Die Jagd nach Fachkräften hat längst begonnen. Denn die Bewerberzahlen steigen nicht an - und immer deutlicher bekommen das die Unternehmen zu spüren. "Doch warum schicken die Firmen, wenn sie einen Mitarbeiter gefunden haben, die Zweit- und Drittplatzierten der Bewerbung in die Wüste? Das fördert nur die Abwanderung", erklärte Martin Gaedt, Geschäftsführer von Talentpool sein Grundkonzept. So herrsche bei den Fachkräften, die sich in der Region qualifizieren, die Meinung vor, dass es "hier nichts gibt". Ein Drittel denken so - und wandern ab.

"Bei den Olympischen Spielen ist die Silber- und Bronzemedaille auch etwas wert", erklärte Gaedt. Und das, was der Experte und Erfinder von Talentpool sagt, klingt logisch.
Denn eigentlich könnte jede andere Firma von einer Weiterempfehlung abgelehnter Bewerber profitieren: Die Firmen, weil wertvolle Fachkräfte erhalten und in der Region bleiben, die Bewerber, weil sie sofort merken, dass sie nicht in die Wüste geschickt werden. Die Initiatoren, aber auch die Region, das empfehlende Unternehmen und sogar die Bildungspartner, die ebenfalls Bewerber empfehlen können, würden profitieren. "Wenn ein Talentpool nur 170 Mitglieder hat und jeder drei Bewerber im Jahr empfiehlt, dann sind das in zehn Jahren mehr als 5000 Fachkräfte, die in der Region bleiben", rechnete Gaedt vor.

Bessere Kommunikation

Solch ein Talentpool kann zu einer Empfehlungsplattform werden. Und da die Empfehlenden ja mit ihrem Namen für ihren Bewerber stehen, kann es auch nicht zu einem Missbrauch kommen. "Außerdem stärkt solch ein Talentpool die Kommunikation zwischen den Unternehmen", so Gaedt. "Ein Talentpool ist für die mittelständischen Unternehmen ideal. Denn um eine Region voranzubringen, ist Teamgeist gefragt - keine Konkurrenz", so Gaedt.

Das Talentpool-Konzept, das Gaedt Fach- und Führungskräften im Landratsamt vorstellte, wird vom Kronacher Zukunftscoach Gabriele Riedel gepflegt und verwaltet. Der Talentpool ist einfach zu bedienen: Innerhalb von 45 Sekunden ist man eingeloggt. Und das Dabeisein ist mit 35 Euro im Jahr nicht teuer. Für die Bewerber ist natürlich auch der Datenschutz gewährleistet. Und selbstverständlich können Bewerber auch einzelne Firmen ausbloggen, so dass sie für diese Firmen unsichtbar bleiben. "Der Talentpool wird alle drei Wochen aktualisiert. Es gibt keine Kartei leichen", erklärt Gaedt die besondere Stärke des neuen Austauschs.

"So ein Netzwerk kennt 1000mal mehr Talente als ein Unternehmen", sagt Gaedt. Und Angst vor Datenspionage müssen die Unternehmer auch nicht haben. Denn alle Daten werden ausschließlich auf deutschen Servern verwaltet. Die Bewerber werden via Mail einfach über ihre Empfehlung im Talentpool informiert - und können dann jederzeit selbst entscheiden, ob sie im Talentpool anderen Firmen weiterempfohlen werden möchten. Und jederzeit können die Daten geändert werden.

41 Netzwerke

Bislang ist das Talentpoolkonzept in 41 Netzwerken erprobt. Auch einige Kronacher Fimen sind bereits begeistert. So hat sich Sitec bereits eingeloggt. "Und auch Rauschert ist mit von der Partie", erklärte Gabriele Riedel, die überzeugt von dem Konzept ist.

Bei der offiziellen Präsentation des Projekts diskutierten die Experten, ob man möglicherweise den Talentpool oberfrankenweit ausweiten sollte. Doch schließlich kamen alle überein, dass man regional beginnen möchte und dann das Konzept weiter ausbauen wird. In jedem Fall werden durch den Talentpool die Bewerbungsprozesse beschleunigt.

Info:www.talentpool-kronach.de