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Kronach
Kreisausschuss

Mobilitätskonzept: Haltestellen im Landkreis Kronach werden aufgehübscht

Das Mobilitätskonzept des Landkreises Kronach mit neuen Linien und Rufbussen startet im August. Die Kreisräte hoffen, dass die Bürger das Angebot gut annehmen.
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450 öffentliche Haltestellen und 130 Bedarfshaltestellen im Landkreis werden im Zuge des Mobilitätskonzepts verschönert. Auch wird es künftig neue Fahrpläne geben.  Foto: Marco Meißner, Archiv
450 öffentliche Haltestellen und 130 Bedarfshaltestellen im Landkreis werden im Zuge des Mobilitätskonzepts verschönert. Auch wird es künftig neue Fahrpläne geben. Foto: Marco Meißner, Archiv

Das seit einigen Jahren diskutierte Mobilitätskonzept des Landkreises biegt in die Zielgerade ein. Ab August sollen die neuen Linien und die Rufbusse auf Tour gehen. Eine Mobilitätszentrale für sechs Mitarbeiter wird im Bahnhof eingerichtet. Darüber informierten Gabriele Riedel und Barbara Meyer am Montag den Kreisausschuss, der im Feuerwehr- und Atemschutzzentrum tagte.

Gabriele Riedel stellte die neuen Buslinien vor: von Kronach nach Weißenbrunn und Küps; nach Mitwitz und Coburg; nach Tettau und Pressig; nach Tschirn, Reichenbach und Teuschnitz; nach Wilhelmsthal sowie nach Nordhalben und Bad Steben.

Für die Rufbusse gibt es keinen Fahrplan. Diese starten auf Anforderung von Ludwigsstadt, Pressig, Steinwiesen und Kronach aus und können über die Telefonnummer 09261/678678 von 7 bis 23 Uhr gebucht werden. 450 öffentliche Haltestellen und 130 Bedarfshaltestellen werden aufgehübscht, denn sie erhalten ein neues Outfit und natürlich auch neue Fahrpläne.

Expressbusse zu den Zügen

Barbara Meyer ging besonders auf die fünf Expressbusse ein, die täglich von Kronach nach Bad Steben fahren, von wo aus die Züge nach Hof erreicht werden können. Am Wochenende fahren diese Busse mit neuen Fahrradanhängern. Acht Expressbusse gibt es von Kronach nach Coburg mit Anbindung an die ICE-Verbindungen. Die schnellere Route führt über Johannisthal und Beikheim, die zeitlich längere Strecke über Gehülz und Mitwitz. Die Werksverkehre nach Tettau und Neuses werden in das Mobilitätskonzept eingebunden. Der Schülerverkehr wird auf die Schülerzahlen und Stundenpläne abgestimmt.

Landrat Klaus Löffler (CSU) freute sich, dass der Landkreis am 1. August mit einem komplett neuen System starten könne. Er bat die Kommunen um Unterstützung und darum, Hinweise auf Kinderkrankheiten zu geben. Man werde eine Imagekampagne starten, kündigte er auf den Hinweis von Hans Rebhan (CSU) an, vor dem Start für entsprechendes Marketing zu sorgen.

Starke Wirtschaft

Geschäftsführer Thomas Kneitz gab vor dem Kreisausschuss einen Überblick über die neuesten Entwicklungen des Campus Innovations Kultur (CIK). Er ging auf die Vorgeschichte seit 2012 ein, über die CIK-Gründung im Jahr 2017 bis zur derzeitigen Begleitung der Gründer. "Für Kronach haben wir ein eigenständiges Konzept entwickelt, weil wir keine Uni, aber eine starke Wirtschaft haben", betonte Kneitz.

CIK begleite die Gründer - Arbeitnehmer und Schüler - individuell. In den vergangenen Jahren habe man 82 Gründungsbegleitungen gehabt, davon allein 20 in den vergangenen sechs Monaten. 715 Schülerseminare in 67 Teams seien zu vermerken. In drei Jahren habe es elf Begleitungen bestehender Unternehmen gegeben. Angesichts dieser Zahlen habe die Regierung von Oberfranken signalisiert, dass sie die von 2017 bis 2021 bewilligte Förderung auch im Jahr 2022 gewähren werde. "Diese Leute füllen Lücken. Wir gehen mit Begeisterung in die Fläche", warb Thomas Kneitz dafür, dass sich Gründer an CIK wenden, um Starthilfe zu erhalten.

Landrat Klaus Löffler kündigte eine ein- bis zweitägige Klausur nach der Sommerpause an. So will man die 18 neuen Kreistagsmitglieder informieren und in die Arbeit einbinden. Der Landrat freute sich, dass man im Hinblick auf den Lucas-Cranach-Campus viel erreicht habe. Für den Landkreis ergäben sich große Chancen und einzigartige Perspektiven.

