Zum Abschluss der diesjährigen Gartensaison haben wir uns mit Christine Roschlau unterhalten, um das Gartenjahr nochmals Revue passieren zu lassen. "Gerade jetzt im Herbst gibt es viel Arbeit im Garten, da muss neben dem Beseitigen von Unmengen Laub, auch alles winterfest gemacht werden", sagt sie. Die Kübelpflanzen hat sie bereits von den schweren Terrakottagefäßen in Kunststofftöpfe umgesetzt. Die Pflanzen müssen alle in einen hellen Raum ins Untergeschoss des Wohnhauses, deshalb hat sie diese Maßnahme ergriffen. "Da ist der Transport bis hoch zum Wohnhaus um einiges leichter", sagt sie.

Ein Großteil der angesprochenen Kübelpflanzen ist im Sommer im Bereich des Blockhauses mit Naturteich. Dieses Areal hat sich die Familie Roschlau neben dem 2000 Quadratmeter großen Hausgarten in den vergangenen Jahren neu angelegt.
"Hier stand noch vor Jahren ein Hochwald, den wir vor knapp zehn Jahren erworben haben", sagt Hausherr Karl Roschlau. Der Großteil des vom Windwurf geschädigten Hochwalds wurde samt Wurzeln entfernt und die Familie legte dort einen rund 450 Quadratmeter großen Naturteich an. Kurze Zeit später wurde dort noch ein Blockhaus errichtet. Jetzt, vor dem Winterbeginn, mussten auch die Gräser im Uferbereich des mit Goldfischen besetzten Teichs zusammengebunden werden, damit sie der Schnee nicht umwirft. "Die Duftrosen schneide ich im Herbst immer nur mäßig zurück. In Nordhalben, wo wegen des meist starken Winters andere Gesetze gelten, dürfen diese auf keinen Fall bodengleich abgeschnitten werden", verrät die Gartenexpertin. Dies gelte auch für die anderen Blütenstauden. Sträucher und Blumen müssten im Kontrast stehen, damit während des ganzen Jahres etwas blühe, meinte die blonde Frau. Im naturnahen Garten der Familie Roschlau findet man fast ausschließlich heimische Gehölze. "Einige Gewächse habe ich vom Süden mitgebracht. Die zieh ich mir dann hier groß", geht sie auf die wenigen Ausnahmen ein.

Die vielen Blätter von den großen Laubbäumen stören die Gartenliebhaberin nicht. "Ich bin jetzt, wo die Blätter gewaltig fallen, zwar manchmal stundenlang beim Wegräumen der Blätter. Das ist aber kein Grund, die prächtigen Bäume zu entfernen. Außerdem findet das Laub auf dem Kompostplatz Verwendung." Sie zeigt auf einen Platz am Rand des großen Grundstücks: "Dort hinten fülle ich die gesamte Mulde mit organischem Material auf. Da freuen sich die Igel. Das ist ein richtiges Paradies für Tiere." Apropos Tiere: Da ist bei den Arbeiten meist auch Haushund Luca dabei. Auch die zahlreichen Ringelnattern am Teich, die die Schnecken fressen, sind bei den Roschlaus willkommen. Rehe und Füchse gibt es auch, zumindest im waldnahen Bereich. "Die Füchse sind manchmal ganz schön frech und dreist. Neulich habe ich die Füchse auf unserer Gartenbank vom Wohnhaus aus beobachtet", sagt Christine Roschlau.

Garten komplett umgemodelt

Und da sind dann noch die Vögel. Sie melden sich von vielen Stellen. Ihr "Lieblingsplatz" ist aber das Dach der Pergola, wo sie in den Sträuchern große Nester bauen, meinte Christine Roschlau. "Ein großer Garten war einst mein Traum, die Gartenarbeit ist jetzt zu meinem großen Hobby geworden. Wir haben in den vergangenen 30 Jahren den Garten eigentlich komplett umgemodelt. Von der einstigen pflegeleichten Gartenanlage, die beim Bau des Hauses mit angelegt wurde, ist nicht mehr viel geblieben. In der damaligen Zeit, als ich auch in unserer Zahnarztpraxis mitarbeiten musste, blieb nur wenig Zeit für die Gartenarbeit. Ich habe mich aber während dieser Zeit schon mit den Gartenangelegenheiten beschäftigt. Die Kenntnisse für die Natur und den Garten habe ich mir durch Bücher und Fernsehsendungen angeeignet", so die gartenbegeisterte Frau. "Vieles an Erfahrung gewinnt man aber durch eigenes Ausprobieren", fügt sie noch hinzu. "So können sich auch Stadtmenschen einen Traum erfüllen und mit eigenen Händen etwas Herrliches schaffen", sagt sie lächelnd zum Abschluss des Gartenrundgangs.

Im Winter wird sich die Familie Roschlau bereits Gedanken über die Arbeit im nächsten Jahr machen und die Planungen für die Umgestaltungen vorantreiben. Übrigens ist Christine Roschlau gerne bereit, Gleichgesinnten und Interessierten ihre Gartenanlage, vorzugsweise natürlich in der Blütezeit, vorzustellen. Dafür sollte ein Termin vereinbart werden. Mit dabei sein wird dann sicherlich auch Haushund Luca.

In Schönbrunn, ein Ortsteil von Wunsiedel, erhielt der Obst- und Gartenbauverein Nordhalben eine Auszeichnung durch den Bezirksverband für seine aktive Arbeit und Beratung. Als Vertreter des Landkreises Kronach wurde Nordhalben ausgewählt, weil dort vielfältige Ortsverschönerungsmaßnahmen mit ökologischer Wirkung durchgeführt wurden. Auch habe man mit viel Engagement und Kreativität den "Tag der offenen Gartentür" durchgeführt.

Mit Freude, aber etwa überrascht, nahm eine Abordnung des Gartenbauvereins die Auszeichnung in Wunsiedel entgegen. "Wir haben gar nicht gewusst, dass es auf Bezirksebene diese Auszeichnung für Ökologie gibt", meinte Vorsitzende Barbara Wachter. Der ausgelobte Geldpreis in Höhe von 160 Euro wird in die Ortsverschönerung in Nordhalben fließen.