Die Schulen im Landkreis Kronach rüsten sich für eine digitale Zukunft. Förderprogramme stellen sie auf moderne Zeiten ein (der FT berichtete). Bei allem Vorwärtsdrang gibt es jedoch vielerorts noch einen Bremsklotz - die Datenübertragung. Der Landkreis will nun den Weg ebnen und die Bildungsstätten auch in dieser Hinsicht gut aufstellen. Doch im Landratsamt denkt man sogar noch ein ganzes Stück weiter.

"Wir lehnen uns nicht zurück, sondern eruieren ständig, welche Möglichkeiten es gibt. Die Verwaltung legt einen starken Fokus darauf", erklärt Landrat Klaus Löffler (CSU) zum Ringen um eine möglichst gute Förderung des Breitbandausbaus im Landkreis.

Wolfgang Puff, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft (WSE), erinnert sich noch gut an die Anfänge des Breitbandausbaus. Im Jahr 2007 sei man noch damit abgespeist worden, dass es keine Förderung des Freistaats dafür geben werde. Das sei zur Zeit eines DSL light mit 384 Kilobit pro Sekunde gewesen. "Damals wollten wir das Mbit endlich schaffen", sagt er mit einem Schmunzeln. 2008 sei dann doch eine Förderung mit einem Höchstbetrag von 50 000 Euro pro Gemeinde angelaufen. Inzwischen sei man bei Dutzenden Megabit und Förderungen von bis zu einer Million Euro angekommen.

Wie Löffler schildert, habe der Kreis nun einen weiteren Schritt vorgenommen - auch als Wegbereiter für seine Städte und Gemeinden. Mit Hilfe einer Bundesförderung wurde geprüft, wie hoch die Glasfaser-Anschlusskosten für Schulen und öffentliche Gebäude ausfallen würden. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung können die Gemeinden und der Landkreis selbst nun überlegen, wo die schnellen Leitungen verlegt werden sollen. "Wir gehen dabei noch von 90 Prozent Förderung durch das bayerische Programm aus", erhofft sich Löffler für viele der Objekte noch einen enormen Fördersatz.

Breites Spektrum abgedeckt

"111 öffentliche Gebäude wurden insgesamt berücksichtigt", berichtet Karl Georg Manstorfer (Geschäftsleitung IK-T) in einem Pressegespräch vom Ergebnis der Untersuchungen durch sein Büro. 17 Schulgebäude in öffentlicher Trägerschaft sind darunter, zusätzlich fünf in privater Trägerschaft und zwei Krankenhaus-Einrichtungen. Darüber hinaus wurden auch 87 weitere öffentliche Gebäude unter die Lupe genommen. Deren Spektrum reicht vom Kindergarten über Mehrzweckhäuser bis hin zu touristischen Einrichtung und den Rathäusern.

Für die Kostenberechnung in einem "überhitzen Markt" mit so manchen "Ausreißern nach oben" wurde eine breite Grundlage gelegt, um möglichst sichere Zahlen weitergeben zu können. Über 20 Angebote wurden für die Kostenberechnungen herangezogen.

Einstieg in die Planung

"Mit dem Ergebnis können Gemeinden unmittelbar in die Planung einsteigen", freut sich Puff. Und Manstorfer ergänzt, dass es wichtig sei, eine solche Grundlage zu haben. Für den Anschluss der Gebäude gebe es zwar den Fördersatz von bis zu 90 Prozent - allerdings nur bis zu einer Maximalhöhe von 50 000 Euro. Durch die Resultate der Untersuchung sei nun ablesbar, welche Vorhaben damit durchgeführt werden könnten, welche Kosten an den Kommunen hängenbleiben würden und auch, ob ein Projekt vielleicht gar nicht förderfähig ist.

Digitale Herausforderungen angenommen

Löffler will es aber nicht bei Anregungen und Hilfestellungen für die Bürgermeister ("Ein großes Kompliment, wie sie mit den Herausforderungen umgehen") bewenden lassen. Der Landkreis selbst soll den Vorreiter spielen - und tut das schon.

Was die Schulen des Kreises angeht, läuft bereits eine Ausschreibung. Wenn alles glatt geht, hofft der Landrat darauf, in wenigen Wochen einen Förderantrag stellen zu können. Klappt das, dürfte auch der Weg zur Auftragsvergabe nicht mehr weit sein. "Ich gehe davon aus, dass die restlichen Schritte bis dahin eine Sache von wenigen Monaten sind", so Manstorfer. Weit scheint es also doch nicht mehr zu sein, bis in den ersten Schulen der Digitalisierung richtig Beine gemacht werden.