Ein Sofortprogramm zur Entwicklung der Stadt Kronach stellten die Fraktionssprecher Jonas Geissler (CSU) und Michael Zwingmann (Freie Wähler) am Freitag vor. Die Kernpunkte: Vier Baustellen sollen so schnell wie möglich angegangen werden. Dazu brauche man einen weiteren Mitarbeiter in der Bauverwaltung.

Außerdem wollen sie einen Doppelhaushalt 2017/18. Das halbe Jahr 2016 sei schon rum und man habe immer noch keinen Haushalt verabschiedet. Der wäre nach Ansicht von Geissler und Zwingmann kein Problem, weil die Zahlen passen, eine Genehmigung durch das Landratsamt nicht verwehrt werden könne. "Das ist doppelt ärgerlich, weil wir eine gute Einnahmesituation haben", sagte Jonas Geissler.


Vier Projekte

Mit einem Doppelhaushalt könne man bereits die Weichen für das Jahr 2017 stellen.
Sicherlich werde man im Jahr 2017 einen Nachtragshaushalt brauchen, aber damit könne man bereits für 2018 vorarbeiten. "Unser Ansinnen ist strategischer Art", erläuterte Michael Zwingmann. "Wir wollen als politische Vertreter der Verwaltung das Handwerkszeug geben, um die Stadt weiterzuentwickeln."

Vier Projekte liegen den beiden Stadträten und ihren Fraktionen am Herzen. Bei diesen Bauvorhaben soll richtig Gas gegeben werden. Der Schwarze Steg, beispielsweise, soll bis zum Freischießen fertig sein. Die Treppe vom Stadtgraben zur Annakapelle soll bis zum Weihnachtsmarkt begehbar sein. Dann soll sich die Verwaltung an den Planentwurf für die Festungsstraße machen. "Da beschweren sich ständig Leute", berichtete Jonas Geissler. Aber es gebe ein Problem: "Bei jeder Straße, die wir in Kronach sanieren, müssen wir von den Anliegern Beiträge verlangen." Die Crux bei der Festungsstraße: Da gibt es nur vier private Anlieger plus die Justizvollzugsanstalt und die Stadt. Die Privaten müssten bei einem Straßenausbau sehr viel zahlen. Geissler und Zwingmann wäre es viel lieber, wenn man die Straßenausbaubeitragssatzung wieder abschaffen und die Gelder für den Straßenausbau durch eine Erhöhung der Grundsteuer hereinholen würde. Das wäre viel gerechter. Ob diese Verfahrensweise möglich sei, müsse man aber erst klären.


Marode Brücke

Eine weitere Baustelle ist an der Spitalbrücke sichtbar. Die Brücke selbst ist nach Meinung der Stadträte in Ordnung, aber die angebauten Gehsteige sind marode. Außerdem stellt die Brücke ein Hindernis für abfließendes Hochwasser dar. Und angesichts der jüngsten Ereignisse im Süden Deutschlands will man nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass die Innenstadt durch an der Brücke hängen gebliebenes Schwemmgut absäuft.


Weitere Kraft

Für all diese Baumaßnahmen ist nach Ansicht von Geissler und Zwingmann eine weitere Kraft in der Bauverwaltung nötig. Vor allem auch deshalb, weil Mitarbeiter aus der Bauverwaltung in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen. Außer den bereits angesprochenen Projekten seien weitere wie die Festungssanierung, der Feuerwehrhausbau und die Sanierung der Kindertagesstätten zu überwachen.