In Pressig herrscht bei Kindern, Eltern und Personal der Herz-Jesu-Kindertagesstätte große Freude. Aber nicht nur dort, auch Gemeinde und Kirchenverwaltung sind glücklich über eine gelungene Generalsanierung. Am Montag zogen die über 50 Kinder mit strahlenden Augen in ihr neues, schönes Spiel- und Lerndomizil, ein.
Im Beisein von Ehrengästen konnten Pater Helmut Haagen und Pfarrerin Claudia Grüning-Göll die Segnung der neuen Kinderkrippe und der generalsa-nierten Räume des nun im neuen Glanz erstrahlenden Herz- Jesu Kindergartens vornehmen. Sie verbanden den Segen mit Worten aus dem Markus- Evangelium, "Lasset die Kinder zu mir kommen, denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes!"


Gelungene Baumaßnahme

Die Segnungsfeier wurde vom Musikverein Pressig, unter Leitung von Alexander Pörner, umrahmt. Pfarradministrator Pater Haagen schwärmte von der gelungenen Maßnahme mit Erweiterung um eine Kinderkrippe und von einer innerhalb eines Jahres durchgeführten Generalsanierung vom Dach bis zum Kellergeschoss. Er würdigte besonders den Kindergartenbeauftragten und Kämmerer des Marktes Pressig, Heinrich Grebner, der sich um die gesamte Bauabwicklung, Organisation und Koordination mit großem Engagement gekümmert habe.
Die Baumaßnahmen brachten die Kindertagesstätte, wie es hieß, absolut auf die Höhe der Zeit. Dabei nannte der Redner besonders die Dach- Photovoltaikanlage, durch die das Haus seinen Strom von der Sonne erhalte, neue Raumheizflächen und eine völlig neue Lüftungsanlage sowie den barrierefreien Zugang und die Einrichtung einer Kinderkrippe. Die Gesamtkosten einschließlich der Kinderkrippe belaufen sich auf knapp über 700 000 Euro. An der Finanzierung beteiligt waren der Freistaat Bayern, das Erzbischöfliche Ordinariat, die Marktgemeinde und die Kirchenverwaltung. Dank galt auch dem den Architekten 3 D Detsch, Kronach, und Berndorfer, Kronach.


Vom Schimmel befallen

Kirchenpfleger Klaus Herbst sprach unter dem Motto, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Der Kindergarten wurde, wie er ausführte, in den 1970er-Jahren errichtet und Anfang des 21. Jahrhunderts saniert. Überraschend kamen dann vor eineinhalb Jahren Hinweise auf Schimmelbefall auf, die durch mehrere Gutachten leider Bestätigung fanden. Zahlreiche Gespräche und Verhandlungen habe die Kirchenverwaltung führen müssen, um eine Finanzierung sicherzustellen, als sicher war, dass unbedingt gehandelt werden muss. Im ehemaligen Gasthaus Klug-Weiß sei ein gutes Ausweichquartier gefunden worden, wodurch eine zunächst ins Auge gefasste Containerlösung verhindert werden konnte, über die niemand glücklich gewesen wäre.

Nun ziehen die Kinder in eine Heimstatt ein, in der sie sich wohlfühlen werden, die von Altlasten befreit ist und die baulich auf den neuesten Stand gebracht wurde. Dadurch ist auch die Lebensqualität und Attraktivität der Marktgemeinde Pressig als Wohnort gestiegen.


Blessuren am Spielzeug

In Zukunft werde man Augenmerk auf einige Neuanschaffungen von Spielzeugen legen müssen, denn der Aus- und Einzug sei nicht ganz ohne Blessuren abgegangen, meinte Kirchenpfleger Herbst.

Heinrich Grebner informierte darüber, dass die Kirchenverwaltung und Gemeinde auf eine große Eröffnungsfeier verzichtet haben, weil im Keller noch Restarbeiten vorgenommen werden. Zudem wolle man den Kindern die Chance geben, die momentan noch tristen Wände durch Gemälde und altersgemäße Darstellungen zu gestalten. Zum Jahresende hin werde man dann einen "Tag der offenen Tür" für Eltern und alle Interessierten in der Gemeinde veranstalten, um die Kindertagesstätte gänzlich vorstellen zu können.

Glücksfälle seien die Möglichkeit gewesen, die ehemalige Gastwirtschaft als Übergangsquartier zu nutzen, und die Berücksichtigung im Förderprogramm des Freistaates Bayern bei der Finanzierung.


Vom Freistaat gefördert

In den Gesamtkosten von rund 700 000 Euro seien auch die Kosten für die Krippenerweiterung enthalten. Die Kinderkrippe wurde mit 132 000 Euro veranschlagt, darauf ist eine staatliche Förderung von 98 000 Euro zugesagt. Insgesamt beträgt die staatliche Förderung 265 000 Euro, so Grebner.

Zweiter Bürgermeister Arno Hoffmann (FW) erinnerte daran, dass die Marktgemeinderäte innerlich aufgewühlt gewesen seien, als Anfang 2014 erstmals vom Schimmelbefall die Rede war. "Heute erfreut die sichtlich gelungene Generalsanierung unser Herz", sagte er. Er würdigte Kämmerer Heinrich Grebner als "Motor" der Maßnahme und stets zuverlässigen Ansprechpartner und Koordinator.

Für das Architekturbüro 3 D Detsch erörterte Diplom-Ingenieur Alexander Hempfling als Bauleiter die einzelnen Bauschritte und Neuerungen in der Kindertagesstätte. Dafür, dass das Schimmelproblem abgestellt ist und für die Gesundheit der Kinder keine Gefahr besteht, lägen mehrere fachliche Gutachten vor.


Veränderungen im Personal

Zum neuen Kindergartenjahr gibt es auch neues Personal. Maria Kotschenreuther ist neben Ulla Übelacker die Kindergartenleiterin, hinzu kamen Erzieherin Linda Engelhardt und Kinderpflegerin Sabine Neubauer. Hempfling übergab symbolisch einen großen, aus Schokoladentafeln zusammengesetzten Türschlüssel an die Kindergartenleiterinnen, Ulla Übelacker und Maria Kotschenreuther.

Für den Kindergartenförderverein überreichten Karl- Heinz Löffler und Carolin Horn eine Geldspende von 4 000 Euro. Der Elternbeirat steuerte 300 Euro bei, die von den Elternbeiräten Kerstin Müller und Christiane Greiner ausgehändigt wurden. Der Altbürgermeister und Kirchenpfleger der St. Anna-Kirchengemeinde Welitsch, Georg Konrad, sprach Glückwünsche für die gelungenen Sanierungsmaßnahmen im Namen der Welitscher Kirchenverwaltung aus.

In der Kinderkrippe sind laut Kindergartenleitung noch Plätze frei.