Wo hält sich Jan Agha Hamidi auf? Darauf hat die Polizei - trotz umfangreicher Fahndung - noch immer keine Antwort. Der 28 Jahre alte Afghane soll am 4. April einen Landsmann in der Kronacher Asylunterkunft an der Ludwigsstädter Straße mit einem Messer niedergestochen haben - der 23-Jährige starb. Nun wird der Fall in der ZDF-Sendereihe "Aktenzeichen XY ungelöst" thematisiert.

Dabei werden die Ermittlungen dargestellt, tatrelevante Bilder gezeigt und wichtige Fahndungsfragen gestellt. Die Beamten der Kriminalpolizei Coburg haben inzwischen die Ermittlungsgruppe "Ludwig" eingerichtet und bitten weiterhin um Mithilfe bei der Fahndung nach dem flüchtigen Täter. Dieser ist inzwischen mit Dokumenten - ausgestellt auf seinen echten Namen Jan Agha Hamidi - auf der Flucht. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, verwendete der Afghane verschiedene Personalien, unter anderem auch den Namen Janagha Amiri.

Kontakte nach Frankreich

Ob sich der dringend Tatverdächtige noch in der Region aufhält oder sich abgesetzt hat, ist derzeit unklar. Bereits im vergangenen Sommer ist Hamidi zwischenzeitlich nach Frankreich geflohen und hat noch immer Kontakte in das Nachbarland.

Zuletzt hat der 28-Jährige im Ankerzentrum in Bamberg gewohnt und war am Tattag lediglich zu Besuch in der Kronacher Unterkunft, wo es gegen 11.30 Uhr zum Streit mit dem Opfer kam. Die beiden kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Mitwitzer Notunterkunft während der Flüchtlingswelle 2015 und sollen in der Vergangenheit häufiger aneinandergeraten sein.

Laut langjährigen Weggefährten leidet der mutmaßliche Mörder unter einer starken psychischen Erkrankung und ist leicht reizbar. Nach der Tat flüchtete er; die sofort eingeleiteten und noch andauernden Fahndungsmaßnahmen führten bislang noch nicht zu seiner Festnahme. Hamidi, der gebrochen deutsch spricht, ist 184 Zentimeter groß, 74 Kilogramm schwer und schlank. Er trägt sein schwarzes Haar kurz und hat einen Drei-Tage-Bart.

Belohnung ausgesetzt

Im Zusammenhang mit dem Gewaltverbrechen wurde eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder Hamidis Festnahme führen, ausgelobt. Die Kripobeamten fragen: Wer hat den Tatverdächtigen gesehen und/oder kann Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben? Wer hatte die vergangenen Tage Kontakt zu Hamidi? Wer kann sonstige sachdienliche Angaben zu dem 28-Jährigen machen?

Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Coburg unter der Telefonnummer 09561/64 56 40 in Verbindung zu setzen. Die Tat wird morgen Abend um 20.15 Uhr im ZDF bei "Aktenzeichen XY ungelöst" rekonstruiert.

Indem sie ein größeres Publikum auf den Fall aufmerksam machen, erhoffen sich die Ermittler den entscheidenden Hinweis, der zur Festnahme von Hamidi führt.