"Mir hat meine Arbeit für die Kirchenverwaltung immer Spaß gemacht", erzählt Manfred Schubert, während er in dem alten Protokollbuch des ehemaligen Kirchenbauvereins Höfles blättert. Mit viel Fleiß und Ausdauer, akkurat und sauber, in Worten und Zahlen wurde darin - seinerzeit noch in Tinte - das Vereinsleben ab 1947 festgehalten.

"Damals hat der Bruder meines Großvaters, also mein Großonkel, das Buch geführt. Er hat sich als Kassier sehr für den Kirchenbauverein engagiert - genau wie mein Vater, der Vorstand des Vereins war", erklärt Manfred Schubert, dem sein Engagement für die Kirche wohl schon in die Wiege gelegt wurde. Er zeichnete selbst ab 1959 als Schriftführer für den Kirchenbauverein mit verantwortlich.
"Da mein Vater Vorstand war, mein Großonkel Kassier und ich Schriftführer, hat die Bevölkerung die Kirche damals oft scherzhaft als Schuberts-Kirche betitelt", erinnert sich der Höfleser schmunzelnd.

Verein aufgelöst

Der Kirchenbauverein wurde 1970 aufgelöst und das Vermögen an die Kirchenstiftung übertragen. Am 16. Oktober 1969 fand die erste Wahl für die Kirchenverwaltung statt. Seitdem gehört ihr Manfred Schubert ununterbrochen an. Die ersten turnusmäßigen Wahlen für jeweils sechs Jahre waren im November 1970. Für sieben solcher Amtsperioden wurde Schubert gewählt.

"Während der vergangenen über 50 Jahre ist viel passiert", meint der Höfleser Altbürgermeister. So habe der Kirchenbauverein zunächst durch die Anschaffung von neuem Kircheninventar das Höfleser Gotteshaus vervollständigt. "Unsere Aufgabe in der Kirchenverwaltung war es dann, als Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils, einen Teil davon wieder zu entfernen - wie die Kommunionbank oder die Predigtkanzel. Auch der Hochaltar wurde nach vorne verschoben, und die Stufen wurden entfernt. Der gesamte Altarraum wurde bis zum Jahr 1972 umgebaut", blickt Manfred Schubert zurück, der sich zunächst als Zweiter Messner engagierte, bevor er seit 1969 bis jetzt das Amt des Ersten Messners ausübt.

"Ich werde als Aushilfsmessner weitermachen. Überhaupt werde ich nach meinem Ausscheiden gerne, wo ich gebraucht werde, mit Rat und Tat zur Verfügung stehen", kündigt der 72-Jährige an, der ursprünglich schon nach seiner sechsten Amtsperiode aufhören wollte. Da sich damals aber weitere Mitglieder der Kirchenverwaltung nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung gestellt hatten, hatte er sich für eine weitere Amtsperiode entschieden.

Drei große Jubiläen

"Ich wollte die Kirchenverwaltung und die Filialgemeinde nicht im Stich lassen. Im Nachhinein bin ich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Da jetzt zwei weitere Mitglieder weitermachen, kann ich nun beruhigt und mit gutem Gewissen aufhören", ist er überzeugt.

Drei große Kirchenjubiläen fielen in seine Amtszeit, bei denen er jeweils Festausschuss-Vorsitzender war. "1977 begingen wir das 25. Weihejubiläum unserer Kirche sowie 2002 das 50. Damals feierte Kardinal Walter Brandmüller mit uns. Im vergangenen Jahr feierten wir das 60. Jubiläum, bei dem Erzbischof Ludwig Schick zu Gast war", erinnert er sich. Weitere markante Ereignisse, bei denen er mitgewirkt hatte, waren 1985 die Nachprimiz von Pfarrer Georg Schneider sowie 1992 der Sakristei-Neubau. 1995 wurde die neue Turmuhr installiert, wobei er eigenhändig mithalf. 1996 wurden die Sandsteinmartern auf dem Kirchplatz aufgestellt, die Schubert als Dauerleihgaben der Kirche zur Verfügung stellte. Von 1997 bis 1999 wurden neue Altarfiguren angeschafft.

"Ein großes Fest feierten wir und es war uns eine große Freude, als 1999 der gebürtige Vogtendorfer, Pfarrer Michael Herrmann, seine Primiz in unserer Kirche beging", erinnert sich Schubert. Des Weiteren stellte man den Anbau an die Kirche fertig, gestaltete den Kirchenvorplatz neu, machte ihn zur Straße hin offener und entfernte den Zaun. "Natürlich wurden auch mehrere Renovierungen durchgeführt. Eigentlich gibt es bei einer Kirche innen und außen immer etwas zu tun", spricht er aus Erfahrung.

Frühschoppen besteht weiter

Sehr freut er sich darüber, dass der 1982 eingeführte Kirchweih-Frühschoppen, alljährlich nach dem Kirchweih-Gottesdienst, noch immer Bestand hat. Wichtig sei ihm die Ökumene, die in Höfles in den letzten Jahren sehr gepflegt worden sei. So werde zweimal im Jahr eine Sitzung mit dem evangelischen Kirchenvorstand Fischbach abgehalten. Wie Manfred Schubert einräumt, werde ihm nach so langer Zeit die Kirchenverwaltung schon etwas fehlen. Dass es ihm langweilig wird, befürchtet er aber nicht. Schließlich engagiert er sich nach wie vor in vielerlei Hinsicht für seinen Heimatort - beispielsweise in Vereinen, wo er an vorderster Stelle Verantwortung trägt.