Eine Stadt im Ausnahmezustand - das gibt es nicht nur im Wilden Westen, sondern auch in unserer Zeit. Aber so viel Spaß und Unterhaltung gibt es nur hier auf der Kümmelswiese in Wallenfels. In "Sallys Saloon" begegnen sich Gestalten und Personen, es gibt Verwirrungen und Missverständnisse und zahllose Gags und gute Sprüche in bestem wallenfelserischen Dialekt. Bereichert durch gebrochenes Deutsch der Indianer und "besonderes" Deutsch aus dem Erzgebirge.

Die Westernstadt Kümmelcity auf dem Schlossberg und ihr Etablissement "Sallys Saloon" ist der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Im Saloon ist die Hölle los, seit bekannt ist, dass die berühmte Tänzerin Hope Spider dort auftritt. Alle Männer, ob verheiratet wie der "websige" Doktor Green oder ledig wie der Bankier Mr. Todd, wollen schon vor dem Auftritt einen Blick auf die Berühmtheit erhaschen und einige noch mehr.

Eliza, die Frau des Arztes und ihre Freundin Mary-Jane protestieren gegen den Auftritt und den Alkoholkonsum und weigern sich, den Saloon zu verlassen.

"Ie könnt dou hockn bleib, bis de su vetrucknet seid wie ie jetzt scho aussecht", ärgert sich Miss Sally. Die Freiluftbühne zieht die Zuschauer mitten ins Geschehen. Eigentlich gleicht der geplante Auftritt von Hope Spider von Anfang an einer einzigen Katastrophe.

Doch: Die Existenz des Saloons von Miss Sally hängt von dem Auftritt ab. "Wenn dä Loun amol so richti brumma deid", hofft sie innig. Aber ihre Hoffnungen bekommen einen Dämpfer, als der Telegrammbote die Nachricht überbringt, dass Hope Spider den Zug verpasst habe und erst eine Woche später komme. Nun sind Lösungswünsche gefragt. Doch kommt Zeit, kommt Rat. In diesem Fall ein ausgebüchster Soldat Frank, der als Double von Hope Spider herhalten muss. Die ganze Männerwelt in Kümmelcity fährt plötzlich auf die falsche Hope ab und Frank muss sich vieler Hände erwehren.

Als er auch noch einen Hochzeitsantrag erhält, flüchtet der junge Soldat. Aber: Er soll nicht die einzige falsche Hope Spider bleiben. Häuptling Große Feder bringt seine Tochter Kleine Feder in den Saloon, dem "Wigwam des Feuerwassers", die dort tanzen und für Miss Sally die Retterin der Show spielen soll. Das Tohuwabohu ist perfekt, als jeder von einer anderen Hope Spider schwärmt und Mr. Todd sogar dem Alkohol abschwören will, als "die Hope Spider aber jetzt ganz anders aussieht". Im weiteren Verlauf gibt es zahlreiche dubiose Gestalten mehr, die nach und nach den Saloon bevölkern.


Viele fröhlichen Augenblicke

Zum 20 Jahre Jubiläum haben die Theaterfreunde mit dieser Westernkomödie alles übertroffen. "Es war eine schwere Geburt, bis alles geklappt hat. Das Wetter hat nicht mitgespielt und wir mussten oft ohne Originalbühne proben", sagt Vorsitzende Birgit Brehl. Doch die Truppe der Schauspieler ist zur Hochform aufgelaufen. Großen Anteil daran hatte Gisela Düthorn, die bereits seit 20 Jahren bei den Theaterstücken Regie führt und von der ersten bis zur letzten Stunde immer für alle da sei. Bürgermeister Jens Korn war überwältigt von der Westernkomödie.

Er zog sofort Parallelen zwischen Kümmelcity und Wallenfels. In beiden Orten hätten es die Kneipen schwer, zu bestehen. "Aber eine Wirtin, die in Sallys Outfit in Wallenfels ein Gasthaus betreibt, hätte bestimmt regen Zulauf", sagte er. Außerdem meinte er, dass es in beiden Städten feindliche Elemente geben würde, in Kümmelcity seien das die Indianer. "Und in Wallenfels sind es die Steinwiesener", meinte er mit einem neckischen Seitenhieb. "Mit euren Theatern habt ihr uns schon viele schöne Stunden geschenkt und in 20 Jahren das Leben ein bisschen fröhlicher gemacht", lobte der Bürgermeister diese tolle Truppe.