Natur- und Umweltschutz waren am Dienstagabend Schwerpunktthemen bei der Marktgemeinderatssitzung. Dabei wurde Hubertus Freiherr von Künsberg-Langenstadt (CSU) zum Natur- und Umweltschutzbeauftragten gewählt.

Zuvor hatte Thomas Friedlein (SPD) mit Nikolai Hiesl (FW) einen Gegenkandidaten ins Spiel gebracht. Er begründete dies damit, dass man die Jugend verstärkt mit in das kommunale Geschehen einbinden wolle. Ralf Pohl (SPD) äußerte seine Zweifel dahingehend, ob jemand diese vielfältige Aufgabe ehrenamtlich bewältigen könnte. Außerdem, so meinte der SPD-Fraktionssprecher, habe man in Küps verschiedene Vereine, wie beispielsweise den Obst- und Gartenbauverein, die sich um Natur und Landschaft kümmern.

Die Begründung der CSU-Fraktionssprecherin, Ursula Eberle-Berlips überzeugte ihn nicht. Sie hatte nämlich erklärt, dass ein Natur- und Umweltschutzbeauftragter das Gremium unter anderem über örtliche Maßnahmen informieren und das Verständnis für Natur, Landschaft und Umwelt wecken sollte. Zudem sollte dieser Vorschläge über Schutz-, Pflege und Entwicklungsmaßnahmen machen und den Artenschutz berücksichtigen.

"Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, ich habe aber Lust und Interesse daran, diesen Job zu machen", warb Künsberg vor der Abstimmung für sich. Es war Leidenschaft seiner Stimme zu entnehmen, als er vom Klimawandel sprach, der im vollen Gange sei und sich oftmals im Verborgenen abspiele. Zwar würden oftmals die Landwirte als die Schuldigen bezeichnet, aber "Wir sind alle daran beteiligt!"

Es sei ihm ein Anliegen, verstärkt das Gespräch mit den Landwirten zu suchen. Er wolle ihnen nahelegen, beispielsweise mehr Blühstreifen oder "Lerchenfenster", also Fehlstellen in Getreideäckern, anzulegen. Diese dienen als Anflugschneisen und sicherer Landeplatz für Feldlerchen, Rebhuhn etc., die dann im umliegenden Getreide ihre Brut- und Nistplätze anlegen können.

Zudem wolle er Hundebesitzer sensibilisieren. Diese sollen ihren Bereich zum Laufen haben, es müsse aber auch darauf geachtet werden, dass andere Hunde beziehungsweise Bürger diese Strecken nutzen können. Er wolle gerne seine Erfahrungen und sein Wissen für den Umwelt- und Naturschutz einbringen, erklärte der Agrartechniker, Fachagrarwirt und Jäger. Und er sei überzeugt, dass er - als offizieller Beauftragter der Gemeinde - bei den Landwirten und Bürgern eher Gehör finden wird.

Nikolai Hiesl (FW) wies darauf hin, dass auch er aus einer Familie komme, in der Natur und Jagd eine Rolle spiele. Dennoch sollte diese Aufgabe von Künsberg überlassen werden, da er über die Erfahrungen verfüge.

Für Diskussion sorgte auch der von der SPD-Fraktion eingebrachte Antrag zur Einführung einer Baumschutzverordnung. "Eine solche Verordnung ist notwendig und verkraftbar", betonte Ralf Pohl. Es sei wichtig, alte und schöne Bäume zu erhalten, egal ob diese auf öffentlichen oder privaten Grund stehen. Bäume haben eine große Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht.

Keine Baumschutzverordnung

Zuvor wies Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) darauf hin, dass Kronach eine Baumschutzverordnung habe. Er persönlich halte nichts davon, die Bürger noch mehr zu reglementieren. Und Bäume auf öffentlichem Grund würden erst nach Zustimmung durch den Bauausschuss gefällt. Er verwies auf einem reichhaltigen Baumbestand in seiner Gemeinde und auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Er sah keinen Mehrwert mit dem In-Kraft-Setzen einer Baumschutzverordnung, vielmehr sei damit ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand verbunden, den die Bürger bezahlen müssten. Nikolai Hiesl (FW) meinte, dass man durch ein Gespräch eventuell mehr erreichen könnte, als durch eine Verordnung. Letztendlich wurde der Antrag mit 11:5 Stimmen abgelehnt.

Vertagt wurde die Entscheidung darüber, ob für den Burkersdorfer Kinderspielplatz Mehrkosten in Höhe von 35 000 Euro bewilligt werden. Im Zuge der Dorferneuerung soll dort am Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus ein Spielplatz errichtet werden. Der Bürgermeister sprach von einer Wunschliste an Spielgeräten, die der Verwaltung übergeben worden sei. Insgesamt würde der Spielplatz Kosten in Höhe von 80 000 Euro verursachen. Der Ortssprecher Volker Wündisch wies darauf hin, dass Burkersdorf mit Kindern gut aufgestellt sei. Die Situation werde sich mit dem Baugebiet "Lohäcker" noch verstärken.

Ursula Eberle Berlips gab zu bedenken, dass bei der Ausweisung eines größeren Baugebiets normalerweise ein Spielplatz mit berücksichtigt werde. Dies stehe in diesem Fall an, dadurch spare die Gemeinde Geld. Die Burkersdorfer hätten dann nur einem Spielplatz im Dorfzentrum. Ralf Pohl (SPD) schlug vor, das gesamte Konzept durch das Planungsbüro nochmals konkretisieren zu lassen, was auch die Zustimmung des Gremiums fand.

Aus dem Gemeinderat

Bauantrag Befürwortet wurde das Bauvorhaben Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Carport in Hain/Eggenberg 4; Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage, in Küps/Melanger 17a.

Erdverkabelung Befürwortet wurde weiterhin die Mitverlegung von Flatlinern im Zuge der Erdverkabelung der Mittelspannungsleitung durch das Bayernwerk in Küps-Süd. Somit werden sogenannte Speedpipes mit verbaut. Die Gesamtkosten liegen bei rund 13 300 Euro.

Bebauungsplan Beschlossen wurde weiterhin die Aufstellung des Bebauungsplans "Luitpoldlinden - westlich der KC 13, südlich der ST. 2200 in Schmölz.

Erschließung Die Baumaßnahmen für die Erschließung des Wohngebiets wurden an die Firma Krumpholz Rohrbau GmbH zum Preis von 283 688,50 Euro vergeben.

Kindergarten Das Gremium stimmte dem Ausgleich des Fehlbetrages in Höhe von rund 8800 Euro bei den Betriebskosten des Kindergartens St. Joseph in Theisenort zu. Dies wurde mit der Sondersituation begründet. Denn der Theisenorter Kindergarten ist als einzige Einrichtung im Markt Küps als eingruppige Kindertagesstätte mit einer Landkindergartenregelung geführt.

Feuerwehr Beschlossen wurde die Ersatzbeschaffung einer Tragkraftspritze für die Feuerwehr Oberlangenstadt.

Mobilitätskonzept In der Bürgerfragestunde wurde auch das Mobilitätskonzept kritisiert. Hier verwies Rebhan auf einen Termin nächster Woche mit der Mobilitätszentrale, in dem es darum gehen wird, dieses Konzept zu optimieren. Er betonte zudem, dass das Ziel des Mobilitätskonzepts sei, dass die Bürger der Marktgemeinde sowohl Küps als auch die Kreisstadt erreichen. Ein Bürger hatte moniert, dass es keine Direktverbindung von den Ortsteilen in die Kreisstadt gebe.