Ein gigantisches Aufgebot an großen Arbeitsgeräten steht an der Südbrücke in Kronach. Ein 500-Tonnen-Kran und ein 100-Tonnen-Kran kamen samt Begleittross und sind aufgebaut. Dazu noch schwere Abbruchbagger mit Greifzangen und Specht-Meißeln. In Johannisthal steht ein 220-Tonnen-Kran, um die schweren Betonteile der alten Bogenbrücke von den Tiefladern wieder abladen zu können.

Alle warten am Freitagnachmittag auf den nächtlichen Einsatz, wenn die alte Gewölbebrücke zersägt wird, der Riesenkran die bis zu 64 Tonnen schweren Einzelteile heraushebt.

Der Verkehr der Bundesstraße 85 zwischen Süd- und Nordbrücke ist umgeleitet, aber immer wieder fahren Laster in die Falle ohne gute Wendemöglichkeit, weil sie die gut lesbaren Sperrschilder missachtet haben.
Auch der Fahrer eines rumänischen Lastzugs hat alle Sperrschilder missachtet und schaut verdutzt aus dem Führerhaus, als er bei der Südbrücke vor der Absperrung steht. Da muss er dann umständlich auf dem Tankstellengelände rangieren, um wieder gen Norden fahren zu können.

Der 500-Tonnen-Kran an sich ist schon ein Männerspielzeug der besonderen Art: 96 Tonnen Eigengewicht, 20 Meter lang, drei Meter breit, vier Meter hoch. Er hat fünf Tieflader und ein Begleitfahrzeug im Tross, die Polizei ausgenommen, denn die muss immer beim Transport des Krans wegen dessen Überbreite mit dabei sein. 160 Tonnen Ballast wurden ihm aufgesattelt, damit er die bis zu 64 Tonnen schweren Betonteile heben kann. Sobald das letzte Betonstück weg ist, muss der Kran sofort wieder abgebaut werden, damit die Bagger den restlichen Beton wegbrechen können. Der 500-Tonnen-Kran samt Tross fährt dann - unter Polizeibegleitung zum Schützenplatz, wo er bis Dienstag abgestellt wird. Dann geht's auf zum nächsten Einsatz: über Teuschnitz nach Lauenstein, wo eine Brücke einzuheben ist.

Da wirkt der kleine Bruder auf der anderen Seite fast wie ein Spielzeug. Der 100-Tonnen-Kran steht neben der Südbrücke auf der Bundesstraße. Dafür wurden die Fahrspuren verschoben. Die vom Kreisel in Richtung Wachtersmühle Fahrenden haben nur noch eine Fahrspur, der Gegenverkehr wurde auf die sonst übliche zweite Fahrspur umgeleitet, damit der Kran seine Pratzen aufstellen kann. Dieser Kran hebt den Schutzvorhang, die Schutzeinrichtungen für das Gleisbett, runter zur Brücke. Er bleibt auch bis Sonntag stehen und ist im Dreischichtbetrieb mit Kranführern besetzt.

Ein 220-Tonnen-Kran steht in Johannisthal, wo die großen Betonbrocken zwischengelagert werden. Die kleinere Ausführung ist möglich, weil der Ausleger nicht so weit ausgefahren werden muss wie in Kronach. Der Tieflader mit dem schwersten Betonteil (64 Tonnen) fährt direkt neben den Kran in Johannisthal hin, der Kran hebt den Betonbrocken hoch, der Tieflader fährt weg und der Kran setzt das Betonteil ab. Die leichteren Teile werden weiter entfernt vom Kran abgesetzt.