannt, wie man den Treppenabgang von der Kirche lösen will, der momentan direkt auf die B 85 führt.

Das Gremium beschloss, die Duschen im Bürgerhaus Thonberg von der Warmwasserzuführung abzunehmen. Für die Küchen sollen für Warmwasser Durchlauferhitzer installiert werden. Grund dafür sind Hinweise von Vereinen, dass im Bürgerhaus in der Küche das Wasser zehn Minuten laufen muss, um Warmwasser am Spülbecken zu erhalten. Um diesen Missstand zu beseitigen, wurden verschiedene Angebote für den Umbau angefordert.

Die einzige Firma, die sich dafür interessierte, war die Firma Schlee, die mitteilte, dass sich ein Umbau nur rentiert, wenn die Duschen von der Warmwasserleitung getrennt werden. Für die Küchen können kleine Durchlauferhitzer eingebaut werden, deren Kosten sich auf etwa 1000 Euro belaufen. Die Waschbecken in den Toiletten werden dann nur noch mit kaltem Wasser betrieben. Die Kostenersparnis beträgt nach Einschätzung des Anbieters circa 25 Prozent des Gasverbrauchs für Warmwasseraufbereitung.