Mit einer emotionalen Rede zur Wertschätzung des Ehrenamts eroberte Barbara Stamm (CSU) die Kronacher Landfrauen.

Beim Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbandes im Schützenhaus Kronach war die Landtagspräsidentin die Hauptreferentin zum Thema "Aktives Ehrenamt - Lebendiges Land". Den Landfrauen, allen voran Kreisbäuerin Rosa Zehnter und ihre Stellvertreterin Marina Herr, war es gelungen, mit der Landtagspräsidentin ein Zugpferd bayerischer Landespolitik nach Kronach zu holen.

Eingebettet war ihr Referat in ein amüsantes Programm. Die "Haache Stöckraache", die Mundarthumoristin Ulla Steiner aus Gefell und nicht zuletzt ein Sketch der Landfrauen konnten die Besucher im voll besetzten Schützenhaussaal begeistern.


Ein Liedtext extra für den Gast

Auch Barbara Stamm gefielen die Mundart- und Liedvorträge der "Haache Stöckraache", die eigens für die Landtagspräsidentin einen Liedertext geschrieben hatten und sich damit ins Herz der Politikerin sangen. "Es ist schön, zur Heimat und zur Region zu stehen", sagte sie als Kompliment an die Akteure. Und war somit auch gleich beim Thema, denn sowohl Landfrauen als auch Vereine oder nebenberuflich agierende Künstler zeigen, was Ehrenamt alles kann.

"Die Landfrauen sind die zentralen Stützen des Ehrenamts und sind wichtiger Motor für ein lebendiges Land", rief sie unter Beifall den Besuchern zu. Sie schloss ein Plädoyer für den ländlichen Raum in Bayern an. Der ländliche Raum sei weder rückständig noch von Krisen geprägt noch sei er eine Vorstufe zum Paradies. Der ländliche Raum sei Heimat für Menschen, die gern hier leben und sich mit ihrer Heimat identifizieren.

Ein lebendiges Land brauche den Einsatz von Menschen für Menschen. Dabei ging sie auch auf die zu große Anspruchshaltung einiger Menschen ein, die meinen die Gesellschaft soll vieles leisten, die Politik alles regeln.

Lob für viel Kreativität

Von der Demokratie unserer Gemeinschaft werde ein Rundum-sorglos-Paket erwartet, das alle persönlichen Befindlichkeiten berücksichtigen soll. Weil das nicht möglich sei, herrsche bei manchen Menschen Unzufriedenheit.

Nicht was nicht geht, sondern was geht, sei entscheidend in der Einstellung und Einbringung für gesellschaftliche Ziele. Es gehe aber darum, sich selbst einzubringen. "Nicht motzen und nicht meckern, sondern machen und gestalten" müsse das Motto sein. Dabei lobte sie die Kreativität der Landfrauen, sie sorgten oft genug für Innovation und für Zusammenhalt in der Gesellschaft mit ihren Ideen und ihrem Arbeitselan. Durch die Landfrauen sei die Arbeit der Bauern wieder für den Rest der Gesellschaft sichtbarer.

Kindern ein Vorbild sein

Eine wichtige Botschaft von Barbara Stamm war, ehrenamtlich tätige Menschen müssten mehr Wertschätzung erfahren. Die ehrenamtlich engagierten Mitbürger seien Vorbilder. Wo Kindern das Ehrenamt vorgelebt werde, sei die Chance groß, dass sie auch aktiv würden. "Ich möchte keine Gesellschaft, in der es nur noch Einzelinteressen gibt."

Sie sei froh, dass es in Bayern eine Willkommenskultur gebe, sagte Barbara Stamm im Hinblick auf die Aufnahme von Flüchtlingen. Wenn man wisse, was die eigenen Werte seien, dann brauche man vor Fremdem oder Ungewohntem keine Scheu zu haben.

Sie wünschte sich abschließend mehr Solidarität mit dem Ehrenamt, das ein Grundstein der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft sei. Die drei Prinzipien Solidarität, Eigenverantwortung und Substitarität gehörten wie das Füreinander und Miteinander zur sozialen Marktwirtschaft. Sie bauten auf das Ehrenamt.

In moderierten Grußworten sorgten die beiden Kreisbäuerinnen Rosa Zehnter und Marina Herr für eine lockere Atmosphäre beim Landfrauentag. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, zugleich als Landratstellvertreter, BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz, Christine Seemüller- Kohles (als Vertreterin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) sowie die Ortsbäuerin von Küps, Monika Fischer sprachen in einer Talkrunde über das Ehrenamt.

Sonja Böhner sorgte mit einem Sketch zum Schluss erneut für heitere Stimmung. Sie bezog auch Kreisobmann Erwin Schwarz, Daniel Ivascenko und Marina Herr mit ein. Zum Abschluss traten die "Haache Stöckraache" noch einmal auf und hielten auch die Landtagspräsidentin bis zum Schluss im Saal. Als Geschenk gab es für die Gastrednerin "Schwarzes Flaasch" und Brot sowie eine CD der "Haache Stöckraache".