Wenn Kreisheimatpfleger Roland Graf über "seine" Martern erzählt, wird ein Stück Heimat lebendig. Gelegenheit hatte er dazu kürzlich wieder in Nordhalben bei der "Übergabe" eines renovierten Bildstocks, denn die Marter an der "Rentnerruh" erstrahlt in neuem Glanz.
Dass die ursprünglich zwischen 1780 und 1830 errichtete Gedenksäule überhaupt noch existiert, ist schon eine Besonderheit. Das früher mit einem Terracotta-Bild des Hl. Georg versehene Denkmal wurde bereits einmal restauriert und mit einer neuen Tafel versehen, die nun die Hl. Katharina darstellt. Allerdings war das nur von begrenzter Dauer, die Säule barst durch Witterungseinflüsse und wäre wohl auch bald ganz verloren gewesen. Dem Nachbarn Siegfried Franz war es zu verdanken, dass sie nun mit relativ geringem Aufwand wiederhergestellt werden konnte. Er sicherte zunächst die losen Teile mit Spanngurten und verständigte dann Roland Graf, der sich schnell der Sache annahm. Die Restauration wurde schließlich vom Steinmetz Wilhelm Keim aus Roßlach fachgerecht vorgenommen. Über den Ursprung des Bildstocks gibt es übrigens keine Belege mehr, ebensowenig über den Anlass oder den Stifter für die Errichtung. "Eure beiden Bildstöcke aus Kronacher Sandstein sind was Besonderes", sagte Graf den Gästen. Beide Martern stammen wohl von einem Erschaffer, der sich in einer sehr speziellen Formgebung mit Volutensockel und -kopf ausgedrückt hat. "Und nur diese beiden unter den 215 im gesamten Landkreis Kronach sind so gemacht", sagte Graf. Umso erfreulicher, dass sie auch bei den Nordhalbenern ihren Stellenwert haben, lobte Graf. Vor allem die Nachbarschaft, zu der bezeichnenderweise auch die Anwohner der Ortsstraße "Alte Marter" gehören, zeigt viel Engagement, was die religiösen Zeugnisse, aber auch die "schönen Ecken" in ihrem Viertel betrifft. So hatte Siegfried Franz die beiden Bänke an der restaurierten Marter auf eigene Kosten erneuert. Im Volksmund heißt der schattige Ruheplatz unter einer mächtigen Linde vor allem wegen seiner früheren regelmäßigen Gäste die "Rentnerruh". Aber auch Spaziergänger und Wanderer, die auf den ausgeschilderten Wegen dort vorbei kommen, rasten hier. Zu den Kosten, die zunächst die Marktgemeinde "unbürokratisch" auf dem ihr gehörenden Grundstück übernommen hat, konnte Graf einen Teil aus dem Heimatpflegefonds des Landkreises Kronach beisteuern. Für den Rest sind Spenden willkommen. Bürgermeister Josef Daum (CSU), der die Restaurierung mit in die Wege geleitet hatte, dankte der Familie Franz, der Nachbarschaft und dem Arbeitskreis Heimatpflege für ihr aktuelles Engagement in der "Siedlung Süd" an verschiedenen Stellen. Derzeit wird auch das akut gefährdete "Herrgottshäuschen" in der Karolinenhöhe saniert.