Grundsatzbeschlüsse zum Kreisstraßenbau

Hohe Förderung Der Kreisausschuss fasste in seiner Sitzung Grundsatzbeschlüsse zum Straßenbau. Eine Reihe von Kreisstraßen soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Da es bislang eine 90-prozentige Förderung gab, die auch für die kommenden Projekte zu erwarten ist, halten sich die Aufwendungen des Landkreises in Grenzen.

KC 1 Die Kreisstraße zwischen Ebersdorf bei Ludwigsstadt und der Wanderhütte am Rennsteig befindet sich in einem schlechten Zustand. Eine wirtschaftliche Sanierung ist nicht möglich. Deshalb muss ein bestandsnaher Vollausbau erfolgen. Der erste Bauabschnitt soll zwischen dem Ortsende von Ebersdorf und der Spitzkehre im Jahr 2022 durchgezogen werden. Für das 1650 Meter lange Stück sind 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

KC 7 Da die Gemeinde Tschirn eine neue Wasserleitung sowie Versorgungsleitungen verlegen will und den Abwasserkanal teilsaniert, muss die Kreisstraße auf einer Länge von 615 neu gemacht werden, was Kosten von 600 000 Euro mit sich bringt. Straße und Gehweg werden dabei verbreitert. Der Ausbau ist für 2023 geplant.

KC 13 An der Einmündung der Kreisstraße in die Staatsstraße 2200 zwischen Schmölz und Tüschnitz soll ein kleiner Kreisverkehr mit 30 bis 50 Metern Außendurchmesser entstehen, weil der derzeitige Bestand nicht verkehrssicher ist und es immer wieder zu Staus kommt. Zu den Baukosten von 1,3 Millionen Euro zahlt der Freistaat Bayern 400 000 Euro. Auf den Rest gibt es voraussichtlich 90 Prozent Förderung, wodurch sich der Anteil des Landkreises auf ein Minimum reduziert.

KC 16 Die Kreisstraße soll zwischen Ortsende Steinwiesen und Ortsanfang Nurn auf einer Länge von 2110 Metern ausgebaut werden, weil sie mit viereinhalb bis fünf Metern zu schmal ist. Das kostet 2,1 Millionen Euro.

KC 24 In Reichenbach wird eine neue Wasserleitung verlegt. Der Kanal für die Oberflächenentwässerung der Kreisstraße ist in der Ortsdurchfahrt stark beschädigt und muss erneuert werden. Die Baulänge für den Landkreis beträgt 1170 Meter. Die Kosten liegen bei 1,9 Millionen Euro. Der Ausbau ist für 2023 vorgesehen.

KC 31 Die Kreisstraße befindet sich vom Ortsende Wallenfels über Geuser bis zur Landkreisgrenze in einem schlechten Zustand. Eine wirtschaftliche Sanierung ist nicht möglich, stattdessen soll im Jahr 2022 auf einer Länge von 3730 Metern ein bestandsnaher Vollausbau erfolgen. Das kostet vier Millionen Euro.

KC 17 Die Kreisstraße hat zwischen der Einmündung in die Bundesstraße 85 und dem Ortsanfang von Brauersdorf eine Breite von maximal fünf Metern, wodurch es immer wieder zu Unfällen im Begegnungsverkehr ("Spiegelklatscher") kommt. Auf 950 Metern Länge sollen die Kurven entschärft und Sichtweiten verbessert werden. Der bestandsnahe Vollausbau kostet rund eine Million Euro.

Radweg nach Gifting Sachgebietsleiter Gunther Dressel informierte den Kreisausschuss über Bauarbeiten, die begonnen haben oder unmittelbar bevorstehen. Der Radweg entlang der Kreisstraße 3 zwischen der Staatsstraße 2200 und Gifting wird gerade gebaut und soll bis Ende November befahrbar sein.

Ortsdurchfahrten Die Ortsdurchfahrt Burkersdorf wird im Zuge der Kreisstraße 22 ab Ende Juli ausgebaut und soll Ende Oktober kommenden Jahres fertig sein. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt liegt den Hummendorfern laut Landrat Klaus Löffler sehr am Herzen. Sie werden im Juli oder August über das Projekt, das von April bis November 2021 durchgeführt werden soll, informiert.

Die Ortsdurchfahrt von Eila soll ebenfalls von April bis November 2021 neu gebaut werden. Eine Bürgerversammlung ist ebenfalls für Juli oder August in Eila vorgesehen.

Kleinere Projekte Brücken der Kreisstraße 16 über die Rodach und den Mühlgraben bei Steinwiesen werden von Mai 2021 bis Oktober 2022 erneuert. Die Querungshilfe über die Kreisstraße 22 beim Baugebiet Melm in Küps wird zurzeit gebaut und soll Ende Juli fertig werden. Auch an der Sanierung des Durchlasses in der Ortsdurchfahrt Langenau der Kreisstraße 9 wird gearbeitet. Abschluss soll Ende November dieses Jahres sein. Ausbesserungsarbeiten an der Kreisstraße 25 im Bereich der Mischanlage bei Birkach sind schon fertig.