Uwe Porzel zieht einen Hundekotbeutel aus der Entnahmestelle in der Rosenbergstraße. "Mir ist es aber schon oft passiert, dass keiner mehr drin war", sagt der Hundebesitzer.

Das kennt auch Johannes Fehn. "Oft werden die Behälter an einem Tag aufgefüllt und am nächsten sind sie schon leer." So viele Beutel können die Hundebesitzer in der Stadt Kronach aber gar nicht brauchen. Vielmehr werde damit wohl nicht selten Unfug getrieben. Das ist auch der Stadtverwaltung bekannt. "Es wurde öfter mal Vandalismus betrieben, die Beutel wurden in großen Mengen herausgezogen und in der Gegend verstreut", bestätigt Hauptamtsleiter Stefan Wicklein.

Und eben deshalb haben sich die Hundebesitzer gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Kronach etwas überlegt: Aufkleber wurden gedruckt und werden dieser Tage an allen Entnahmestellen - insgesamt sind es circa 13 in Kronach - angebracht.
"Entnahme von Hundetüten nur in haushaltsüblichen Mengen (3-4 Stück) erlaubt! Zuwiderhandlungen können strafrechtlich verfolgt werden", steht darauf.

Ungefähr zehn ehrenamtliche Helfer bestücken die einzelnen Stellen mit den Hundekotbeuteln. Einer davon ist Gerwin Lieb. Er holt die Beutel in der Stadtverwaltung, welche diese auch zur Verfügung stellt, ab und befüllt damit die Entnahmestellen.

Seit über zehn Jahren stehen diese Behälter, die von der Aktionsgemeinschaft angeschafft wurden, mittlerweile in Kronach. Mit dem Hinweis auf den Aufklebern habe man nun für den Fall, dass die Tüten weiterhin für Vandalismus missbraucht werden, eine rechtliche Handhabe, meint Fehn.

Weniger "Tretminen"

"Wir ärgern uns ja genauso über die ,Tretminen‘", sagt er, und Gerwin Lieb nickt zustimmend. "Seitdem es die Entnahmestellen und die Hundekotbeutel gibt, ist es ja auch schon wesentlich besser geworden in Kronach", ergänzt Ulrike Reitberger, ebenfalls Hundebesitzerin. Gerade in der Rosenbergstraße sei es einst besonders schlimm gewesen. "Da lagen manchmal am Tag zwei Haufen. Heute ist es viel, wenn dort im Jahr zwei liegen", weiß Fehn. Das sei der Verdienst der vielen ehrenamtlichen Helfer, die die einzelnen Stationen mit den Beuteln auffüllen.

Was passiert, wenn der Umgang mit den Beuteln trotz der Aufkleber nicht besser funktioniert? "Dann müssen wohl Automaten angeschafft werden, und dann kosten die Beutel eben Geld", glaubt Johannes Fehn.

Stefan Wicklein will zunächst einmal abwarten, wie die Aufkleber wirken. Mit Automaten sei das eben wieder so eine Sache, was die Wartungskosten beziehungsweise die Zuständigkeit für das Entleeren betreffe. Vielmehr könnte man noch überlegen, ob es Ausgabestellen - zum Beispiel in der Stadtverwaltung - geben könnte, um eine bessere Kontrolle zu haben. "Aber es wäre schade, wenn ein gutes Angebot durch die wenigen, die es missbrauchen, in Frage gestellt wird", so Wicklein.