Auf der Arbeit, beim Sport, auf der Autofahrt und in den eigenen vier Wänden - die Mobiltelefone sind längst zu unseren ständigen Begleitern geworden. Eines begleitet uns aber nicht überall hin: ihr Funknetz. Dessen Maschen sind im Frankenwald stellenweise noch so weit geknüpft, dass statt eines guten Empfangs nur weiße Flecken bei der Netzabdeckung zu finden sind. Die Netzbetreiber wollen diese Lücken weiterhin schließen.

"Telefónica Deutschland (O 2 -Netz) hat im Zuge seines aktuellen LTE-Ausbauprogramms zwei neue LTE (4G)-Stationen in Kronach und Marktrodach errichtet", erreichte eine Pressemitteilung dieser Tage unsere Redaktion. Mehrere Tausend Menschen sollen dadurch erstmals von einer schnellen LTE-Verbindung in diesem Netz profitieren. Betroffen sind die Bereiche Kronach, Marktrodach, Winterleithen, Friesen, Zeyern sowie Groß- und Kleinvichtach.

Weitere Planungen

Eine Eintagsfliege? Wie Pressesprecher Florian Streicher auf Nachfrage des Fränkischen Tags schildert, soll es das auf keinen Fall sein. "Im Zuge unseres aktuellen Ausbauprogramms treiben wir den LTE-Ausbau im Landkreis Kronach weiter mit umfangreichen Maßnahmen voran: Laut aktuellem Planungsstand sind noch in diesem Jahr rund zehn weitere, neue LTE-Stationen im Landkreis vorgesehen", so Streicher. Telefónica Deutschland erhoffe sich dadurch eine spürbare Verbesserung der LTE-Versorgung in der Fläche. "Dabei haben wir auch den nördlichen Teil des Landkreises im Blick", versichert er. Dort hapert es nicht zuletzt aufgrund der geografischen Verhältnisse zurzeit besonders an einem lückenarmen Mobilfunknetz. Aktuell ist Telefónica Deutschland an 25 Mobilfunkstandorten im Landkreis vertreten.

Ausbaupläne schmiedet auch der Mitbewerber, die Deutsche Telekom AG. "Wir haben aktuell 20 Mobilfunkstandorte im Landkreis Kronach", stellt Markus Jodl von der Abteilung Corporate Communications fest. Doch damit ist das Ende des Ausbaus offenbar längst nicht erreicht. Die Telekom will ihr Netz laut Jodl noch deutlich erweitern. "Bis 2021 sollen 15 neue Standorte hinzukommen."

Doch nicht nur die Unternehmen scheinen an einem Ausbau des Netzes reges Interesse zu entwickeln, sondern auch die Kommunen. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) erinnert an einen Impuls für ein Förderprogramm, der unserer Berichterstattung entsprungen sei. In seinem Arbeitskreis seien darauf die Weichen für das Konzept gestellt worden, das einerseits die Netzbetreiber zum schnelleren Ausbau motivieren soll, andererseits den Kommunen selbst den Weg zum Errichten von Masten freimacht. Über eine 90-prozentige Förderung und die Möglichkeit, die übrigen zehn Prozent über eine Vermietung hereinzuholen, wird den Gemeinden dieser Schritt schmackhaft gemacht. Mit Erfolg, wie Baumgärtner berichtet: "Die Gemeinden sind dabei."

Zusammenwirken ist positiv

Florian Streicher sieht in diesem Programm einen positiven Ansatz. "Grundsätzlich begrüßen wir den Schulterschluss von Wirtschaft und bayerischer Politik, da der Netzausbau - insbesondere die Errichtung neuer Mobilfunkstandorte zur Schließung weißer Flecken - nur durch ein vernünftiges Zusammenwirken gelingen kann."