Jürgen Harnisch hat in Ludwigsstadt inzwischen seine zweite Heimat gefunden. Der Unternehmer aus Neuss im Rheinland ist seit mittlerweile vier Jahren in Ludwigsstadt engagiert. Aufmerksam geworden auf den Frankenwald ist er durch ein Immobilienangebot der Deutschen Bahn. Die Bundesimmobilienverwaltung hatte ein leerstehendes Mehrfamilienwohnhaus in der Bahnhofstraße zum Kauf angeboten.

Jürgen Harnisch hat sich darin verliebt und das Objekt mittlerweile komplett saniert. Aus dem einstigen Leerstand ist somit anspruchsvoller Wohnraum mit sieben Wohneinheiten geworden. Zwei Wohnungen davon nutzt er selbst, die restlichen erfreuen sich hoher Nachfrage.

Nun ist er dabei in der Kronacher Straße sein zweites Bauprojekt im Frankenwald zu realisieren. Dank steuerlicher Sonderabschreibungsmöglichkeiten im Sanierungsgebiet und einem Zuschuss aus dem kommunalen Förderprogramm ist das für den Unternehmer ein durchaus interessantes Invest. "Die ehemalige Bäckerei in der Kronacher Straße 19 und das Nachbaranwesen standen zuletzt komplett leer und der vorherige Eigentümer wollte die Objekte abgeben", informiert Bürgermeister Timo Ehrhardt, der die Leerstandsbeseitigung in seiner Stadt zur Chefsache erklärt hat. So konnte er auch Jürgen Harnisch davon überzeugen, weiter in Ludwigsstadt zu investieren. "Die Lage des Objektes im Stadtkern hat mich angesprochen", so Harnisch. Zudem wolle er etwas für "die Ludschter" machen, mit denen er sich bestens verstehe, wie er betont.


Wie geht man voran?

Gemeinsam mit dem Stadtumbaumanagement der Stadt Ludwigsstadt hat er sich im Jahr 2015 auf den Weg gemacht. Die Umsetzungsmöglichkeiten seiner Vorstellungen diskutierte er mit Sanierungsberater und Stadtplaner Franz Ullrich. Die Kosten für die Erstberatung übernimmt dabei die Stadt Ludwigsstadt, um gestalterische Leitlinien für die Sanierungsvorhaben zu formulieren. In der weiteren Beauftragung sind die Eigentümer frei.

Das nicht erhaltenswerte Wohnhaus Kronacher Straße 20 wurde bereits 2016 abgerissen. Die ehemalige Bäckerei wird saniert und zu einem Wohnhaus mit Café im Erdgeschoss umgebaut. Die durch den Abriss entstandene Freifläche soll auch als Terrasse für das Café genutzt werden. Jürgen Harnisch will mit den Bauleistungen vor allem örtliche Unternehmer beauftragen, sofern er sie nicht in Eigenleistung erbringt. "Mit örtlichen Firmen habe ich schon in der Bahnhofstraße gute Erfahrungen gemacht", freut er sich.

Über das kommunale Förderprogramm der Stadt Ludwigsstadt können Eigentümer, die im Sanierungsgebiet investieren, einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent, maximal jedoch 20 000 Euro erhalten. Zudem gelten für die Investitionen nach Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit der Stadt Ludwigsstadt wesentlich höhere steuerliche Abschreibungssätze für fremd- und gewerbliche genutzte Objekte. Für Eigennutzer eröffnet die Lage im Sanierungsgebiet überhaupt erst die Abschreibungsmöglichkeit.


Alles rund um die Stadtsanierung

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Stadtsanierung zieht Stadtumbaumanagerin Ann-Sophie Beuerle am kommenden Dienstag, 4. April ein Resümee über ein Jahr kommunales Förderprogramm. Dabei informiert sie über die förderfähigen Maßnahmen und gibt Detailinfos zu den steuerlichen Sonderabschreibungen.

Zudem stellt sie die Förderfibel der Stadt Ludwigsstadt vor, in der weitere Fördermöglichkeiten für Immobilieneigentümer, auch außerhalb der Sanierungsgebiete, aufgelistet werden. Beginn ist um 19 Uhr im Rathaussaal in Ludwigsstadt. Der Eintritt ist frei.